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H72.9 – Trommelfellperforation: Ursachen & Therapie

H72.9 bezeichnet eine nicht näher bezeichnete Trommelfellperforation (ICD-10). Ein Loch im Trommelfell kann Hörverlust und Infektionen verursachen.

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Wissenswertes über "H72.9"

H72.9 bezeichnet eine nicht näher bezeichnete Trommelfellperforation (ICD-10). Ein Loch im Trommelfell kann Hörverlust und Infektionen verursachen.

Was ist H72.9?

Der ICD-10-Code H72.9 steht für eine Trommelfellperforation, nicht näher bezeichnet. Das Trommelfell (lat. Membrana tympani) ist eine dünne, empfindliche Membran im Ohr, die Schallwellen aufnimmt und an die Hörknöchelchen weiterleitet. Eine Perforation bedeutet, dass sich ein Loch oder Riss in dieser Membran gebildet hat. Der Zusatz „nicht näher bezeichnet“ weist darauf hin, dass keine genauere Angabe zur Lokalisation oder Ursache dokumentiert ist.

Ursachen

Eine Trommelfellperforation kann durch verschiedene Faktoren entstehen:

  • Mittelohrentzündung (Otitis media): Eine der häufigsten Ursachen, bei der Eiteransammlung den Druck auf das Trommelfell erhöht, bis es reißt.
  • Akustisches Trauma: Plötzliche laute Geräusche oder Explosionen können das Trommelfell zerreißen.
  • Barotrauma: Druckveränderungen beim Tauchen, Fliegen oder bei schnellen Höhenänderungen.
  • Direkte Verletzung: Einführen von Gegenständen ins Ohr (z. B. Wattiestäbchen) oder Schläge auf das Ohr.
  • Chronische Entzündungen: Langanhaltende Mittelohrerkrankungen, die das Gewebe des Trommelfells dauerhaft schädigen.

Symptome

Die Beschwerden einer Trommelfellperforation variieren je nach Größe des Defekts und der Ursache:

  • Plötzlicher, stechender Ohrschmerz zum Zeitpunkt der Verletzung
  • Hörverlust oder gedämpftes Hören auf dem betroffenen Ohr
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Ausfluss aus dem Ohr (klar, blutig oder eitrig)
  • Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit des Mittelohrs

Diagnose

Die Diagnose einer Trommelfellperforation wird in der Regel von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) gestellt:

  • Otoskopie: Direkte Betrachtung des Trommelfells mit einem Otoskop. Der Defekt ist meist direkt sichtbar.
  • Audiometrie: Messung der Hörfähigkeit zur Beurteilung des Ausmaßes eines Hörverlusts.
  • Tympanometrie: Prüfung der Trommelfellbeweglichkeit und des Mittelohrdrucks.
  • Bei Verdacht auf eine Komplikation können bildgebende Verfahren (CT) eingesetzt werden.

Behandlung

Viele kleinere Trommelfellperforationen heilen spontan innerhalb weniger Wochen ab. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Größe des Defekts:

Konservative Therapie

  • Schutz des Ohrs vor Wasser und Infektionen (kein Tauchen, Ohrstöpsel beim Duschen)
  • Antibiotika-Ohrtropfen oder orale Antibiotika bei begleitender Infektion
  • Schmerzlinderung mit Schmerzmitteln (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)

Operative Therapie

  • Myringoplastik: Chirurgischer Verschluss des Trommelfelldefekts mit eigenem Gewebegewebe (z. B. Faszie), wenn das Trommelfell nicht spontan verheilt.
  • Tympanoplastik: Umfassenderer Eingriff bei zusätzlicher Schädigung der Hörknöchelchen.

Prognose

Die Prognose bei einer Trommelfellperforation ist in den meisten Fällen gut. Kleine bis mittelgroße Defekte heilen häufig ohne chirurgischen Eingriff ab. Größere Perforationen oder solche mit Komplikationen wie einer chronischen Mittelohrentzündung erfordern eine gezielte medizinische Behandlung. Nach einer Heilung erholt sich das Hörvermögen in der Regel vollständig.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel VIII – Krankheiten des Ohres (H60–H95).
  2. Strutz J., Mann W. (Hrsg.): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. 3. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2017.
  3. World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases, 10th Revision (ICD-10). Genf 2019.

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