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Schambeinentzündung (Osteitis pubis): Ursachen & Therapie

Die Schambeinentzündung (Osteitis pubis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Schambeinfuge und des umliegenden Knochens. Sie tritt häufig bei Sportlern auf und äußert sich durch Leisten- und Beckenschmerzen.

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Wissenswertes über "Schambeinentzündung (Osteitis pubis)"

Die Schambeinentzündung (Osteitis pubis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Schambeinfuge und des umliegenden Knochens. Sie tritt häufig bei Sportlern auf und äußert sich durch Leisten- und Beckenschmerzen.

Was ist eine Schambeinentzündung (Osteitis pubis)?

Die Schambeinentzündung, medizinisch als Osteitis pubis bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung der Schambeinfuge (Symphysis pubica) und der angrenzenden Knochenstrukturen des Schambeins. Die Schambeinfuge ist die knorpelige Verbindung zwischen den beiden Schambeinästen im vorderen Bereich des Beckens. Bei einer Osteitis pubis kommt es zu einer Reizung und Entzündung dieser Region, die mit charakteristischen Schmerzen im Leisten-, Scham- und Beckenbereich einhergeht.

Ursachen

Die Osteitis pubis kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Man unterscheidet sportlich bedingte von nicht-sportlich bedingten Ursachen:

  • Sportliche Überlastung: Besonders häufig bei Fußballspielern, Läufern, Hockeyspielern und anderen Ausdauer- oder Kontaktsportlern. Wiederholte Belastungen der Adduktoren und Bauchmuskulatur führen zu Zugkräften an der Schambeinfuge.
  • Muskuläre Dysbalancen: Ein Ungleichgewicht zwischen Adduktoren, Bauchmuskulatur und Hüftbeugern erhöht die mechanische Belastung der Symphyse.
  • Schwangerschaft und Geburt: Hormonell bedingte Lockerung des Beckenringes sowie Belastungen während der Geburt können eine Entzündung der Schambeinfuge auslösen.
  • Operationen im Beckenbereich: Eingriffe wie radikale Prostatektomie, gynäkologische Operationen oder Hernienoperationen können die Symphyse reizen.
  • Infektionen: In seltenen Fällen kann eine bakterielle Infektion (septische Osteitis pubis) ursächlich sein, etwa nach urologischen Eingriffen.
  • Rheuma und entzündliche Erkrankungen: Systemische Entzündungserkrankungen wie die ankylosierende Spondylitis können ebenfalls die Schambeinfuge betreffen.

Symptome

Das Leitsymptom der Osteitis pubis ist ein tiefer, bohrende Schmerz im Bereich der Schambeinfuge, der in die Leisten, den Unterbauch, die Innenseiten der Oberschenkel oder den Damm ausstrahlen kann. Typische Beschwerden sind:

  • Druckschmerz direkt über der Symphyse
  • Schmerzen beim Gehen, Treppensteigen, Beinanheben oder Spreizen der Beine
  • Schmerzhafte Adduktoren (innere Oberschenkelmuskulatur)
  • Watschelgang oder breitbeiniges Gangbild bei stärkeren Beschwerden
  • Schmerzzunahme bei sportlicher Belastung, insbesondere Sprinten, Schießen oder Richtungswechsel
  • Morgendliche Steifigkeit im Beckenbereich

Diagnose

Die Diagnose der Osteitis pubis erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:

  • Klinische Untersuchung: Typischer Druckschmerz über der Schambeinfuge, schmerzhafte Adduktorentests (z. B. Adduktoren-Squeeze-Test).
  • Röntgenaufnahme: Im Verlauf können Unregelmäßigkeiten, Sklerosierungen oder Erosionen an der Symphyse sichtbar werden.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Goldstandard der Bildgebung, zeigt frühzeitig Knochenmarködem, Knorpelveränderungen und Weichteilbeteiligung.
  • Ultraschall: Kann zur Beurteilung von Weichteilstrukturen und als Orientierung für Injektionen eingesetzt werden.
  • Laboruntersuchungen: Bei Verdacht auf infektiöse oder rheumatische Ursachen werden Entzündungsmarker (CRP, BSG) sowie Blutbild bestimmt.

Behandlung

Konservative Therapie

Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen spricht gut auf konservative Maßnahmen an. Die Behandlung umfasst:

  • Sportpause und Belastungsreduktion: Konsequente Schonung ist die wichtigste Erstmaßnahme. Der Wiedereinstieg in den Sport sollte schrittweise erfolgen.
  • Physiotherapie: Gezieltes Kräftigen der Rumpf-, Hüft- und Beckenbodenmuskulatur sowie Dehnung der Adduktoren zur Behebung muskulärer Dysbalancen.
  • Medikamentöse Therapie: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können Schmerzen und Entzündung lindern.
  • Kortison-Injektionen: Lokale Infiltrationen mit Kortikosteroiden in die Symphyse können bei anhaltenden Beschwerden wirksam sein.
  • Stoßwellentherapie: Extrakorporale Stoßwellen können die Heilung fördern und Schmerzen reduzieren.
  • Platelet-Rich Plasma (PRP): Eigenblutinjektionen in die Symphyse werden zunehmend eingesetzt und zeigen in Studien vielversprechende Ergebnisse.

Operative Therapie

Nur bei sehr hartnäckigen, therapieresistenten Verläufen kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Dabei wird die Schambeinfuge chirurgisch stabilisiert (Arthrodese) oder Knochengewebe abgetragen (Kürettage). Operationen sind jedoch selten notwendig.

Verlauf und Prognose

Die Osteitis pubis heilt bei konsequenter Behandlung in der Regel vollständig aus. Allerdings kann die Genesungszeit mehrere Wochen bis Monate betragen. Bei Sportlern ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend, um Chronifizierung zu vermeiden. Rückfälle kommen vor, wenn ein zu früher Wiedereinstieg in den Sport oder die Ursachen nicht ausreichend behandelt werden.

Quellen

  1. Maffulli N, Loppini M, Longo UG et al. - Osteitis pubis in professional soccer players: a systematic review. British Journal of Sports Medicine, 2016.
  2. Hiti CJ, Stevens KJ, Jamati MK et al. - Athletic osteitis pubis. Sports Medicine, 2011; 41(5):361-376.
  3. Bharam S, Draovitch P, Fu FH - Osteitis pubis. In: DeLee, Drez & Miller's Orthopaedic Sports Medicine. Elsevier, 2015.

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