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S62.3 – Mittelhandfraktur: Ursachen & Behandlung

S62.3 ist der ICD-10-Code für eine Fraktur des Os metacarpale (Mittelhandknochen). Diese Verletzung tritt häufig nach Sturz oder direktem Aufprall auf.

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Wissenswertes über "S62.3"

S62.3 ist der ICD-10-Code für eine Fraktur des Os metacarpale (Mittelhandknochen). Diese Verletzung tritt häufig nach Sturz oder direktem Aufprall auf.

Was bedeutet der ICD-10-Code S62.3?

Der ICD-10-Code S62.3 bezeichnet eine Fraktur des Os metacarpale, also einen Knochenbruch eines oder mehrerer Mittelhandknochen. Die Mittelhand (Metacarpus) besteht aus fünf röhrenförmigen Knochen, die die Handwurzel mit den Fingergrundgelenken verbinden. Verletzungen in diesem Bereich sind im klinischen Alltag sehr häufig und betreffen alle Altersgruppen.

Ursachen

Mittelhandfrakturen entstehen meist durch direkte Gewalteinwirkung oder indirekten Mechanismus:

  • Sturz auf die ausgestreckte Hand
  • Schlag mit der Faust gegen einen harten Gegenstand (sogenannte "Boxerfraktur", typisch für das 5. Metacarpale)
  • Verkehrsunfälle oder Arbeitsunfälle
  • Sportverletzungen, z.B. beim Handball, Volleyball oder Kampfsport
  • Direkte Quetschung oder Crushverletzung

Symptome

Typische Beschwerden bei einer Mittelhandfraktur umfassen:

  • Schmerzen im Bereich der Mittelhand, insbesondere bei Druck und Bewegung
  • Schwellung und Hämatom (Bluterguss) über dem betroffenen Knochen
  • Einschränkung der Handbeweglichkeit
  • Deformität oder sichtbare Fehlstellung des Knochens
  • Krepitation (Knirschen) bei Bewegung (nur ärztlich zu prüfen)
  • Rotationsfehlstellung der Finger (erkennbar bei Faustschluss)

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:

  • Körperliche Untersuchung: Prüfung von Schwellung, Druckschmerz, Beweglichkeit und Rotationsstellung der Finger
  • Röntgenaufnahme der Hand in mindestens zwei Ebenen (Standard): Nachweis der Fraktur, Beurteilung von Lage und Verschiebung der Knochenfragmente
  • CT (Computertomographie): Bei komplexen oder intraartikulären Frakturen zur genauen Darstellung

Behandlung

Konservative Therapie

Nicht oder wenig verschobene (nicht-dislozierte) Frakturen können in der Regel konservativ behandelt werden:

  • Ruhigstellung mit einer Unterarmgipsschiene oder einem funktionellen Verband für 4 bis 6 Wochen
  • Kühlung und Hochlagerung in der Akutphase zur Schwellungsreduktion
  • Schmerztherapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), z.B. Ibuprofen oder Diclofenac
  • Physiotherapie nach Konsolidierung der Fraktur

Operative Therapie

Bei stark verschobenen, instabilen oder intraartikulären Frakturen ist eine Operation notwendig:

  • Kirschner-Draht-Osteosynthese: Einführen von dünnen Metalldrähten zur Stabilisierung
  • Plattenosteosynthese: Fixierung mit Schrauben und einer Metallplatte
  • Schraubenosteosynthese: Fixierung mit einzelnen Schrauben bei geeigneter Frakturform

Heilung und Prognose

Die meisten Mittelhandfrakturen heilen bei korrekter Behandlung innerhalb von 6 bis 8 Wochen komplikationslos aus. Eine vollständige Wiederherstellung der Handfunktion ist in der Regel möglich. Bei Fehlstellungen oder nicht korrekt behandelten Rotationsfrakturen können dauerhaften Funktionseinschränkungen auftreten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und frühzeitige Physiotherapie verbessern das Behandlungsergebnis.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XIX, S62 – Fraktur im Bereich des Handgelenkes und der Hand. www.bfarm.de
  2. Rueger J.M. et al.: Frakturen der Mittelhand. In: Unfallchirurgie – Springer Medizin Verlag, 2018.
  3. Schenk P., Koller H.: Metacarpal fractures – conservative versus surgical management. European Journal of Trauma and Emergency Surgery, 2022.

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