N92.4 – Prämenopausale Blutungsstörung
N92.4 bezeichnet prämenopausale Menorrhagie und Metrorrhagie – starke oder unregelmäßige Uterusblutungen in den Wechseljahren. ICD-10-Code für Blutungsstörungen.
Wissenswertes über "N92.4"
N92.4 bezeichnet prämenopausale Menorrhagie und Metrorrhagie – starke oder unregelmäßige Uterusblutungen in den Wechseljahren. ICD-10-Code für Blutungsstörungen.
Was bedeutet der ICD-10-Code N92.4?
Der ICD-10-Code N92.4 steht für Menorrhagie und Metrorrhagie in der Prämenopause. Damit werden abnorme Uterusblutungen bei Frauen kodiert, die sich in der Übergangsphase zur Menopause (dem sogenannten Klimakterium) befinden. Charakteristisch sind entweder Menorrhagie (besonders starke oder verlängerte Regelblutungen) oder Metrorrhagie (unregulierte, azyklische Blutungen zwischen den Perioden) bzw. eine Kombination aus beidem.
Ursachen
In der Prämenopause verändern sich die hormonellen Verhältnisse erheblich. Die schwankenden Östrogen- und Progesteronspiegel können zu Blutungsstörungen führen. Mögliche Ursachen umfassen:
- Hormonelle Dysbalance: Mangelnde Ovulation führt zu einem relativen Östrogenexzess und Progesteronmangel.
- Uterusmyome: Gutartige Muskelgeschwulste der Gebärmutter, die Blutungen verstärken können.
- Endometriumpolypen: Gutartige Schleimhautwucherungen in der Gebärmutterhöhle.
- Adenomyose: Einwachsen von Gebärmutterschleimhaut in die Muskulatur der Gebärmutter.
- Endometriumhyperplasie: Verdickung der Gebärmutterschleimhaut durch Östrogeneinfluss.
- Gerinnungsstörungen: Erkrankungen wie das Von-Willebrand-Syndrom können ebenfalls vorliegen.
- Selten maligne Ursachen: Ein Endometriumkarzinom muss bei postmenopausalen oder unklaren Blutungen ausgeschlossen werden.
Symptome
Die Hauptsymptome im Rahmen von N92.4 sind:
- Sehr starke Regelblutungen (Wechsel der Binde oder des Tampons im Stundenrhythmus)
- Verlängerte Blutungsdauer (über 7 Tage)
- Zwischenblutungen oder Schmierblutungen
- Blutungsbedingte Anamie mit Müdigkeit, Blässe und Leistungsabfall
- Unterleibsschmerzen oder Druckgefühl
Diagnose
Die Diagnosestellung erfolgt durch den Gynäkologen und umfasst in der Regel:
- Anamnese: Genaue Erfassung der Blutungsstärke, -dauer und -häufigkeit.
- Gynäkologische Untersuchung inklusive Pap-Abstrich
- Transvaginaler Ultraschall: Beurteilung von Endometriumdicke, Myomen und Polypen.
- Blutbild und Gerinnungsstatus: Ausschluss einer Anämie und Gerinnungsstörung.
- Hormonstatus: FSH, LH, Östradiol, Progesteron, TSH (Schilddrüse).
- Hysteroskopie und Endometriumbiopsie: Bei Verdacht auf strukturelle Veränderungen oder malignen Prozess.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Leidensdruck der Patientin:
Konservative Therapie
- Hormonelle Therapie: Gestagene (Progesteron-Präparate), kombinierte orale Kontrazeptiva oder Hormon-Intrauterinpessar (z. B. Mirena) zur Blutungsregulierung.
- Nicht-hormonelle Therapie: Tranexamsäure zur Blutungsreduktion, nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) bei schmerzhafter Blutung.
- Eisensubstitution: Bei nachgewiesener Eisenmangelanämie.
Operative Therapie
- Hysteroskopische Polyp- oder Myomentfernung
- Endometriumablation: Zerstörung der Gebärmutterschleimhaut bei therapieresistenten Blutungen.
- Hysterektomie: Entfernung der Gebärmutter als letzte Option bei schwerem, therapieresistentem Verlauf.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – N92 Zu starke, zu häufige und unregulierte Menstruation. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2024.
- Munro MG et al.: FIGO classification system (PALM-COEIN) for causes of abnormal uterine bleeding in nongravid women of reproductive age. International Journal of Gynaecology and Obstetrics, 2011; 113(1): 3–13.
- AWMF S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Endometriumhyperplasie. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Registernummer 015-056, 2022.
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