K55.8 – Sonstige Gefäßkrankheiten des Darmes
K55.8 ist ein ICD-10-Diagnoseschlüssel für sonstige Gefäßkrankheiten des Darmes. Er umfasst gefäßbedingte Darmschädigungen, die nicht anderweitig klassifiziert sind.
Wissenswertes über "K55.8"
K55.8 ist ein ICD-10-Diagnoseschlüssel für sonstige Gefäßkrankheiten des Darmes. Er umfasst gefäßbedingte Darmschädigungen, die nicht anderweitig klassifiziert sind.
Was bedeutet der ICD-10-Code K55.8?
Der ICD-10-Code K55.8 steht für sonstige Gefäßkrankheiten des Darmes. Er wird verwendet, wenn eine gefäßbedingte Erkrankung des Darmes vorliegt, die nicht unter eine der spezifischeren Kategorien der Gruppe K55 fällt. Die Gruppe K55 umfasst allgemein vaskuläre Darmerkrankungen – also Erkrankungen, bei denen die Blutversorgung des Darmes gestört oder beeinträchtigt ist.
Ursachen
Gefäßerkrankungen des Darmes können verschiedene Ursachen haben:
- Arteriosklerose: Ablagerungen in den Gefäßwänden führen zu einer verminderten Durchblutung des Darmgewebes.
- Thrombosen oder Embolien: Ein Blutgerinnsel kann ein Darmgefäß verstopfen und so den Blutfluss unterbrechen.
- Vaskulitis: Entzündliche Erkrankungen der Gefäßwände können die Blutversorgung des Darmes beeinträchtigen.
- Hypotonie oder Schockzustände: Ein stark gesunkener Blutdruck kann zu einer unzureichenden Versorgung des Darms führen.
- Systemische Erkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herzinsuffizienz können die Darmgefäße mitschädigen.
Symptome
Die Symptome vaskulärer Darmerkrankungen hängen vom Ausmaß und der Lokalisation der Durchblutungsstörung ab. Häufige Beschwerden sind:
- Bauchschmerzen, oft nach dem Essen (sogenannte Angina abdominalis)
- Blähungen und Darmgeräusche
- Durchfall, teils blutig
- Übelkeit und Erbrechen
- Gewichtsverlust durch vermiedene Nahrungsaufnahme
- Im schweren Fall: akuter Bauch mit Zeichen eines Darminfarkts
Diagnose
Die Diagnose einer vaskulären Darmerkrankung erfordert verschiedene Untersuchungen:
- Bildgebung: Ultraschall (Dopplersonografie), CT-Angiografie oder MRT-Angiografie zur Darstellung der Darmgefäße
- Endoskopie: Darmspiegelung zur Beurteilung der Schleimhaut
- Laborwerte: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten), Laktatwerte als Hinweis auf eine Gewebsunterversorgung
- Angiografie: Direkte Darstellung der Gefäße mit Kontrastmittel
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung:
- Medikamentös: Blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien), Gefäßerweiternde Mittel, Behandlung von Grunderkrankungen
- Interventionell: Katheterbasierte Eingriffe zur Wiedereröffnung verengter oder verschlossener Gefäße
- Operativ: In schweren Fällen chirurgische Eingriffe, z. B. bei Darminfarkt oder Darmteilresektion
- Unterstützend: Ernährungstherapie, bei schwerer Schädigung parenterale Ernährung (Ernährung über die Vene)
Klinische Relevanz
Vaskuläre Darmerkrankungen können lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Ein akuter Mesenterialinfarkt (Darminfarkt durch Verschluss der versorgenden Gefäße) gilt als medizinischer Notfall mit hoher Sterblichkeit. Chronische Formen hingegen verlaufen oft schleichend und werden spät diagnostiziert. Die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren wie Arteriosklerose, Vorhofflimmern oder Gerinnungsstörungen ist daher von besonderer Bedeutung.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI – Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K93), Gruppe K55.
- Kolkman JJ, Mensink PB: Non-occlusive mesenteric ischaemia: a common disorder in gastroenterology and intensive care. Best Pract Res Clin Gastroenterol. 2003;17(3):457–473.
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG): Akute und chronische mesenterialer Ischämie, AWMF-Register.
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