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H90.6 – Gemischte Schwerhörigkeit einseitig | ICD-10

H90.6 ist der ICD-10-Code für kombinierte Schallleitungs- und Schallempfindungschwerhörigkeit auf einem Ohr mit uneingeschränktem Hören auf der anderen Seite.

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Wissenswertes über "H90.6"

H90.6 ist der ICD-10-Code für kombinierte Schallleitungs- und Schallempfindungschwerhörigkeit auf einem Ohr mit uneingeschränktem Hören auf der anderen Seite.

Was bedeutet der ICD-10-Code H90.6?

Der ICD-10-Code H90.6 bezeichnet eine kombinierte Schallleitungs- und Schallempfindungschwerhörigkeit, die auf einem Ohr vorliegt, während das andere Ohr eine normale Hörleistung aufweist. Diese Form der Schwerähorigkeit wird auch als gemischte Schwerhörigkeit (unilateral) bezeichnet. Die Kombination aus Schallleitungs- und Schallempfindungskomponente deutet darauf hin, dass sowohl der schallleitende Apparat (Gehörgang, Mittelohr) als auch der schallempfindende Anteil (Innenohr, Hörnerv) betroffen sind.

Ursachen

Die gemischte Schwerhörigkeit kann durch verschiedene Erkrankungen und Schädigungen verursacht werden. Die wichtigsten Ursachen umfassen:

  • Chronische Mittelohrentzündung (Otitis media chronica): Dauerhafter Entzündungsprozess, der Mittelohr- und Innenohrstrukturen schädigt
  • Otosklerose: Knochenumbau im Mittelohr, der später auch das Innenohr betreffen kann
  • Trommelfellperforation in Kombination mit Innenohrschäden
  • Cholesteatom: Eingewachsenes Plattenepithel im Mittelohr, das benachbarte Strukturen zerstört
  • Trauma: Schutzlärm, Schlag auf das Ohr oder Schädelbasisfraktur
  • Altersbedingte Veränderungen in Kombination mit strukturellen Mittelohrschäden

Symptome

Da H90.6 eine unilaterale (einseitige) Schwerhörigkeit beschreibt, sind die typischen Beschwerden auf ein Ohr begrenzt:

  • Vermindertes Hörvermögen auf einem Ohr
  • Schwierigkeiten beim Sprachverstehen, besonders in geräuschvoller Umgebung
  • Probleme bei der Richtungslokalisation von Geräuschen
  • Mögliches Gefühl von Druckgefühl oder Verstopfung im betroffenen Ohr
  • Gelegentliches Ohrgeräusch (Tinnitus) auf der betroffenen Seite
  • Schwindel kann in einigen Fällen begleitend auftreten

Diagnose

Die Diagnose einer gemischten Schwerhörigkeit erfolgt durch eine umfassende audiologische und HNO-ärztliche Untersuchung:

  • Tonschwellenaudiometrie: Standardtest zur Messung der Hörschwelle bei verschiedenen Frequenzen; zeigt sowohl eine Luftleitungs- als auch eine Knochenleitungsstörung
  • Tympanometrie: Messung der Mittelohrfunktion und des Trommelfellverhaltens
  • Stapediusreflexmessung: Überprüfung der Reflexantwort des Steigbügelmuskels
  • Sprachaudiometrie: Beurteilung des Sprachverstehens
  • Bildgebung (CT oder MRT des Felsenbeins): Bei Verdacht auf strukturelle Veränderungen im Mittel- oder Innenohr

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Schweregrad der Schwerhörigkeit:

Konservative Behandlung

  • Behandlung akuter Entzündungen mit Antibiotika oder abschwellenden Mitteln
  • Hörgeräteversorgung zur Verbesserung des Hörvermögens

Operative Behandlung

  • Tympanoplastik: Chirurgische Rekonstruktion des Trommelfells und der Gehörknöchelchenkette
  • Stapedoplastik bei Otosklerose: Ersatz des verknocherten Steigbügels durch eine Prothese
  • Cholesteatom-Sanierung: Operative Entfernung des Cholesteatoms

Hilfsmittelversorgung

  • Konventionelle Hörgeräte (Hörgeräteakustiker)
  • Knochenverankerte Hörsysteme (z. B. BAHA) bei geeigneten Patienten
  • Cochlea-Implantat bei schwerem Innenohrverlust

Quellen

  1. Weltgesundheitsorganisation (WHO): ICD-10 International Classification of Diseases, 10th Revision. Kapitel VIII: Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes (H60-H95). WHO, Genf.
  2. Boenninghaus H.G., Lenarz T.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, 14. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2012.
  3. Brusis T. et al.: Gemischte Schwerhörigkeit – Diagnostik und Therapie. HNO, Springer Verlag, 2018.

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