H90.7 - Kombinierte beidseitige Schwerhörigkeit
H90.7 ist ein ICD-10-Code für beidseitigen Schallleitungs-Schallempfindungs-Schwerhörigkeit. Er beschreibt eine kombinierte Hörstörung beider Ohren.
Wissenswertes über "H90.7"
H90.7 ist ein ICD-10-Code für beidseitigen Schallleitungs-Schallempfindungs-Schwerhörigkeit. Er beschreibt eine kombinierte Hörstörung beider Ohren.
Was bedeutet der ICD-10-Code H90.7?
Der ICD-10-Code H90.7 steht für eine kombinierte Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit, beidseitig. Das bedeutet, dass bei einem Patienten sowohl eine Schallleitungsstörung (im Außen- oder Mittelohr) als auch eine Schallempfindungsstörung (im Innenohr oder Hörnerv) gleichzeitig auf beiden Seiten vorliegen.
Arten der Schwerhörigkeit
Schallleitungsschwerhörigkeit
Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit ist die Übertragung des Schalls vom Außenohr zum Innenohr beeinträchtigt. Ursachen können Ohrenschmalzpfropfen, Mittelohrentזündungen, Trommelfellperforation oder Verknöcherung der Gehörknöchelchen sein.
Schallempfindungsschwerhörigkeit
Die Schallempfindungsschwerhörigkeit (auch sensorineurale Schwerhörigkeit genannt) betrifft das Innenohr (Cochlea) oder den Hörnerv. Sie kann durch Lärmschäden, Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis), virale Infektionen oder genetische Faktoren verursacht werden.
Ursachen
- Chronische Mittelohrentzündung mit zusätzlicher Innenohrbeteiligung
- Otosklerose mit cochleärer Beteiligung
- Traumatische Schädigungen beider Ohren
- Altersbedingte Hörminderung kombiniert mit Mittelohrveränderungen
- Genetische oder angeborene Störungen
- Längere Einwirkung von Lauml;rm in Verbindung mit Mittelohrerkrankungen
Symptome
- Verminderte Hörschärfe auf beiden Ohren
- Schwierigkeiten beim Sprachverstehen, besonders in lauter Umgebung
- Tinnitus (Ohrgeräusche)
- Gefühl von Ohrenvollheit oder Druck
- Probleme bei der Richtungslokalisation von Geräuschen
Diagnose
Die Diagnose einer kombinierten beidseitigen Schwerhörigkeit wird durch einen HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) gestellt. Folgende Untersuchungen kommen dabei zum Einsatz:
- Tonaudiometrie: Messung der Hörschwelle bei verschiedenen Frequenzen
- Tympanometrie: Untersuchung der Mittelohrfunktion
- Sprachaudiometrie: Beurteilung des Sprachverständnisses
- BERA (Hirnstammaudiometrie): Messung der Aktivität des Hörnervs
- Bildgebung: CT oder MRT bei Verdacht auf strukturelle Veränderungen
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Ausmaß der Hörminderung:
- Höreräte: Bei mittlerer bis schwerer Schwerhörigkeit sind Högeräte (Hörhilfen) die häufigste Maßnahme
- Chirurgische Eingriffe: Bei Mittelohrproblemen (z.B. Tympanoplastik, Stapesplastik)
- Cochlea-Implantat: Bei hochgradiger Schallempfindungsschwerhörigkeit
- Medikamentöse Therapie: Bei entzündlichen Ursachen
- Hörrehabilitation: Logopädische Maßnahmen und Hörtraining
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel VIII, Code H90.7.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): International Classification of Diseases, 10th Revision (ICD-10), Chapter VIII: Diseases of the ear and mastoid process.
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC): Leitlinie Schwerhörigkeit im Erwachsenenalter, 2021.
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