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D56.0 Alpha-Thalassämie – ICD-10 Diagnose

D56.0 ist der ICD-10-Code für Alpha-Thalassämie, eine erbliche Bluterkrankung mit verminderter Produktion von Hämoglobin-Alphaketten.

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Wissenswertes über "D56.0"

D56.0 ist der ICD-10-Code für Alpha-Thalassämie, eine erbliche Bluterkrankung mit verminderter Produktion von Hämoglobin-Alphaketten.

Was ist D56.0 – Alpha-Thalassämie?

D56.0 ist der Diagnosecode nach ICD-10 für die Alpha-Thalassämie, eine angeborene Erkrankung des Blutes. Bei dieser Erkrankung ist die Produktion der Alphaketten des Hämoglobins – des sauerstofftransportierenden Eiweißes in den roten Blutkörperchen – stark vermindert oder vollständig unterbunden. Alpha-Thalassämie gehört zur Gruppe der Thalassämien, einer Familie hereditärer (vererbter) hämolytischer Anämien.

Ursachen

Alpha-Thalassämie wird durch Mutationen oder Deletionen (Verluste) in den HBA1- und HBA2-Genen auf Chromosom 16 verursacht. Diese Gene steuern die Herstellung der Alpha-Globinketten. Der Mensch trägt normalerweise vier Kopien dieser Gene (je zwei pro Chromosom). Je nach Anzahl der betroffenen Genkopien entstehen unterschiedliche Schweregrade der Erkrankung:

  • 1 defekte Genkopie: Stilles Trägertum – keinerlei Symptome.
  • 2 defekte Genkopien: Alpha-Thalassämie minor (leichte Anämie oder keine Beschwerden).
  • 3 defekte Genkopien: Hämoglobin-H-Krankheit (mäßige bis schwere hämolytische Anämie).
  • 4 defekte Genkopien: Alpha-Thalassämia major / Hydrops fetalis – lebensbedrohlich, meist tödlich vor oder kurz nach der Geburt.

Die Erkrankung ist besonders häufig in Südostasien, Afrika, dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten.

Symptome

Die Symptome hängen stark vom Schweregrad ab:

  • Müdigkeit, Schwäche und Blässe aufgrund der Anämie
  • Vergrößerung von Milz und Leber (Hepatosplenomegalie)
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen (Ikterus / Gelbsucht)
  • Verlangsamtes Wachstum bei Kindern
  • Bei der Hämoglobin-H-Krankheit: hämolytische Krisen (plötzlicher Abbau von roten Blutkörperchen), ausgelöst durch Infektionen oder bestimmte Medikamente
  • Im schwersten Fall (Hydrops fetalis): schwere Ödeme und Organdysfunktion beim Neugeborenen oder Fet

Diagnose

Die Diagnose der Alpha-Thalassämie erfolgt durch mehrere Untersuchungen:

  • Blutbild (Hämogramm): zeigt kleine, blasse rote Blutkörperchen (mikrozytäre, hypochrome Anämie)
  • Hämoglobin-Elektrophorese: Nachweis von abnormen Hämoglobinen (z. B. Hämoglobin H oder Barts)
  • Molekulargenetische Diagnostik: Identifikation der genauen Gendeletionen oder -mutationen
  • Pränataldiagnostik: bei Risikoschwangerschaften durch Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad:

  • Stilles Trägertum / Alpha-Thalassämie minor: in der Regel keine Behandlung notwendig; genetische Beratung empfohlen
  • Hämoglobin-H-Krankheit: Folsäuregabe, Vermeidung oxidativer Auslöser (bestimmte Medikamente, Infektionen); bei Bedarf Bluttransfusionen
  • Regelmäßige Bluttransfusionen bei schweren Formen, verbunden mit Eisenchelationstherapie zur Vermeidung von Eisenüberladung
  • Allogene Stammzelltransplantation: potenziell heilend bei schweren Verläufen
  • Gentherapie: befindliche und vielversprechende Ansätze in klinischer Erprobung

Quellen

  1. Weatherall DJ. - The Thalassaemias: Disorders of Globin Synthesis. In: Kaushansky K et al. (Hrsg.), Williams Hematology, 9. Auflage, McGraw-Hill, 2016.
  2. World Health Organization (WHO) - Management of Haemoglobin Disorders. Report of a Joint WHO-TIF Meeting, Nikosia, 2007. Verfügbar unter: https://www.who.int
  3. Harteveld CL, Higgs DR. - Alpha-thalassaemia. Orphanet Journal of Rare Diseases, 2010;5:13. DOI: 10.1186/1750-1172-5-13.

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