K25.0 - Akutes Magengeschwur mit Blutung
K25.0 ist ein ICD-10-Diagnosecode für ein akutes Magengeschwur mit Blutung. Er beschreibt ein Ulcus ventriculi im akuten Stadium mit hämorrhagischer Komplikation.
Wissenswertes über "K25.0"
K25.0 ist ein ICD-10-Diagnosecode für ein akutes Magengeschwur mit Blutung. Er beschreibt ein Ulcus ventriculi im akuten Stadium mit hämorrhagischer Komplikation.
Was bedeutet der Diagnosecode K25.0?
Der ICD-10-Code K25.0 steht für ein akutes Ulcus ventriculi mit Blutung, also ein akutes Magengeschwur, das mit einer Blutung einhergeht. Der Code gehört zur Gruppe K25 (Ulcus ventriculi) des ICD-10-GM-Klassifikationssystems, das in Deutschland zur medizinischen Diagnosecodierung verwendet wird. Ein Magengeschwur entsteht, wenn die Schutzschicht der Magenschleimhaut geschädigt wird und Magensaft die darunter liegende Gewebeschicht angreift.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen für ein akutes Magengeschwur mit Blutung (K25.0) sind:
- Helicobacter-pylori-Infektion: Das Bakterium Helicobacter pylori schädigt die Magenschleimhaut und ist die häufigste Ursache von Magengeschwuren.
- Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aspirin können die Magenschleimhaut angreifen und Geschwure verursachen.
- Stress: Schwere Erkrankungen, Operationen oder Verletzungen können sogenannte Stressulzera ausloßen.
- Rauchen und Alkohol: Beide Faktoren erhöhen das Risiko für Magengeschwure und verlangsamen die Heilung.
- Zollinger-Ellison-Syndrom: Eine seltene Erkrankung, bei der übermäßig viel Magensaure produziert wird.
Symptome
Ein akutes Magengeschwur mit Blutung kann sich durch verschiedene Beschwerden äußern:
- Blut im Erbrochenen (Hämatemesis): Das Erbrochene kann hellrot oder kaffeesatzartig aussehen.
- Teerartiger Stuhl (Melaena): Schwarzer, klebriger Stuhl ist ein Hinweis auf eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt.
- Oberbauchschmerzen: Brennende oder stechende Schmerzen im Oberbauch, oft nüchtern oder nachts.
- Schwindelgefühl und Schwäche: Als Folge eines größeren Blutverlustes.
- Blassheit und beschleunigter Puls: Zeichen einer möglicherweise ernsthaften Blutung.
Diagnose
Die Diagnose eines Ulcus ventriculi mit Blutung erfolgt in der Regel durch folgende Untersuchungen:
- Ösophagogastroduodenoskopie (Magenspiegelung): Die wichtigste Untersuchung zur direkten Beurteilung der Magenschleimhaut und zur Kontrolle einer aktiven Blutung.
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Gerinnungswerte und Entzündungsmarker helfen, den Schweregrad der Blutung einzuschätzen.
- Helicobacter-pylori-Test: Atemtest, Stuhltest oder Biopsie aus der Magenspiegelung zum Nachweis einer Infektion.
- Bildgebende Verfahren: In seltenen Fällen wird ein Ultraschall oder eine CT-Untersuchung des Bauches durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Blutung und der zugrunde liegenden Ursache:
Notfallbehandlung bei akuter Blutung
- Endoskopische Blutstillung: Im Rahmen der Magenspiegelung wird die Blutungsquelle durch Injektion, Clip oder Wärmekoagulation gestillt.
- Infusionstherapie: Bei Blutverlustsymptomen werden Flüssigkeit und ggf. Bluttransfusionen verabreicht.
Medikamentöse Therapie
- Protonenpumpenhemmer (PPI): Medikamente wie Omeprazol oder Pantoprazol reduzieren die Magensaureproduktion und fördern die Abheilung des Geschwurs.
- Antibiotische Eradikationstherapie: Bei nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion wird eine Kombination aus Antibiotika und einem PPI eingesetzt.
- Absetzen von NSAR: Falls möglich, werden Schmerzmittel, die die Magenwänd angreifen, abgesetzt oder durch magenfreundlichere Alternativen ersetzt.
Chirurgische Behandlung
In seltenen Fällen, bei unkontrollierbarer Blutung oder Perforation (Durchbruch des Geschwurs), ist ein operativer Eingriff notwendig.
Quellen
- Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI, Krankheiten des Verdauungssystems (K00-K93).
- Laine L, Jensen DM. Management of patients with ulcer bleeding. American Journal of Gastroenterology. 2012;107(3):345-360. DOI: 10.1038/ajg.2011.480.
- Malfertheiner P, Megraud F, et al. Management of Helicobacter pylori infection - the Maastricht V/Florence Consensus Report. Gut. 2017;66(1):6-30. DOI: 10.1136/gutjnl-2016-312288.
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