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M49.5 – Wirbelkörperkollaps: Ursachen & Therapie

M49.5 bezeichnet nach ICD-10 den Wirbelkörperkollaps bei andernorts klassifizierten Krankheiten. Dabei bricht ein Wirbelkörper infolge einer Grunderkrankung zusammen.

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Wissenswertes über "M49.5"

M49.5 bezeichnet nach ICD-10 den Wirbelkörperkollaps bei andernorts klassifizierten Krankheiten. Dabei bricht ein Wirbelkörper infolge einer Grunderkrankung zusammen.

Was ist M49.5?

Der ICD-10-Code M49.5 steht für den Wirbelkörperkollaps bei andernorts klassifizierten Krankheiten. Damit wird ein Zustand beschrieben, bei dem ein oder mehrere Wirbelkörper der Wirbelsäule strukturell versagen und zusammenbrechen – nicht als primäre Erkrankung, sondern als Folge einer anderen, bereits bekannten oder gleichzeitig kodierten Grundkrankheit. Der Code M49.5 wird daher immer in Kombination mit dem Code der ursächlichen Erkrankung verwendet.

Ursachen

Ein Wirbelkörperkollaps kann durch verschiedene Grunderkrankungen verursacht werden, die die Stabilität der Wirbelkörper beeinträchtigen:

  • Osteoporose: Die häufigste Ursache. Durch den Verlust an Knochendichte werden die Wirbelkörper fragil und können bereits bei geringster Belastung kollabieren (osteoporotische Wirbelkörperfraktur).
  • Tumorerkrankungen: Primäre Knochentumoren oder Knochenmetastasen (z. B. bei Brust-, Prostata- oder Lungenkrebs) können die Wirbelkörperstruktur zerstören.
  • Multiples Myelom: Diese Krebserkrankung des Knochenmarks führt häufig zu Wirbelkörpereinbrüchen.
  • Tuberkulose der Wirbelsäule (Spondylitis tuberculosa, Morbus Pott): Eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis kann die Wirbelkörper zerstören.
  • Andere Infektionen: Bakterielle Spondylodiszitis (Wirbelkörper-Bandscheiben-Infektion) kann zur strukturellen Zerstörung führen.
  • Langzeittherapie mit Kortikosteroiden: Eine dauerhafte Einnahme von Kortisonpräparaten kann die Knochendichte erheblich reduzieren und das Frakturrisiko erhöhen.

Symptome

Die Beschwerden hängen von der betroffenen Höhe der Wirbelsäule, dem Ausmaß des Kollapses und der Grunderkrankung ab. Typische Symptome sind:

  • Plötzlich einsetzende, starke Rückenschmerzen (oft ohne erkennbares Trauma)
  • Schmerzverschlimmerung bei Belastung, Stehen oder Gehen
  • Abnahme der Körpergröße und Entstehung eines Rundrückens (Kyphose)
  • Einschränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule
  • Im schweren Fall: Nervenwurzelkompression mit ausstrahlenden Schmerzen in Arme oder Beine
  • In seltenen Fällen: Rückenmarkkompression mit neurologischen Ausfällen (Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen)

Diagnose

Die Diagnose eines Wirbelkörperkollaps erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:

  • Röntgenaufnahme der Wirbelsäule: Erste Bildgebung zum Nachweis einer Höhenminderung oder Deformierung des Wirbelkörpers.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Goldstandard zur Beurteilung des Ausmaßes des Kollapses, zur Differenzierung zwischen frischer und alter Fraktur sowie zum Ausschluss einer malignen Ursache.
  • Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung der Knochenstruktur, besonders zur OP-Planung.
  • Knochendichtemessung (DXA): Zur Beurteilung einer zugrunde liegenden Osteoporose.
  • Laboruntersuchungen und Biopsie: Bei Verdacht auf Tumor oder Infektion zur Sicherung der Grunddiagnose.

Behandlung

Die Therapie richtet sich immer primär gegen die Grunderkrankung und gleichzeitig gegen die Beschwerden des Wirbelkörperkollaps.

Konservative Behandlung

  • Schmerztherapie mit Analgetika (z. B. nicht-steroidale Antirheumatika, Opioide bei starken Schmerzen)
  • Kurzzeitige Ruhigstellung, anschließend gezielte Physiotherapie zur Stabilisierung der Rumpfmuskulatur
  • Orthopädische Hilfsmittel wie Orthesen oder Korsetts zur Entlastung
  • Behandlung der Osteoporose mit Bisphosphonaten, Denosumab oder anderen osteoanabolen Substanzen

Minimalinvasive Eingriffe

  • Vertebroplastie: Einspritzen von Knochenzement in den kollabierten Wirbelkörper zur Schmerzreduktion und Stabilisierung.
  • Kyphoplastie (Ballonkyphoplastie): Ein Ballon wird in den Wirbelkörper eingeführt, aufgeblasen und danach mit Knochenzement gefüllt, um Höhe wiederherzustellen und den Schmerz zu lindern.

Operative Behandlung

  • Bei neurologischen Ausfällen oder instabilen Frakturen kann eine operative Stabilisierung (z. B. dorsale Instrumentierung, Wirbelkörperersatz) notwendig sein.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XIII – M49.5 Wirbelkörperkollaps bei andernorts klassifizierten Krankheiten.
  2. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose, AWMF-Register Nr. 183-001, 2023.
  3. Vaccaro AR et al.: Spine Trauma – Surgical Techniques. Thieme Verlag, 2021.

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