K28.4 – Chronisches gastrojejunales Ulkus | ICD-10
K28.4 ist ein ICD-10-Diagnosecode für ein chronisches, nicht blutungsbedingtes und nicht perforiertes gastrojejunales Ulkus (Magen-Dünndarm-Geschwür).
Wissenswertes über "K28.4"
K28.4 ist ein ICD-10-Diagnosecode für ein chronisches, nicht blutungsbedingtes und nicht perforiertes gastrojejunales Ulkus (Magen-Dünndarm-Geschwür).
Was bedeutet der Diagnosecode K28.4?
Der ICD-10-Code K28.4 steht für ein chronisches gastrojejunales Ulkus ohne Blutung und ohne Perforation. Ein gastrojejunales Ulkus (auch: Anastomosengeschwür oder Ulcus pepticum jejuni) ist ein Geschwür, das sich an der Verbindungsstelle (Anastomose) zwischen dem Magen und dem Jejunum (mittlerer Dünndarmabschnitt) bildet. Dieser Zustand tritt typischerweise nach chirurgischen Eingriffen am Magen auf, bei denen Magen und Dünndarm direkt miteinander verbunden wurden.
Einordnung im ICD-10
Der Code gehört zur Gruppe K28 – Gastrojejunales Ulkus innerhalb des Kapitels XI (Krankheiten des Verdauungssystems). Die vierte Stelle „.4“ präzisiert: chronischer Verlauf, weder akute Blutung noch Perforation (Durchbruch durch die Darmwand) nachweisbar.
Ursachen
Gastrojejunale Ulzera entstehen häufig in Folge bestimmter Operationen am Magen, z. B.:
- Billroth-I- oder Billroth-II-Operation (Magenresektion mit Magenrekonstruktion)
- Gastrojejunostomie (operative Verbindung von Magen und Jejunum, z. B. bei Magenbypass)
Weitere begünstigende Faktoren sind:
- Infektion mit Helicobacter pylori (ein Magenbakterium)
- Regelmäßige Einnahme von NSAR (nicht-steroidalen Antirheumatika, z. B. Ibuprofen, Diclofenac)
- Erhöhte Säureproduktion im Restmagen
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
Symptome
Chronische gastrojejunale Ulzera (K28.4) verlaufen oft ohne akute Komplikationen, können aber folgende Beschwerden verursachen:
- Anhaltende oder wiederkehrende Oberbauchschmerzen, oft nach dem Essen
- Übelkeit und Völlegefühl
- Leichte Verdauungsstörungen
- Unspezifisches Druckgefühl im Bauchraum
- Möglicher Gewichtsverlust bei längerer Erkrankungsdauer
Diagnose
Die Diagnose eines gastrojejunalen Ulkus erfolgt in der Regel durch:
- Endoskopie (Magenspiegelung mit Sichtkontrolle der Anastomose)
- Biopsie (Gewebeprobe zur Untersuchung auf Helicobacter pylori oder bösartige Veränderungen)
- Bildgebende Verfahren (z. B. Röntgenkontrastuntersuchung des Magen-Darm-Trakts)
- Labortests (z. B. Blutbild, Stuhltest auf Helicobacter pylori)
Behandlung
Die Therapie des chronischen gastrojejunalen Ulkus richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad:
- Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol zur Hemmung der Magensäureproduktion
- Antibiotische Eradikationstherapie bei nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion (Triple- oder Quadrupeltherapie)
- Absetzen oder Reduzieren von NSAR bzw. Umstieg auf magenfreundlichere Alternativen
- Lebensstiländerungen: Rauchstopp, Alkoholverzicht, angepasste Ernährung
- In therapieresistenten Fällen: erneute chirurgische Intervention
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI, Gruppe K20–K31.
- Laine L, Takeuchi K, Tarnawski A. Gastric mucosal defense and cytoprotection: bench to bedside. Gastroenterology. 2008;135(1):41–60.
- Malfertheiner P, Megraud F, O'Morain CA et al. Management of Helicobacter pylori infection – the Maastricht V/Florence Consensus Report. Gut. 2017;66(1):6–30.
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