E61.7 – Mehrfacher Nährstoffmangel erklärt
E61.7 ist ein ICD-10-Diagnosecode für mehrfache Nährstoffmangelzustände. Dabei fehlen dem Körper gleichzeitig mehrere essentielle Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente.
Wissenswertes über "E61.7"
E61.7 ist ein ICD-10-Diagnosecode für mehrfache Nährstoffmangelzustände. Dabei fehlen dem Körper gleichzeitig mehrere essentielle Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente.
Was bedeutet der ICD-10-Code E61.7?
Der ICD-10-Code E61.7 steht für mehrfache Nährstoffmangelzustände (englisch: Multiple nutrient deficiencies). Dieser Diagnosecode wird verwendet, wenn bei einer Person gleichzeitig ein Mangel an mehreren essentiellen Nährstoffen festgestellt wird, also zum Beispiel ein kombinierter Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und/oder Spurenelementen. Er gehört zur Gruppe der Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten im ICD-10-Kapitel IV (E00–E90).
Ursachen
Mehrfache Nährstoffmangelzustände können durch verschiedene Faktoren verursacht werden:
- Mangelernährung: Eine einseitige oder unzureichende Ernährung, die nicht genügend Nährstoffe liefert, ist die häufigste Ursache.
- Malabsorption: Erkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Kurzdarmsyndrom beeinträchtigen die Aufnahme von Nährstoffen im Darm.
- Erhöhter Bedarf: In bestimmten Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum oder bei chronischen Erkrankungen ist der Nährstoffbedarf erhöht.
- Alkoholabhängigkeit: Übermäßiger Alkoholkonsum stört die Aufnahme und den Stoffwechsel mehrerer Nährstoffe gleichzeitig.
- Armut und soziale Faktoren: Eingeschränkter Zugang zu ausgewogener Ernährung erhöht das Risiko für Mehrfachmängel.
- Chronische Erkrankungen und Medikamente: Bestimmte Krankheiten und Arzneimittel können den Nährstoffstoffwechsel stören.
Symptome
Da mehrere Nährstoffe gleichzeitig fehlen, können die Symptome sehr vielfältig und unspezifisch sein. Häufige Zeichen sind:
- Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsschwierigkeiten und kognitive Beeinträchtigungen
- Schwaches Immunsystem und erhöhte Infektanfälligkeit
- Haut-, Haar- und Nagelveränderungen (z. B. trockene Haut, brüchige Nägel, Haarausfall)
- Muskelschwäche und Krämpfe
- Knochen- und Gelenkschmerzen
- Veränderungen an Schleimhäuten, z. B. Mundwinkelrhagaden oder entzündetes Zahnfleisch
- Wachstumsstörungen bei Kindern
- Psychische Symptome wie Stimmungsschwankungen oder Depressionen
Diagnose
Die Diagnose eines mehrfachen Nährstoffmangels erfolgt durch:
- Anamnese und Ernährungsprotokoll: Der Arzt oder die Ärztin erfragt Ess- und Lebensgewohnheiten sowie Vorerkrankungen.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung der Serumkonzentrationen relevanter Nährstoffe (z. B. Vitamin D, B12, Folat, Eisen, Zink, Magnesium).
- Körperliche Untersuchung: Erkennung klinischer Zeichen eines Mangels an Haut, Schleimhäuten, Haaren und Nägeln.
- Weiterführende Diagnostik: Bei Verdacht auf Malabsorption können endoskopische oder bildgebende Verfahren eingesetzt werden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach den spezifisch festgestellten Mängeln und ihren Ursachen:
- Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung ist die Grundlage der Therapie. Ernährungsberatung kann dabei unterstützen.
- Gezielte Supplementierung: Einnahme der fehlenden Nährstoffe als Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente (z. B. Vitamin D, B-Vitamine, Eisen, Zink).
- Behandlung der Grunderkrankung: Bei Malabsorptionssyndromen oder anderen Ursachen muss die zugrunde liegende Erkrankung therapiert werden.
- Medizinische Überwachung: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Überprüfung des Therapieerfolgs.
- Parenterale oder enterale Ernährung: In schweren Fällen kann eine künstliche Zufuhr von Nährstoffen über die Vene oder eine Sonde notwendig sein.
Risikogruppen
Besonders gefährdet für mehrfache Nährstoffmängel sind:
- Ältere Menschen mit eingeschränkter Nahrungsaufnahme
- Schwangere und stillende Frauen
- Säuglinge und Kleinkinder in der Wachstumsphase
- Personen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen
- Menschen mit Esstörungen (z. B. Anorexia nervosa)
- Personen mit Alkoholabhängigkeit
- Patienten nach bariatrischen Operationen
Quellen
- World Health Organization (WHO): Malnutrition fact sheet. Geneva: WHO, 2021. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/malnutrition
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn: DGE, 2020.
- Bhutta ZA et al.: Evidence-based interventions for improvement of maternal and child nutrition. The Lancet, 2013; 382(9890): 452–477.
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