K57.4 - Divertikulitis mit Perforation & Abszess
K57.4 ist ein ICD-10-Diagnosecode für Divertikulitis des Dickdarms mit Perforation und Abszess. Dabei entzünden sich Darmausstülpungen und können zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Wissenswertes über "K57.4"
K57.4 ist ein ICD-10-Diagnosecode für Divertikulitis des Dickdarms mit Perforation und Abszess. Dabei entzünden sich Darmausstülpungen und können zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Was bedeutet der ICD-10-Code K57.4?
Der ICD-10-Code K57.4 steht für Divertikulitis des Dickdarms mit Perforation und Abszess. Er gehört zur Gruppe der Divertikelkrankheiten des Darms (K57) und beschreibt eine schwerwiegende, akute Verlaufsform, bei der sich entzündete Darmausstülpungen (Divertikel) öffnen oder einen eitrigen Hohlraum (Abszess) bilden.
Hintergrund: Was sind Divertikel?
Divertikel sind kleine, sackförmige Ausstülpungen der Darmwand, die vor allem im Dickdarm (Kolon), häufig im Sigma, auftreten. Wenn diese Ausstülpungen sich entzünden, spricht man von einer Divertikulitis. Komplizierte Verläufe wie bei K57.4 umfassen eine Perforation (Durchbruch der Darmwand) sowie die Bildung eines Abszesses (eingekapselte Eiteransammlung im Bauchraum).
Ursachen
Die Entstehung von Divertikeln und deren Entzündung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Ballaststoffarme Ernährung und chronische Verstopfung
- Erhöhter Druck im Dickdarm durch mangelnde Stuhlfüllung
- Zunehmendes Alter (Divertikel sind bei älteren Menschen häufiger)
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Genetische Veranlagung
Symptome
Bei einer komplizierten Divertikulitis gemäß K57.4 können folgende Beschwerden auftreten:
- Starke, oft linksseitige Bauchschmerzen
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Übelkeit und Erbrechen
- Veränderungen des Stuhlgangs (Durchfall oder Verstopfung)
- Druckschmerz und Abwehrspannung im Bauch (Hinweis auf Peritonitis)
- In schweren Fällen: Zeichen eines akuten Abdomens
Diagnose
Zur Sicherung der Diagnose und Einschätzung des Schweregrads werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Laboruntersuchungen: Blutbild, CRP (Entzündungsmarker), Leukozyten
- Computertomographie (CT) des Abdomens: Goldstandard zur Darstellung von Abszessen, Perforationen und Ausdehnung der Entzündung
- Ultraschall: Erste orientierend eingesetzte Bildgebung
- Koloskopie: Erst nach Abklingen der akuten Phase empfohlen
Behandlung
Die Therapie von K57.4 richtet sich nach dem Schweregrad und erfordert in der Regel eine stationäre Behandlung:
Konservative Behandlung
- Antibiotische Therapie (z.B. mit Metronidazol und Cephalosporinen)
- Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz oder parenterale Ernährung
- Schmerztherapie
Interventionelle Behandlung
- Perkutane Abszessdrainage: Bildgestützte Drainage eines Abszesses durch die Haut
Operative Behandlung
- Chirurgischer Eingriff: Bei Perforation mit freier Peritonitis (Bauchfellentzündung) oder nicht beherrschbarem Abszess ist oft eine notfallmäßige Operation notwendig. Häufig wird das betroffene Darmsegment entfernt (Sigmaresektion).
- Gegebenenfalls Anlage eines künstlichen Darmausgangs (Kolostomie) als Überbrückung
Verlauf und Prognose
K57.4 ist ein medizinischer Notfall und muss umgehend behandelt werden. Bei frühzeitiger und adäquater Therapie ist die Prognose günstig. Unbehandelt kann eine generalisierte Peritonitis (Bauchfellentzündung) oder eine lebensbedrohliche Sepsis entstehen. Nach Überstehen der Erkrankung empfehlen Leitlinien eine kolonoskopische Kontrolluntersuchung sowie langfristige Ernährungsumstellung.
Quellen
- Leifeld L. et al. - S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit/Divertikulitis, AWMF-Register-Nr. 021-020, Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (2022).
- World Health Organization (WHO) - International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision (ICD-10), Code K57.4.
- Feingold D. et al. - Practice Parameters for the Treatment of Sigmoid Diverticulitis. Diseases of the Colon & Rectum, 57(3):284-294 (2014).
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