M43.4 – Atlantoaxialsubuxation: Ursachen & Therapie
M43.4 ist der ICD-10-Code für sonstige habituelle Atlantoaxialsubuxation. Dabei handelt es sich um eine wiederkehrende Verschiebung des ersten und zweiten Halswirbels.
Wissenswertes über "M43.4"
M43.4 ist der ICD-10-Code für sonstige habituelle Atlantoaxialsubluxation. Dabei handelt es sich um eine wiederkehrende Verschiebung des ersten und zweiten Halswirbels.
Was bedeutet der ICD-10-Code M43.4?
Der ICD-10-Code M43.4 steht für Sonstige habituelle Atlantoaxialsubuxation. Gemeint ist damit eine wiederkehrende oder chronische Verschiebung (Subluxation) zwischen dem ersten Halswirbel (Atlas, C1) und dem zweiten Halswirbel (Axis, C2). Dieser Bereich wird medizinisch als atlantoaxiales Gelenk bezeichnet und ist entscheidend für die Drehbeweglichkeit des Kopfes.
Ursachen
Eine habituelle Atlantoaxialsubuxation kann verschiedene Ursachen haben:
- Angeborene Bindegewebsschwäche, z. B. beim Down-Syndrom (Trisomie 21)
- Rheuma und entzündliche Erkrankungen, insbesondere rheumatoide Arthritis
- Traumatische Verletzungen der Halswirbelsäule
- Ligamentäre Instabilität (Schwäche der Bänder, die Atlas und Axis zusammenhalten)
- Infektionen im Bereich des Rachens oder der Halswirbelsäule (Grisel-Syndrom)
Symptome
Die Beschwerden bei einer Atlantoaxialsubuxation können sehr unterschiedlich sein, je nach Ausmaß der Verschiebung:
- Nacken- und Halsschmerzen, oft mit Bewegungseinschränkungen
- Kopfschmerzen, besonders im Hinterkopfbereich
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen oder Händen
- In schweren Fällen: Kompression des Rückenmarks mit neurologischen Ausfällen
Diagnose
Die Diagnose der Atlantoaxialsubuxation erfolgt durch bildgebende Verfahren:
- Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule in verschiedenen Positionen (z. B. Beugung und Streckung)
- Computertomographie (CT) für eine genaue Darstellung der knöchernen Strukturen
- Magnetresonanztomographie (MRT) zur Beurteilung von Rückenmark, Bändern und Weichteilen
Ein wichtiges diagnostisches Kriterium ist der atlantodentale Abstand: Ein Abstand von mehr als 3 mm bei Erwachsenen oder mehr als 5 mm bei Kindern gilt als pathologisch.
Behandlung
Konservative Behandlung
Bei leichten Fällen stehen nicht-operative Maßnahmen im Vordergrund:
- Ruhigstellung mit einer Zervikalorthese (Halskrawatte)
- Physiotherapie zur Kräftigung der Nacken- und Halsmuskulatur
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Rheumatherapie)
Operative Behandlung
Bei schwerer Instabilität, Rückenmarkskompression oder erfolgloser konservativer Therapie kann eine operative Stabilisierung notwendig sein:
- Atlantoaxiale Fusion (Spondylodese): Operative Versteifung von Atlas und Axis
- Dekompressionsoperationen bei neurologischen Ausfällen
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2025, Kapitel M43 – Sonstige Deformitäten der Wirbelsäule und des Rückens.
- Fielding JW, Hawkins RJ. Atlanto-axial rotatory fixation. J Bone Joint Surg Am. 1977;59(1):37–44.
- Pang D, Li V. Atlantoaxial rotatory fixation: Part 1. Biomechanics of normal rotation at the atlantoaxial joint in children. Neurosurgery. 2004;55(3):614–626.
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