K31.6 - Fistel des Magens oder Duodenums
K31.6 ist ein ICD-10-Diagnosecode für eine Fistel des Magens oder Duodenums. Er beschreibt eine krankhafte Verbindung zwischen dem Magen oder Zwölffingerdarm und benachbarten Organen.
Wissenswertes über "K31.6"
K31.6 ist ein ICD-10-Diagnosecode für eine Fistel des Magens oder Duodenums. Er beschreibt eine krankhafte Verbindung zwischen dem Magen oder Zwölffingerdarm und benachbarten Organen.
Was bedeutet der ICD-10-Code K31.6?
Der ICD-10-Code K31.6 steht für eine Fistel des Magens oder Duodenums (Zwölffingerdarms). Eine Fistel ist ein krankhafter Kanal oder eine unnatürliche Verbindung zwischen zwei Hohlorganen oder zwischen einem Organ und der Körperoberfläche. Im Fall von K31.6 verbindet diese Fistel den Magen oder den Anfangsteil des Dünndarms (Duodenum) mit einem benachbarten Organ oder Gewebe.
Ursachen
Fisteln des Magens oder Duodenums können verschiedene Ursachen haben:
- Peptische Ulzera: Tiefe Magengeschwüre oder Zwölffingerdarmgeschwüre, die durch die Magenwand brechen und dabei eine Verbindung zu benachbarten Strukturen bilden.
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Besonders der Morbus Crohn kann zur Fistelbildung im oberen Magen-Darm-Trakt führen.
- Tumoren: Bösartige oder gutartige Neubildungen können durch Erosion des Gewebes eine Fistel verursachen.
- Postoperative Komplikationen: Nach chirurgischen Eingriffen am Magen oder Duodenum kann es zur Nahtinsuffizienz und damit zur Fistelbildung kommen.
- Traumata: Verletzungen des Bauchraums können ebenfalls zur Entstehung von Fisteln führen.
- Strahlentherapie: Bestrahlung im Bauchbereich kann das Gewebe schädigen und Fistelbildung begünstigen.
Symptome
Die Symptome einer Magen- oder Duodenalfistel hängen von der Lage und der Art der Fistelverbindung ab. Häufige Beschwerden sind:
- Bauchschmerzen und Druckgefühl im Oberbauch
- Übelkeit und Erbrechen
- Gewichtsverlust und Mangelernährung durch gestörte Nährstoffaufnahme
- Blut im Stuhl oder Teerstuhl (bei Blutungsquelle im oberen Magen-Darm-Trakt)
- Fieber und Zeichen einer Entzündung bei infizierten Fisteln
- Austritt von Mageninhalt über die Haut (bei äußeren Fisteln)
- Luftaufstoßen mit Fäkalgeruch (bei gastrokolischer Fistel)
Diagnose
Zur Diagnose einer Fistel nach ICD-10-Code K31.6 werden verschiedene Untersuchungsverfahren eingesetzt:
- Endoskopie (Gastroskopie): Direkte Sichtbarmachung der Fistelöffnung im Magen oder Duodenum mittels einer Magenspiegelung.
- Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel: Darstellung des Fistelgangs durch Verabreichung von Kontrastmittel (z. B. Magenpassage).
- Computertomographie (CT): Schnittbildgebung zur genauen Lokalisation und Beurteilung der Fistel sowie zur Erkennung von Komplikationen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Ergänzend zur CT, besonders bei Weichteilbeteiligung.
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten) und Ernährungsparameter.
Behandlung
Die Therapie von Magen- und Duodenalfisteln richtet sich nach der Ursache, der Größe der Fistel und dem Allgemeinzustand des Patienten:
Konservative Behandlung
- Ernährungstherapie: Parenterale oder enterale Ernährung zur Entlastung des Magen-Darm-Trakts und zur Unterstützung der Heilung.
- Medikamentöse Therapie: Protonenpumpenhemmer (PPI) zur Reduktion der Magensäureproduktion, Antibiotika bei Infektion, sowie Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Immunsuppressiva bei Morbus Crohn).
- Wundmanagement: Pflege äußerer Fistelausgänge zur Vermeidung von Hautschäden und Infektionen.
Endoskopische Behandlung
- Endoskopischer Fistelverschluss mit Clips oder Gewebekleber bei geeigneten Fistelformen.
- Einlage von Stents zur Überbrückung der Fistelöffnung.
Chirurgische Behandlung
- Operative Resektion des betroffenen Gewebes und Fistelgangs bei fehlgeschlagener konservativer oder endoskopischer Therapie.
- Rekonstruktive Eingriffe zur Wiederherstellung der normalen Magenarchitektur.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel K31.6 – Fistel des Magens und des Duodenums.
- Herold, G. et al.: Innere Medizin 2023. Selbstverlag, Köln.
- World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases, 10th Revision (ICD-10). Geneva: WHO.
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