S23.3 – Luxation eines Brustwirbels | ICD-10
S23.3 ist ein ICD-10-Code für die Luxation eines Brustwirbels. Er bezeichnet die traumatische Verrenkung eines oder mehrerer Brustwirbel infolge von Verletzungen.
Wissenswertes über "S23.3"
S23.3 ist ein ICD-10-Code für die Luxation eines Brustwirbels. Er bezeichnet die traumatische Verrenkung eines oder mehrerer Brustwirbel infolge von Verletzungen.
Was bedeutet der ICD-10-Code S23.3?
Der ICD-10-Code S23.3 steht für die Luxation eines Brustwirbels (Dislokation im Bereich der Brustwirbelsäule). Eine Luxation beschreibt die vollständige Verrenkung eines Gelenks, bei der die Gelenkflächen dauerhaft den Kontakt verlieren. Im Bereich der Wirbelsäule bedeutet dies, dass zwei benachbarte Wirbelkörper durch äußere Krafteinwirkung aus ihrer normalen Position verschoben wurden.
Ursachen
Eine Brustwirbelluxation entsteht in der Regel durch schwere Traumata, beispielsweise:
- Verkehrsunfälle (insbesondere bei Aufprall oder Schleuderverletzungen)
- Stürze aus großer Höhe
- Sportunfälle (z. B. beim Reiten, Kampfsport oder Extremsport)
- Direkte Gewalteinwirkung auf den Rücken
Die Brustwirbelsäule ist durch den Brustkorb relativ stabilisiert, weshalb Luxationen hier seltener vorkommen als in der Hals- oder Lendenwirbelsäule, aber bei auftretenden Verletzungen oft sehr schwerwiegend sind.
Symptome
Je nach Ausmaß der Verletzung können folgende Symptome auftreten:
- Starke Schmerzen im Bereich des Brustkorbs und des Rückens
- Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule
- Lokale Schwellung und Druckschmerz
- Neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen (bei Beteiligung des Rückenmarks)
- Im schlimmsten Fall eine Querschnittlähmung (Paraplegie)
Diagnose
Die Diagnose einer Brustwirbelluxation erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Neurologischer Status, Schmerzlokalisation, Bewegungsprüfung
- Röntgenaufnahmen der Brustwirbelsäule in zwei Ebenen
- Computertomographie (CT): Zur genauen Beurteilung der knöchernen Strukturen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Zur Beurteilung von Rückenmark, Bandscheiben und Bändern
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Luxation und einer möglichen Rückenmarksbeteiligung:
Konservative Behandlung
Bei stabilen Verletzungen ohne neurologische Ausfälle kann eine konservative Therapie mit Ruhigstellung, Schmerzmedikation und physiotherapeutischer Nachbehandlung in Betracht gezogen werden.
Operative Behandlung
Bei instabilen Luxationen oder neurologischen Defiziten ist meist eine operative Stabilisierung der Wirbelsäule erforderlich. Dies umfasst:
- Reposition (Zurücksetzen der Wirbelkörper in ihre anatomische Position)
- Stabilisierung durch Schrauben-Stab-Systeme oder Platten
- Gegebenenfalls Dekompression des Rückenmarks
Rehabilitation
Nach der Akutbehandlung ist eine intensive Rehabilitationsmaßnahme notwendig. Bei neurologischen Schäden umfasst diese Physiotherapie, Ergotherapie und ggf. eine neurologische Rehabilitation.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – Kapitel S23: Luxation, Verstauchung und Zerrung von Gelenken und Bändern der Brustwirbelsäule. www.bfarm.de
- Magerl F, Aebi M, Gertzbein SD et al. – A comprehensive classification of thoracic and lumbar injuries. European Spine Journal, 1994;3(4):184–201.
- World Health Organization (WHO): International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision (ICD-10). Geneva: WHO, 2019.
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