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K55.2 – Angiodysplasie des Kolons erklärt

K55.2 bezeichnet die Angiodysplasie des Kolons – krankhafte Gefäßveränderungen im Dickdarm, die zu Blutungen führen können. Betroffen sind häufig ältere Menschen.

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Wissenswertes über "K55.2"

K55.2 bezeichnet die Angiodysplasie des Kolons – krankhafte Gefäßveränderungen im Dickdarm, die zu Blutungen führen können. Betroffen sind häufig ältere Menschen.

Definition

K55.2 ist ein ICD-10-Diagnosecode und steht für die Angiodysplasie des Kolons (Dickdarms). Dabei handelt es sich um krankhafte, erweiterte und fragile Blutgefäße in der Schleimhaut und Unterschleimhaut des Dickdarms, die zu wiederkehrenden Blutungen führen können. Diese Veränderungen sind in der Regel nicht bösartig, können aber medizinisch bedeutsam sein.

Ursachen

Die genaue Ursache der Angiodysplasie des Kolons ist nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren werden diskutiert:

  • Alterungsprozess: Mit zunehmendem Alter degenerieren die Gefäßwände, was zu Erweiterungen führt.
  • Chronischer Druck: Wiederholte Muskekontraktionen im Dickdarm können zu einer chronischen Minderdurchblutung und damit zu Gefäßveränderungen führen.
  • Herzerkrankungen: Bestimmte Herzklappenfehler (z. B. Aortenstenose) werden mit einem erhöhten Auftreten von Angiodysplasien in Verbindung gebracht (Heyde-Syndrom).
  • Chronische Nierenerkrankung: Auch bei Niereninsuffizienz tritt die Erkrankung häufiger auf.

Symptome

Viele Betroffene haben keine Beschwerden, und die Angiodysplasie wird zufällig entdeckt. Mögliche Symptome sind:

  • Blut im Stuhl (sichtbar oder verborgen)
  • Chronische Blutungsperioden aus dem Darm
  • Blässe, Müdigkeit und Schwindel durch Blutarmut (Anämie)
  • Selten: akute, starke Darmblutung

Diagnose

Die Diagnose wird meist durch bildgebende oder endoskopische Verfahren gestellt:

  • Koloskopie (Darmspiegelung): Goldstandard zur Erkennung charakteristischer gefäßartiger Strukturen in der Darmschleimhaut.
  • Kapselendoskopie: Bei Verdacht auf Blutungsquellen im Dünndarm oder wenn eine Koloskopie nicht möglich ist.
  • Angiographie: Bei aktiven oder schweren Blutungen zur genauen Lokalisation der Blutungsquelle.
  • Blutuntersuchung: Nachweis einer Anämie (z. B. niedriger Hämoglobin- und Ferritinwert).

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Symptome:

Endoskopische Therapie

Bei aktiven oder wiederkehrenden Blutungen wird die Angiodysplasie im Rahmen einer Koloskopie behandelt, z. B. durch:

  • Argon-Plasma-Koagulation (APC): Verlöten der krankhaften Gefäße mit Hilfe von Wärmeenergie.
  • Elektrische Koagulation: Verfahren zur Blutstillung.

Medikamentöse Therapie

Bei wiederkehrenden Blutungen oder wenn eine endoskopische Behandlung nicht möglich ist, kommen folgende Medikamente in Betracht:

  • Hormonelle Therapie (Kombination aus Östrogen und Progesteron) – wissenschaftlich umstritten.
  • Octreotid oder Thalidomid bei schwer behandelbaren Fällen.

Behandlung der Grunderkrankung

Bei assoziierten Erkrankungen wie Herzklappenfehler oder Niereninsuffizienz sollte die Grunderkrankung mitbehandelt werden.

Chirurgische Therapie

In seltenen Fällen, bei schwerer oder unkontrollierbarer Blutung, kann eine operative Entfernung des betroffenen Darmabschnitts notwendig sein.

Quellen

  1. Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – Systematisches Verzeichnis. K55.2 Angiodysplasie des Kolons.
  2. Foutch PG. Angiodysplasia of the gastrointestinal tract. Am J Gastroenterol. 1993;88(6):807-818. PubMed PMID: 8503392.
  3. Lenz CJ, Bick BL, Katzka D, et al. Argon Plasma Coagulation Treatment of Colonic Angiodysplasia: A Single-Center Experience. Gastrointest Endosc. 2017;85(4). DOI: 10.1016/j.gie.2016.12.022.

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