H74.0 Paukensklerose – Ursachen & Behandlung
H74.0 ist der ICD-10-Code für Paukensklerose (Tympanosklerose), eine Erkrankung des Mittelohrs mit Verkalkungen im Trommelfell oder der Paukenhöhle.
Wissenswertes über "H74.0"
H74.0 ist der ICD-10-Code für Paukensklerose (Tympanosklerose), eine Erkrankung des Mittelohrs mit Verkalkungen im Trommelfell oder der Paukenhöhle.
Was ist H74.0 – Paukensklerose?
Der ICD-10-Code H74.0 bezeichnet die Paukensklerose, medizinisch auch als Tympanosklerose bekannt. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Mittelohrs, bei der es zur Ablagerung von Kalk- und Bindegewebsplaques im Bereich des Trommelfells und der Paukenhöhle kommt. Diese Verhartungen können die Beweglichkeit des Trommelfells sowie der Gehörknöchelchen einschränken und zu einer Schalleitungsschwerhhörigkeit führen.
Ursachen
Die Paukensklerose entsteht häufig als Folge von chronischen oder wiederkehrenden Entzündungen des Mittelohrs (Otitis media). Typische Ursachen und Risikofaktoren sind:
- Wiederkehrende akute Mittelohrentzündungen in der Kindheit
- Chronische Mittelohrentzündung (chronische Otitis media)
- Langjährige Beatmungsschläuchchen (Paukenröhrchen / Tympanostomietuben)
- Traumatische Verletzungen des Trommelfells
- Immunologische Reaktionen auf wiederholte Infektionen
Durch wiederholte Entzündungsreaktionen kommt es zu einer Überproduktion von Kollagen und zur Einlagerung von Kalziumsalzen im Bindegewebe des Mittelohrs.
Symptome
Die Symptome der Paukensklerose variieren je nach Ausmaß der Verkalkung:
- Schalleitungsschwerhörigkeit: Die häufigste Beschwerde, da die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells und der Gehörknöchelchen vermindert ist
- Gefühl von Druck oder Verstopfung im Ohr
- Leichtes Ohrensausen (Tinnitus) in manchen Fällen
- In leichten Fällen keine oder kaum merkliche Symptome
In schweren Fällen kann die Gehörminderung erheblich sein und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.
Diagnose
Die Diagnose der Paukensklerose erfolgt durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) mithilfe verschiedener Untersuchungen:
- Ohrmikroskopie / Otoskopie: Sichtbare weißliche Plaques auf dem Trommelfell
- Tympanometrie: Messung der Trommelfellbeweglichkeit zur Beurteilung der Schallleitung
- Reintonaudiogramm: Bestimmung des Ausmaßes der Hörminderung
- Computertomographie (CT) des Felsenbeins: Bei Verdacht auf ausgedehnte Verkalkungen in der Paukenhöhle
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem Ausmaß der Hörminderung:
Konservative Therapie
Bei leichter Paukensklerose ohne wesentliche Hörminderung kann ein abwartendes Vorgehen mit regelmäßiger HNO-Kontrolle ausreichen.
Operative Therapie
- Tympanoplastik: Operativer Eingriff zur Entfernung der Kalkplaques und Wiederherstellung des Trommelfells sowie der Gehörknöchelchenkette
- Ossikuoplastik: Rekonstruktion der Gehörknöchelchen bei schwerer Beteiligung
Hörgeräteversorgung
Wenn eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist, kann eine Hörgeräteversorgung die Schalleitungsschwerhörigkeit effektiv kompensieren.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel VIII – Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes (H60–H95).
- Boenninghaus H.G., Lenarz T.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. 14. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2012.
- World Health Organization (WHO): International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision (ICD-10). Genf, 2019.
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