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H90.5 – Gemischte Schwerhörigkeit ICD-10

H90.5 ist ein ICD-10-Diagnosecode für eine nicht näher bezeichnete kombinierte Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit. Er beschreibt einen beidseitigen Hörverlust ungeklärter oder gemischter Ursache.

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Wissenswertes über "H90.5"

H90.5 ist ein ICD-10-Diagnosecode für eine nicht näher bezeichnete kombinierte Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit. Er beschreibt einen beidseitigen Hörverlust ungeklärter oder gemischter Ursache.

Was bedeutet der Diagnosecode H90.5?

Der ICD-10-Code H90.5 steht für eine nicht näher bezeichnete Schalleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit (gemischte Schwerhörigkeit) ohne genauere Spezifizierung der Seite oder Ursache. Er wird verwendet, wenn eine Person sowohl Anteile einer Schallleitungsschwerhörigkeit (Störung im äußeren Ohr oder Mittelohr) als auch einer Schallempfindungsschwerhörigkeit (Schädigung im Innenohr oder Hörnerv) aufweist, die Genauigkeit der Diagnose jedoch noch nicht ausreichend dokumentiert ist.

Arten der Schwerhörigkeit

Schallleitungsschwerhörigkeit

Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit ist die mechanische Übertragung des Schalls vom äußeren Gehörgang über das Trommelfell und die Gehörknöchelchen zum Innenohr gestört. Typische Ursachen sind:

  • Ohrenschmalzpfropf (Cerumen obturans)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Trommelfellperforation
  • Otosklerose (Verknöcherung der Gehörknöchelchen)

Schallempfindungsschwerhörigkeit (Innenohrschwerhörigkeit)

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit entsteht durch eine Schädigung der Härchen im Innenohr (Cochlea) oder des Hörnervs. Ursachen können sein:

  • Altersbedingter Hörverlust (Presbyakusis)
  • Lärmschaden
  • Morbus Ménière
  • Virusinfektionen (z. B. Masern, Mumps)
  • Ototoxische Medikamente (z. B. bestimmte Antibiotika oder Chemotherapeutika)

Gemischte Schwerhörigkeit

Bei der gemischten Schwerhörigkeit, die durch den Code H90.5 abgebildet wird, liegen beide Komponenten gleichzeitig vor. Das Ausmaß der jeweiligen Komponente variiert von Patient zu Patient.

Symptome

Betroffene berichten häufig über:

  • Verminderte Hörfähigkeit auf einem oder beiden Ohren
  • Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache, besonders in geräuschvoller Umgebung
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Druckgefühl im Ohr
  • Schwindel (in manchen Fällen)

Diagnose

Zur Diagnosestellung werden folgende Untersuchungen eingesetzt:

  • Audiometrie: Messung der Hörschwelle in verschiedenen Frequenzbereichen
  • Tympanometrie: Prüfung der Mittelohrfunktion
  • Stimmgabeltest: Orientierende Prüfung zur Unterscheidung von Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit
  • Bildgebung: CT oder MRT des Felsenbeins bei Verdacht auf strukturelle Ursachen

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

  • Schallleitungskomponente: Operative Eingriffe (z. B. Parazentese, Tympanoplastik), Entfernung von Cerumen
  • Schallempfindungskomponente: Hörgeräteversorgung, bei hochgradigem Verlust Cochlea-Implantat
  • Gemischte Schwerhörigkeit: Kombination aus medizinischen, chirurgischen und rehabilitativen Maßnahmen

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und Folgeschäden wie soziale Isolation oder kognitive Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – Kapitel VIII: Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes (H60–H95).
  2. World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases, 10th Revision (ICD-10). Geneva: WHO, 2019.
  3. Strutz J, Mann W (Hrsg.): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. 3. Auflage. Stuttgart: Thieme, 2010.

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