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H81.0 Ménière-Krankheit: Ursachen, Symptome & Therapie

H81.0 ist der ICD-10-Code für die Ménière-Krankheit, eine Erkrankung des Innenohrs mit anfallartigem Schwindel, Hörverlust und Tinnitus.

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Wissenswertes über "H81.0"

H81.0 ist der ICD-10-Code für die Ménière-Krankheit, eine Erkrankung des Innenohrs mit anfallartigem Schwindel, Hörverlust und Tinnitus.

Was ist H81.0 (Ménière-Krankheit)?

H81.0 ist der Diagnoseschlüssel nach ICD-10 für die Ménière-Krankheit (auch Morbus Ménière genannt). Es handelt sich um eine chronische Erkrankung des Innenohrs, die durch wiederkehrende Anfälle von starkem Drehschwindel, einseitigem Hörverlust, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und einem Druckgefühl im Ohr gekennzeichnet ist. Die Erkrankung ist nach dem französischen Arzt Prosper Ménière benannt, der sie im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb.

Ursachen

Die genaue Ursache der Ménière-Krankheit ist noch nicht vollständig geklärt. Als wesentlicher Mechanismus gilt ein erhöhter Druck durch überschießende Flüssigkeitsansammlung im Endolymphsystem des Innenohrs, auch als endolymphatischer Hydrops bezeichnet. Mögliche begünstigende Faktoren sind:

  • Autoimmunreaktionen
  • Virale Infektionen (z. B. Herpesviren)
  • Genetische Veranlagung
  • Durchblutungsstörungen im Innenohr
  • Allergien
  • Stress und psychosomatische Einflüsse

Symptome

Die Ménière-Krankheit verläuft in typischen Anfällen, die Minuten bis mehrere Stunden andauern können. Charakteristische Symptome sind:

  • Anfallsartiger Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen
  • Einseitiger Tinnitus (Ohrgeräusche, oft als Rauschen oder Pfeifen wahrgenommen)
  • Schwankender Hörverlust, der sich zunächst auf tiefe Töne bezieht
  • Druckgefühl oder Taubheit im betroffenen Ohr
  • Im fortgeschrittenen Stadium: dauerhafter Hörverlust

Diagnose

Die Diagnose erfolgt klinisch anhand der typischen Symptomkonstellation. Folgende Untersuchungen werden eingesetzt:

  • Audiometrie (Hörtest) zum Nachweis des typischen tieffrequenten Hörverlusts
  • Vestibularisprüfung (Gleichgewichtstest, z. B. Kalorimetrie)
  • Elektrocochleographie (ECochG) zur Messung des endolymphatischen Drucks
  • MRT des Innenohrs zum Ausschluss anderer Ursachen (z. B. Acoustic Neuroma)
  • Ausschluss anderer Schwindelursachen (z. B. gutartiger Lagerungsschwindel, Vestibularisschwannom)

Behandlung

Allgemeine Maßnahmen

Im Anfall werden symptomatische Medikamente eingesetzt, die den Schwindel und die Übelkeit lindern. Langfristig stehen verschiedene Ansätze zur Verfügung:

Medikamentöse Therapie

  • Betahistin (H1-Agonist/H3-Antagonist) zur Verbesserung der Durchblutung im Innenohr und Reduktion der Anfallshäufigkeit
  • Diuretika (wassertreibende Medikamente) zur Reduktion des endolymphatischen Drucks
  • Antiemetika und Antivertiginosa (z. B. Dimenhydrinat) im akuten Anfall
  • Kortikosteroide bei entzündlicher Beteiligung

Interventionelle und operative Therapie

  • Intratympanale Kortikosteroid-Injektion: Einspritzung von Kortison durch das Trommelfell
  • Intratympanale Gentamicin-Therapie: Chemische Ausschaltung des Gleichgewichtsorgans auf der betroffenen Seite
  • Endolymphatischer Sack-Eingriff: Chirurgische Entlastung des Flüssigkeitsdrucks
  • In schweren Fällen: Neurektomie des Nervus vestibularis (Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs)

Lebensstil und Prävention

  • Kochsalzarme Ernährung zur Flüssigkeitsregulierung
  • Stressreduktion und psychologische Unterstützung
  • Verzicht auf Koffein, Alkohol und Nikotin
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim HNO-Arzt

Verlauf und Prognose

Die Ménière-Krankheit verläuft individuell sehr unterschiedlich. Bei vielen Betroffenen nehmen die Schwindelanfälle im Laufe der Jahre ab, während der Hörverlust fortschreiten kann. Eine vollständige Heilung ist derzeit nicht möglich, jedoch kann die Lebensqualität durch eine konsequente Therapie erheblich verbessert werden.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC): S2k-Leitlinie Morbus Ménière, AWMF-Register Nr. 017-010 (2021).
  2. Bhattacharyya N, et al. - Clinical Practice Guideline: Benign Paroxysmal Positional Vertigo and Related Vestibular Disorders. Otolaryngology - Head and Neck Surgery (2017).
  3. World Health Organization (WHO): ICD-10 Version 2019, H81.0 Ménière-Krankheit. Online verfügbar unter: https://icd.who.int/

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