Magenentleerungstest – Ablauf, Methoden & Normwerte
Der Magenentleerungstest misst, wie schnell der Magen seinen Inhalt in den Dünndarm weitergibt. Er hilft bei der Diagnose von Magenentleerungsstörungen wie der Gastroparese.
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Der Magenentleerungstest misst, wie schnell der Magen seinen Inhalt in den Dünndarm weitergibt. Er hilft bei der Diagnose von Magenentleerungsstörungen wie der Gastroparese.
Was ist der Magenentleerungstest?
Der Magenentleerungstest ist ein diagnostisches Verfahren, das misst, wie schnell der Mageninhalt in den Dünndarm weitertransportiert wird. Dieser Vorgang wird als Magenentleerung bezeichnet und ist ein wichtiger Teil der normalen Verdauung. Ist die Magenentleerung gestört, kann es zu Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl oder Bauchschmerzen kommen. Der Test liefert dem Arzt wichtige Informationen, um Erkrankungen wie die Gastroparese (verzögerte Magenentleerung) oder eine beschleunigte Magenentleerung zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Wann wird der Magenentleerungstest eingesetzt?
Der Test wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Störung der Magenentleerung besteht. Typische Hinweise sind:
- Anhaltende Übelkeit und Erbrechen unklarer Ursache
- Frühzeitiges Sättigungsgefühl beim Essen
- Aufstoßen oder Sodbrennen
- Bauchschmerzen oder Völlegefühl nach dem Essen
- Schlecht eingestellter Diabetes mellitus mit Verdauungsbeschwerden
- Kontrolle nach Magenoperationen
Besonders häufig wird der Test bei Patienten mit Diabetes mellitus eingesetzt, da ein langfristig erhöhter Blutzucker die Magennerven schädigen und zu einer Gastroparese führen kann.
Wie funktioniert der Magenentleerungstest?
Szintigraphische Magenentleerungsszintigraphie
Die am häufigsten eingesetzte Methode ist die Magenentleerungsszintigraphie (auch: Gastric Emptying Scintigraphy). Der Patient nimmt eine standardisierte Testmahlzeit zu sich, die mit einer kleinen Menge eines schwach radioaktiven Stoffes (Radionuklid) markiert ist. Mit einer speziellen Kamera (Gammakamera) wird anschließend über mehrere Stunden gemessen, wie schnell die markierte Nahrung den Magen verlässt. Die dabei entstehenden Bilder erlauben eine genaue Beurteilung der Magenentleerungsrate.
Atemtest zur Magenentleerung
Eine strahlenfreie Alternative ist der 13C-Atemtest. Hierbei wird eine Testmahlzeit mit dem stabilen, nicht radioaktiven Kohlenstoffisotop 13C markiert. Nach der Mahlzeit werden in regelmäßigen Abständen Atemproben gesammelt und analysiert. Anhand des gemessenen 13CO2-Gehalts in der Ausatemluft kann die Magenentleerungsrate berechnet werden. Diese Methode ist besonders geeignet für Kinder und Schwangere, da keine Strahlung verwendet wird.
Ultraschall und andere Methoden
In manchen Fällen kann auch ein Ultraschall des Magens eingesetzt werden, um die Magenentleerung zu beurteilen. Weitere Methoden umfassen die Magnetresonanztomographie (MRT) sowie speziell entwickelte Magenentleerungskapseln (SmartPill), die Druck, pH-Wert und Temperatur im Magen-Darm-Trakt messen.
Vorbereitung auf den Test
Für eine zuverlässige Aussage sind bestimmte Vorbereitungen notwendig:
- Nüchternheit: In der Regel mindestens 4 bis 6 Stunden vor dem Test nichts essen oder trinken
- Bestimmte Medikamente, die die Magenentleerung beeinflussen (z. B. Opioide, Prokinetika, Anticholinergika), sollten nach Rücksprache mit dem Arzt vorübergehend abgesetzt werden
- Bei Diabetikern ist eine gute Blutzuckereinstellung vor dem Test wichtig, da ein erhöhter Blutzucker die Magenentleerung verlangsamt
Auswertung und Normwerte
Bei der Szintigraphie gilt als Normwert, dass nach 4 Stunden weniger als 10 % der Testmahlzeit im Magen verbleiben sollten. Eine verzögerte Magenentleerung liegt vor, wenn mehr als 10 % der Nahrung nach 4 Stunden noch im Magen nachweisbar sind. Die genauen Normwerte können je nach verwendeter Methode und Labor leicht variieren. Der Arzt bespricht die Ergebnisse und deren Bedeutung individuell mit dem Patienten.
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
Der Magenentleerungstest ist in der Regel ein sicheres und gut verträgliches Verfahren. Bei der Szintigraphie ist die verwendete Strahlendosis sehr gering und mit der natürlichen Hintergrundstrahlung vergleichbar. Allergische Reaktionen auf die Testmahlzeit sind selten. Der 13C-Atemtest gilt als vollständig risikolos.
Quellen
- Abell TL et al. - Consensus Recommendations for Gastric Emptying Scintigraphy: A Joint Report of the American Neurogastroenterology and Motility Society and the Society of Nuclear Medicine. Am J Gastroenterol, 2008.
- Camilleri M et al. - Clinical Guideline: Management of Gastroparesis. Am J Gastroenterol, 2013.
- Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) - Leitlinie zur Magenentleerungsszintigraphie, 2020.
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