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D53.0 Eiweißmangelanämie – ICD-10 Code

D53.0 ist der ICD-10-Code für Eiweißmangelanämie – eine Form der Anämie, die durch unzureichende Eiweißzufuhr oder gestörte Eiweißverwertung entsteht.

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Wissenswertes über "D53.0"

D53.0 ist der ICD-10-Code für Eiweißmangelanämie – eine Form der Anämie, die durch unzureichende Eiweißzufuhr oder gestörte Eiweißverwertung entsteht.

Was ist D53.0?

Der ICD-10-Code D53.0 bezeichnet die sogenannte Eiweißmangelanämie (auch: ernährungsbedingte Eiweißmangelanämie). Es handelt sich um eine Form der Anämie (Blutarmut), die entsteht, wenn dem Körper nicht genügend Protein zur Verfügung steht, um ausreichend rote Blutkörperchen und Hämoglobin zu bilden. D53.0 gehört zur Gruppe der sonstigen ernährungsbedingten Anämien (ICD-10-Kategorie D53).

Ursachen

Eine Eiweißmangelanämie kann verschiedene Ursachen haben:

  • Ungenügende Eiweißzufuhr: Mangelernährung, einseitige Diäten oder extreme Kalorienrestriktion
  • Malabsorption: Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder das Kurzdarmsyndrom, bei denen Proteine nicht ausreichend aufgenommen werden
  • Erhöhter Eiweißverlust: z. B. bei nephrotischem Syndrom (Proteinverlust über die Nieren) oder schweren Verbrennungen
  • Chronische Erkrankungen: Leber- oder Nierenerkrankungen, die den Eiweißstoffwechsel beeinträchtigen
  • Kwashiorkor: eine schwere Form des Eiweißmangels, die vor allem in Entwicklungsländern vorkommt

Symptome

Die Symptome der Eiweißmangelanämie überlappen sich häufig mit allgemeinen Anämie-Zeichen sowie Zeichen des Eiweißmangels:

  • Müdigkeit, Schwäche und Leistungsabfall
  • Blasse Haut und Schleimhäute
  • Kurzatmigkeit und Herzrasen bei Belastung
  • Ödeme (Wassereinlagerungen), besonders an den Beinen und im Bauchbereich
  • Muskelabbau und Gewichtsverlust
  • Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Bruchbüchige Nägel und Haarausfall

Diagnose

Die Diagnose D53.0 wird klinisch und labordiagnostisch gestellt:

  • Blutbild: Nachweis einer Anämie (erniedrigter Hämoglobin-Wert, veränderter Hämatokrit)
  • Serumprotein und Albumin: Erniedrigte Werte weisen auf Eiweißmangel hin
  • Präalbumin und Transferrin: Empfindliche Marker für den Ernährungsstatus
  • Retikulozytencount: Beurteilung der Blutbildungsaktivität im Knochenmark
  • Ernährungsanamnese: Erfassung der Ess- und Trinkgewohnheiten
  • Ausschluss anderer Anämieformen: z. B. Eisenmangel-, Vitamin-B12- oder Folsaure-Mangelanämie

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Grundursache des Eiweißmangels:

  • Ernährungsoptimierung: Erhöhung der Proteinzufuhr durch eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und Eier
  • Ernährungsberatung: Individuelle Beratung durch eine Diatässistenz oder Ernährungsmedizin
  • Hochkalorische Trinknahrung: Bei schwerem Mangel oder Schlückschwierigkeiten können spezielle Ernährungsprodukte (Sip-Feeds) eingesetzt werden
  • Behandlung der Grunderkrankung: z. B. Therapie einer Malabsorption oder eines nephrotischen Syndroms
  • Parenterale Ernährung: In schweren Fällen, in denen eine orale Aufnahme nicht möglich ist, kann Protein intravenös zugeführt werden

Klinische Relevanz und Kodierung

Der ICD-10-Code D53.0 wird in der ärztlichen Dokumentation und Abrechnung verwendet, wenn eine Anämie auf Eiweißmangel zurückgeführt wird. Er ist von anderen Anämieformen wie dem Eisenmangel (D50), Vitamin-B12-Mangel (D51) oder Folsauremangel (D52) abzugrenzen. Eine korrekte Kodierung ist wichtig für die Qualitätssicherung, die Abrechnung im Gesundheitssystem (DRG) und die epidemiologische Erfassung von Ernährungsmängeln.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel III – Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe, Kategorie D53.0. Online verfügbar unter: www.bfarm.de
  2. World Health Organization (WHO): Nutritional anaemias: tools for effective prevention and control. Geneva: WHO Press, 2017.
  3. Kasper, D.L. et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21st Edition. McGraw-Hill Education, 2022, Kapitel Anaemia and Polycythaemia.

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