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Infertilität – Ursachen, Diagnose und Behandlung

Infertilität bezeichnet die Unfähigkeit, trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb von zwölf Monaten schwanger zu werden. Sie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.

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Wissenswertes über "Infertilität"

Infertilität bezeichnet die Unfähigkeit, trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb von zwölf Monaten schwanger zu werden. Sie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.

Was ist Infertilität?

Infertilität (auch: Unfruchtbarkeit) bezeichnet den Zustand, bei dem ein Paar trotz regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten keine Schwangerschaft erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Infertilität als eine Erkrankung des Fortpflanzungssystems. Man unterscheidet zwischen primärer Infertilität (noch keine Schwangerschaft eingetreten) und sekundärer Infertilität (nach einer vorangegangenen Schwangerschaft tritt keine weitere ein). Weltweit ist schätzungsweise jedes sechste Paar im reproduktiven Alter betroffen.

Ursachen

Infertilität kann sowohl auf der weiblichen als auch auf der männlichen Seite – oder auf beiden Seiten gleichzeitig – begründet sein. In etwa 30 % der Fälle liegt die Ursache ausschließlich bei der Frau, in weiteren 30 % ausschließlich beim Mann, und in den verbleibenden Fällen sind beide Partner betroffen oder die Ursache bleibt ungeklärt.

Weibliche Ursachen

  • Ovulationsstörungen: z. B. beim Polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) oder einer Hypothyreose
  • Eilleiterprobleme: Verstopfte oder beschädigte Eileiter, häufig durch Endometriose oder frühere Infektionen (z. B. Chlamydien)
  • Uterusanomalien: Myome, Polypen oder angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter
  • Endometriose: Gebärmutterschleimhaut wächst außerhalb der Gebärmutterhöhle
  • Verminderte Ovarialreserve: Abnahme der Eizellzahl mit zunehmendem Alter

Männliche Ursachen

  • Azoospermie: Keine Spermien im Ejakulat
  • Oligozoospermie: Zu wenige Spermien
  • Asthenozoospermie: Eingeschränkte Spermien-Beweglichkeit
  • Teratozoospermie: Zu hoher Anteil abnorm geformter Spermien
  • Hormonelle Störungen: z. B. Testosteronmangel, erhöhter Prolaktinspiegel
  • Varicocele: Krampfaderartige Erweiterung der Hodenvenen

Gemeinsame und ungeklärte Ursachen

  • Immunologische Faktoren (z. B. Antispermien-Antikörper)
  • Genetische Störungen
  • Ungeklärte (idiopathische) Infertilität

Risikofaktoren

  • Höheres Lebensalter (besonders bei Frauen ab dem 35. Lebensjahr)
  • Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht oder Untergewicht
  • Chronischer Stress
  • Sexuell übertragbare Infektionen in der Vorgeschichte
  • Exposition gegenüber Umweltgiften oder Strahlung

Symptome

Das Hauptsymptom der Infertilität ist das Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz aktiven Kinderwunsches. Abhängig von der Grundursache können weitere Beschwerden auftreten:

  • Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation (bei Ovulationsstörungen)
  • Schmerzen im Unterleib oder beim Geschlechtsverkehr (bei Endometriose)
  • Veränderungen der Körperbehaarung, Akne oder Gewichtszunahme (bei PCOS)
  • Erektionsstörungen oder verändertes Ejakulationsvolumen (beim Mann)

Diagnose

Die Diagnostik der Infertilität umfasst eine gründliche Anamnese beider Partner sowie verschiedene Untersuchungen:

Bei der Frau

  • Hormonbestimmungen (FSH, LH, Östradiol, AMH, TSH, Prolaktin)
  • Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke und Gebärmutter
  • Hysterosalpingografie (Röntgenuntersuchung der Eileiter)
  • Laparoskopie bei Verdacht auf Endometriose

Beim Mann

  • Spermiogramm (Analyse von Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien)
  • Hormonbestimmungen (Testosteron, FSH, LH, Prolaktin)
  • Hodenultraschall
  • Genetische Tests (z. B. Chromosomenanalyse)

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Alter der Betroffenen. Es stehen verschiedene Optionen zur Verfügung:

Medikamentöse Therapie

  • Ovulationsinduktion: z. B. mit Clomifen oder Gonadotropinen bei Ovulationsstörungen
  • Hormontherapie: Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, Prolaktinüberschuss etc.

Chirurgische Therapie

  • Operative Behandlung von Myomen, Polypen oder Eileiterverschlüssen
  • Varikozelenoperation beim Mann

Reproduktionsmedizinische Verfahren

  • Intrauterine Insemination (IUI): Einbringen aufbereiteter Spermien direkt in die Gebärmutterhöhle
  • In-vitro-Fertilisation (IVF): Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers im Labor
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Direkte Injektion eines Spermiums in die Eizelle, besonders bei schwerer männlicher Infertilität
  • Kryokonservierung: Einfrieren von Eizellen oder Spermien für eine spätere Verwendung

Lebensstiländerungen

  • Gewichtsoptimierung
  • Rauchverzicht und Alkoholreduktion
  • Stressmanagement
  • Ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf

Psychosoziale Aspekte

Infertilität kann eine erhebliche emotionale Belastung darstellen. Viele Betroffene erleben Gefühle wie Trauer, Schuld oder sozialen Druck. Eine psychologische Begleitung oder Paartherapie kann den Bewältigungsprozess unterstützen und die Lebensqualität verbessern.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Infertility. Fact Sheet. Geneva, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/infertility
  2. Zegers-Hochschild F et al. - International Committee for Monitoring Assisted Reproductive Technology (ICMART) and the WHO: revised glossary of ART terminology, 2009. Fertil Steril. 2009;92(5):1520-1524.
  3. Gnoth C et al. - Definition und Epidemiologie der Infertilität. Gynäkologische Endokrinologie. 2011;9:3-10.

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