D51.0 – Perniziöse Anämie (ICD-10)
D51.0 bezeichnet die Vitamin-B12-Mangelanämie durch Mangel an intrinsischem Faktor (perniziöse Anämie). Ursache ist eine gestörte Aufnahme von Vitamin B12 im Darm.
Wissenswertes über "D51.0"
D51.0 bezeichnet die Vitamin-B12-Mangelanämie durch Mangel an intrinsischem Faktor (perniziöse Anämie). Ursache ist eine gestörte Aufnahme von Vitamin B12 im Darm.
Definition
D51.0 ist der ICD-10-Code für die Vitamin-B12-Mangelanämie durch Mangel an intrinsischem Faktor, auch bekannt als perniziöse Anämie (Morbus Biermer). Bei dieser Erkrankung kann der Körper Vitamin B12 nicht ausreichend aus der Nahrung aufnehmen, da ein lebenswichtiges Transportprotein – der sogenannte intrinsische Faktor – fehlt oder nicht ausreichend gebildet wird.
Ursachen
Der intrinsische Faktor wird von spezialisierten Zellen der Magenschleimhaut (Parietalzellen) produziert. Er ist notwendig, damit Vitamin B12 im Dünndarm (Ileum) aufgenommen werden kann. Bei D51.0 liegt in den meisten Fällen eine Autoimmunerkrankung vor:
- Autoimmune Gastritis Typ A: Das Immunsystem richtet sich gegen die Parietalzellen des Magens und zerstört sie.
- Bildung von Antikörpern gegen den intrinsischen Faktor selbst, wodurch dieser inaktiviert wird.
- Seltener: angeborener Mangel an intrinsischem Faktor (kongenitale perniziöse Anämie).
Symptome
Da Vitamin B12 für die Blutbildung und das Nervensystem unentbehrlich ist, können bei einem Mangel vielfältige Beschwerden auftreten:
- Anämie: Blässe, Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit
- Neurologische Symptome: Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen und Füßen, Gangstörungen, Konzentrationsprobleme (funikuläre Myelose)
- Gastrointestinale Beschwerden: Zungenbrennen, gerötete, glatte Zunge (Hunter-Glossitis), Appetitlosigkeit
- Psychische Veränderungen wie Vergesslichkeit oder depressive Verstimmung
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Labordiagnostik:
- Blutbild: Makrozytäre, hyperchromer Anämie (vergrößerte rote Blutkörperchen)
- Bestimmung des Vitamin-B12-Spiegels im Blut (erniedrigt)
- Nachweis von Antikörpern gegen intrinsischen Faktor und gegen Parietalzellen
- Erhöhte Homocystein- und Methylmalonsäurewerte im Blut
- Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Biopsie bei Verdacht auf Autoimmungastritis
Behandlung
Da die orale Aufnahme von Vitamin B12 bei fehlendem intrinsischem Faktor nicht möglich ist, erfolgt die Behandlung in der Regel durch:
- Vitamin-B12-Injektionen (Cyanocobalamin oder Hydroxocobalamin) intramuskulär, zunächst häufig (täglich oder wöchentlich), später monatlich als Dauerbehandlung
- In manchen Fällen hochdosiertes orales Vitamin B12 (1000 µg/Tag), da ein kleiner Anteil auch ohne intrinsischen Faktor passiv resorbiert werden kann
- Die Behandlung muss in der Regel lebenslang fortgeführt werden
- Regelmäßige Kontrollen des Blutbildes und des B12-Spiegels sind empfehlenswert
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel D51 – Vitamin-B12-Mangelanämien.
- Stabler SP. Vitamin B12 Deficiency. New England Journal of Medicine. 2013;368(2):149-160.
- Langan RC, Goodbred AJ. Vitamin B12 Deficiency: Recognition and Management. American Family Physician. 2017;96(6):384-389.
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