K25.4 – Chronisches Magengeschwür ohne Blutung
K25.4 ist ein ICD-10-Diagnosecode für ein chronisches Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ohne Blutung und ohne Perforation.
Wissenswertes über "K25.4"
K25.4 ist ein ICD-10-Diagnosecode für ein chronisches Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ohne Blutung und ohne Perforation.
Was bedeutet der ICD-10-Code K25.4?
Der ICD-10-Code K25.4 steht für ein chronisches Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ohne Blutung und ohne Perforation. Es handelt sich um eine Wunde (Ulzeration) in der Magenschleimhaut, die über längere Zeit bestehen bleibt und sich in die tieferen Schichten der Magenwand ausdehnen kann. Der Code gehört zur ICD-10-Gruppe K25 (Ulcus ventriculi) und beschreibt die chronische Verlaufsform ohne akute Komplikationen wie Blutungen oder Durchbruch der Magenwand.
Ursachen
Ein chronisches Magengeschwür entsteht, wenn das Gleichgewicht zwischen magensäurebildenden und magenschleimhautschützenden Faktoren gestört ist. Die häufigsten Ursachen sind:
- Helicobacter-pylori-Infektion: Das Bakterium Helicobacter pylori besiedelt die Magenschleimhaut und fördert die Entstehung von Geschwüren.
- Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Schutzschicht der Magenschleimhaut schädigen.
- Erhöhte Magensäureproduktion: Ein Überschuss an Magensäure greift die Schleimhaut an.
- Rauchen und Alkohol: Beide Faktoren schwächen die Schleimhautbarriere und verlangsamen die Heilung.
- Stress: Chronischer Stress kann die Magensäureproduktion erhöhen und die Schleimhautregeneration hemmen.
Symptome
Typische Beschwerden bei einem chronischen Magengeschwür (K25.4) umfassen:
- Brennender oder dumpfer Schmerz im Oberbauch, oft kurz nach dem Essen
- Übelkeit und manchmal Erbrechen
- Völlegefühl und Appetitlosigkeit
- Sodbrennen und saures Aufstoßen
- Gewichtsverlust bei längerem Verlauf
Im Gegensatz zum Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) tritt der Schmerz beim Magengeschwür häufig direkt nach der Nahrungsaufnahme auf und bessert sich nicht durch Essen.
Diagnose
Die Diagnose eines Magengeschwürs erfolgt in der Regel durch folgende Untersuchungen:
- Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie, ÖGD): Die wichtigste Untersuchung, bei der das Geschwür direkt sichtbar gemacht und eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden kann.
- Helicobacter-pylori-Nachweis: Mittels Atemtest, Stuhltest oder Biopsie wird geprüft, ob eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt.
- Laboruntersuchungen: Blutbild und weitere Werte können Rückschlüsse auf Begleiterkrankungen geben.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Geschwürs:
- Helicobacter-pylori-Eradikation: Bei nachgewiesener Infektion wird eine Kombinationstherapie aus Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer (PPI) durchgeführt, um das Bakterium zu eliminieren.
- Protonenpumpenhemmer (PPI): Medikamente wie Omeprazol oder Pantoprazol hemmen die Magensäureproduktion und fördern die Heilung der Schleimhaut.
- Absetzen von NSAR: Falls möglich, sollten die auslösenden Schmerzmittel abgesetzt oder durch magenfreundlichere Alternativen ersetzt werden.
- Lebensstiländerungen: Verzicht auf Rauchen und Alkohol, Stressreduktion sowie angepasste Ernährungsgewohnheiten unterstützen die Heilung.
Da K25.4 die chronische Verlaufsform ohne akute Blutung oder Perforation beschreibt, ist meist eine konservative (nicht-operative) Behandlung ausreichend. Regelmäßige Kontrollendoskopien sind wichtig, um die Abheilung zu überwachen und bösartige Veränderungen auszuschließen.
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, 2022.
- World Health Organization (WHO): ICD-10 Version 2019, Code K25 - Gastric ulcer. Verfügbar unter: https://icd.who.int/browse10/
- Fischbach W, Malfertheiner P et al.: S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit. Z Gastroenterol. 2022;60(3):360-379.
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