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Narbengewebe: Entstehung, Arten und Behandlung

Narbengewebe entsteht nach Verletzungen oder Operationen als Teil der natürlichen Wundheilung. Es besteht aus Bindegewebe und kann Aussehen sowie Funktion der Haut beeinflussen.

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Wissenswertes über "Narbengewebe"

Narbengewebe entsteht nach Verletzungen oder Operationen als Teil der natürlichen Wundheilung. Es besteht aus Bindegewebe und kann Aussehen sowie Funktion der Haut beeinflussen.

Was ist Narbengewebe?

Narbengewebe ist das Ergebnis des natürlichen Heilungsprozesses des Körpers nach einer Verletzung, Operation oder Entzündung. Wenn die Haut oder tiefere Gewebeschichten beschädigt werden, ersetzt der Körper das zerstörte Gewebe durch neu gebildetes Bindegewebe, das reich an Kollagenfasern ist. Dieses neu gebildete Gewebe wird als Narbengewebe bezeichnet. Es unterscheidet sich in Struktur, Aussehen und Funktion vom ursprünglichen, gesunden Gewebe.

Entstehung von Narbengewebe

Die Bildung von Narbengewebe verläuft in mehreren Phasen der Wundheilung:

  • Entzündungsphase: Unmittelbar nach einer Verletzung beginnt der Körper mit einer Entzündungsreaktion, um Bakterien abzuwehren und abgestorbenes Gewebe zu entfernen.
  • Proliferationsphase: Spezielle Zellen, sogenannte Fibroblasten, wandern in die Wunde ein und produzieren Kollagen, um die Gewebelücke zu schließen.
  • Remodellierungsphase: Das neu gebildete Kollagengewebe wird über Monate bis Jahre umgebaut und verdichtet. Die Narbe verändert dabei ihr Aussehen und ihre Beschaffenheit.

Arten von Narbengewebe

Normale Narben

Normale Narben sind flach, blass und verursachen keine größeren Beschwerden. Sie entstehen bei unkomplizierter Wundheilung und verändern sich im Laufe der Zeit positiv.

Hypertrophe Narben

Hypertrophe Narben sind erhaben und wulstig, bleiben aber auf den Bereich der ursprünglichen Wunde begrenzt. Sie entstehen durch eine überschießende Kollagenproduktion und können Juckreiz oder Spannungsgefühle verursachen.

Keloide

Keloide sind eine besondere Form der Narbenbildung, bei der das Narbengewebe über die Wundgrenzen hinauswächst. Sie sind oft schmerzhaft, juckend und neigen zu Rückfällen nach Behandlung. Keloide treten häufiger bei Menschen mit dunklerer Hautfarbe auf.

Atrophe Narben

Atrophe Narben liegen unterhalb des normalen Hautniveaus und entstehen, wenn zu wenig Kollagen produziert wird. Typische Beispiele sind Aknenarben oder Narben nach Windpocken.

Kontrakturnarben

Kontrakturnarben entstehen häufig nach Verbrennungen und können die Beweglichkeit einschränken, da das Narbengewebe die Haut zusammenzieht und die Gelenke in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Symptome und Beschwerden

Narbengewebe kann verschiedene Beschwerden verursachen, darunter:

  • Juckreiz und Brennen im Narbenbereich
  • Spannungsgefühl und eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schmerzen, insbesondere bei Keloiden und hypertrophen Narben
  • Veränderungen des Hautbildes, die psychische Belastungen auslösen können
  • Funktionelle Einschränkungen bei Narben über Gelenken

Diagnose

Die Diagnose von Narbengewebe erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung durch einen Arzt oder Dermatologen. In besonderen Fällen kann eine Biopsie (Gewebeentnahme) notwendig sein, um die Art des Narbengewebes zu bestimmen oder andere Erkrankungen auszuschließen. Bei tief liegendem Narbengewebe, zum Beispiel nach inneren Operationen, können bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eingesetzt werden.

Behandlung von Narbengewebe

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, je nach Art und Schwere des Narbengewebes:

Konservative Behandlungen

  • Silikonpflaster und Silikongelfolien: Diese können die Narbe abflachen und Juckreiz reduzieren.
  • Kompressionsverbände: Werden vor allem bei hypertrophen Narben und Keloiden eingesetzt, um das Wachstum zu hemmen.
  • Narbenmassage: Regelmäßiges Massieren kann die Durchblutung fördern und das Gewebe lockern.
  • Kortikosteroide: Intraläsionale Injektionen von Kortikosteroiden können das Narbengewebe abflachen und Entzündungen reduzieren.

Medizinisch-ästhetische Behandlungen

  • Lasertherapie: Verschiedene Laserverfahren können das Erscheinungsbild von Narben verbessern und Rötungen reduzieren.
  • Mikroneedling: Feine Nadeln stimulieren die Kollagenproduktion und können atrophe Narben aufpolstern.
  • Chemische Peelings: Fruchtsäure- oder Trichloressigsäure-Peelings können die Narbenoberfläche glätten.

Chirurgische Behandlungen

  • Narbenkorrektur: Operative Eingriffe können bei stark entstellenden oder funktionell einschränkenden Narben notwendig sein.
  • Hauttransplantation: Bei großflächigen Narben, zum Beispiel nach Verbrennungen, kann eine Transplantation gesunder Haut erforderlich sein.

Vorbeugung

Eine optimale Wundversorgung kann die Narbenbildung minimieren. Dazu gehören:

  • Saubere und feuchte Wundabdeckung in der Heilungsphase
  • Schutz der Wunde vor Sonneneinstrahlung
  • Verzicht auf Rauchen, da Nikotin die Wundheilung verzögert
  • Frühzeitige Behandlung von Entzündungen und Infektionen

Quellen

  1. Dissemond, J. et al. - Moderne Wundversorgung, Springer Medizin Verlag, 7. Auflage (2020).
  2. Gauglitz, G.G. et al. - Hypertrophic Scarring and Keloids: Pathomechanisms and Current and Emerging Treatment Strategies. Molecular Medicine, 17(1-2): 113-125 (2011). PubMed PMID: 20927486.
  3. Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Burns: Fact Sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/burns (2018).

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