L08.1 Erythrasma: ICD-10-Code erklärt
L08.1 ist der ICD-10-Code für Erythrasma, eine bakterielle Hautinfektion durch Corynebacterium minutissimum mit rötlich-braunen Hautflächen.
Wissenswertes über "L08.1"
L08.1 ist der ICD-10-Code für Erythrasma, eine bakterielle Hautinfektion durch Corynebacterium minutissimum mit rötlich-braunen Hautflächen.
Was ist L08.1 (Erythrasma)?
L08.1 ist der Diagnoseschlüssel aus dem ICD-10-Klassifikationssystem (Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision) und steht für Erythrasma. Hierbei handelt es sich um eine oberflächliche, bakterielle Hautinfektion, die durch das Bakterium Corynebacterium minutissimum verursacht wird. Die Erkrankung betrifft bevorzugt Hautfalten und feuchte Körperstellen wie die Leistengegend, Achselhöhlen, den Bereich zwischen den Zehen sowie unter den Brüsten.
Ursachen
Das Erythrasma wird durch das gram-positive Stäbchenbakterium Corynebacterium minutissimum ausgelöst, das zur normalen Hautflora gehört. Unter bestimmten Bedingungen kann es sich jedoch krankhaft vermehren. Begünstigende Faktoren sind:
- Feuchtigkeit und Wärme in Hautfalten
- Starkes Schwitzen (Hyperhidrose)
- Adipositas (starkes Übergewicht)
- Diabetes mellitus
- Gesächwtes Immunsystem
- Enge, nicht atmungsaktive Kleidung
- Mangelnde Hautpflege oder Hygieneprobleme
Symptome
Die typischen Krankheitszeichen des Erythrasmas umfassen:
- Rötlich-braune bis ziegelrote Hautflecken mit unscharf begrenzten Rändern
- Leicht schuppige oder runzelige Oberfläche der betroffenen Hautareale
- Juckreiz (Pruritus), der jedoch meist mild ausgeprägt ist
- Häufig asymptomatischer Verlauf, d. h. keine Beschwerden
- Bevorzugte Lokalisation in Leiste, Achsel, Zehenzwischenräumen und anderen Hautfalten
Diagnose
Die Diagnose des Erythrasmas erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung. Ein entscheidendes diagnostisches Hilfsmittel ist die Wood-Lampe (UV-Lampe): Unter ultraviolettem Licht zeigen die betroffenen Hautbereiche eine charakteristische korallenrote Fluoreszenz, die durch das von den Bakterien produzierte Koproporphyrin III entsteht. Bei Bedarf kann auch ein Abstrich oder eine Hautbiopsie zur mikrobiologischen Untersuchung entnommen werden.
Behandlung
Das Erythrasma ist gut behandelbar. Die Therapieansätze umfassen:
Lokale (topische) Therapie
- Erythromycin-Creme oder -Gel (topisches Antibiotikum)
- Clindamycin-Lotion
- Azol-Antimykotika wie Miconazol oder Clotrimazol (bei gleichzeitiger Pilzinfektion)
- Fusidinsäure-Präparate
Systemische Therapie
- Orales Erythromycin oder Clarithromycin bei ausgedehntem Befall oder fehlendem Ansprechen auf topische Mittel
Allgemeine Maßnahmen
- Sorgfältige Hautpflege und Trockenhaltung der betroffenen Stellen
- Atmungsaktive Kleidung tragen
- Einstellung eines bestehenden Diabetes mellitus
- Gewichtsreduktion bei Adipositas
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM, Kapitel XII: Krankheiten der Haut und der Unterhaut (L00-L99), L08.1 Erythrasma.
- Plewig G., Ruzicka T., Kaufmann R., Hertl M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. 7. Auflage, Springer Verlag, 2018.
- Hay R.J. et al.: Skin infections. In: Griffiths C. et al. (Hrsg.): Rook's Textbook of Dermatology. 9. Auflage, Wiley-Blackwell, 2016.
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