H73.1 Trommelfellperforation – Ursachen & Therapie
H73.1 bezeichnet nach ICD-10 eine Trommelfellperforation – ein Loch im Trommelfell, das durch Infektionen, Verletzungen oder Druckveränderungen entstehen kann.
Wissenswertes über "H73.1"
H73.1 bezeichnet nach ICD-10 eine Trommelfellperforation – ein Loch im Trommelfell, das durch Infektionen, Verletzungen oder Druckveränderungen entstehen kann.
Was ist H73.1? – Trommelfellperforation
Der ICD-10-Code H73.1 steht für eine Perforation des Trommelfells (Membrana tympani). Das Trommelfell ist eine dünne, empfindliche Membran, die den äußeren Gehörgang vom Mittelohr trennt. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Übertragung von Schallwellen auf die Gehörknöchelchen. Entsteht ein Loch oder Riss in dieser Membran, spricht man von einer Trommelfellperforation.
Ursachen
Trommelfellperforationen können durch verschiedene Ursachen entstehen:
- Mittelohrentzündung (Otitis media): Eine der häufigsten Ursachen, bei der sich Eiter im Mittelohr ansammelt und das Trommelfell zum Platzen bringt.
- Barotrauma: Druckveränderungen, etwa beim Tauchen, Fliegen oder einer Explosion, können das Trommelfell zerreißen.
- Mechanische Verletzung: Einführen von Gegenständen in den Gehörgang (z. B. Wattesthäbchen, Haarnadeln).
- Akustisches Trauma: Sehr laute Geräusche oder Knalltrauma können das Trommelfell schädigen.
- Chronische Entzündungen: Langanhaltende Mittelohrentzündungen können zu dauerhaften Defekten führen.
Symptome
Die typischen Beschwerden einer Trommelfellperforation umfassen:
- Plötzlicher, stechender Ohrschmerz, der sich danach oft bessert
- Hörverlust oder gedämpftes Hören auf dem betroffenen Ohr
- Ohrenrauschen (Tinnitus)
- Ausfluss aus dem Ohr (klar, blutig oder eitrig)
- Gelegentlich Schwindel, wenn das Innenohr beteiligt ist
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch:
- Otoskopie: Direkte Betrachtung des Trommelfells mit einem Otoskop durch den HNO-Arzt.
- Audiometrie: Hörtest zur Bestimmung des Ausmaßes des Hörverlustes.
- Tympanometrie: Messung der Beweglichkeit des Trommelfells und des Mittelohrdrucks.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Perforation:
- Spontanheilung: Kleine Perforationen heilen häufig innerhalb weniger Wochen von selbst ab, wenn das Ohr trocken gehalten wird.
- Antibiotika: Bei gleichzeitiger Infektion werden antibiotische Ohrentropfen oder systemische Antibiotika eingesetzt.
- Myringoplastik / Tympanoplastik: Chirurgische Reparatur des Trommelfells bei größeren oder nicht heilenden Defekten, oft mit eigenem Körpergewebe (z. B. Faszie).
- Schutz des Ohres: Vermeidung von Wassereinträgen (kein Schwimmen oder Tauchen), bis die Heilung abgeschlossen ist.
Prognose
Die Prognose bei einer Trommelfellperforation ist insgesamt gut. Kleine Risse heilen oft spontan aus. Größere Defekte oder solche, die durch chronische Entzündungen entstanden sind, erfordern möglicherweise einen chirurgischen Eingriff. Nach erfolgreicher Behandlung erholt sich das Hörvermögen in den meisten Fällen weitgehend.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – H73.1 Trommelfellperforation.
- Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, 4. Auflage, 2017.
- World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases, 10th Revision (ICD-10), Chapter VIII – Diseases of the ear and mastoid process.
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