M60.2 Fremdkoerper-Myositis – Ursachen & Therapie
M60.2 bezeichnet die Fremdkoerper-Myositis, eine Muskelentzündung durch eingedrungene Fremdmaterialien. Sie kann Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen verursachen.
Wissenswertes über "M60.2"
M60.2 bezeichnet die Fremdkoerper-Myositis, eine Muskelentzündung durch eingedrungene Fremdmaterialien. Sie kann Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen verursachen.
Was ist M60.2 – Fremdkoerper-Myositis?
M60.2 ist der ICD-10-Code für die Fremdkoerper-Myositis (auch: Fremdkoerperinduzierte Myositis). Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Skelettmuskulatur, die durch das Eindringen eines Fremdkoerpers in das Muskelgewebe ausgelöst wird. Der menschliche Körper reagiert auf das Fremdmaterial mit einer Immunantwort, die zu einer chronischen oder akuten Entzündungsreaktion führen kann.
Ursachen
Die Fremdkoerper-Myositis entsteht, wenn ein Fremdmaterial – absichtlich oder unbeabsichtigt – in das Muskelgewebe gelangt. Typische Auslöser sind:
- Splitter aus Holz, Metall, Glas oder Kunststoff
- Injizierte Substanzen (z. B. Silikonoel, mineralische Öle, Paraffin)
- Medizinische Implantate oder Nahtmaterial
- Projektile (z. B. Geschosssplitter)
- Parasiten oder deren Rückstände im Muskelgewebe
Der Körper versucht, das Fremdmaterial einzukapseln, was zu einer granulomatoesen Entzündungsreaktion führen kann.
Symptome
Die klinische Präsentation der Fremdkoerper-Myositis kann je nach Art und Lokalisation des Fremdkoerpers variieren. Häufige Symptome sind:
- Lokaler Schmerz und Druckempfindlichkeit im betroffenen Muskelbereich
- Schwellung und Ödembildung
- Bewegungseinschränkung des betroffenen Muskels oder Gelenks
- Rötung und Wärme der umgebenden Haut
- Tastbare Verhärtungen oder Knoten (Granulome) im Muskel
- In seltenen Fällen allgemeine Entzündungszeichen wie Fieber oder Abgeschlagenheit
Diagnose
Die Diagnose der Fremdkoerper-Myositis erfordert eine sorgfältige Anamnese sowie verschiedene diagnostische Maßnahmen:
- Anamnese: Erfassung von Verletzungen, Operationen, Injektionen oder anderen Ereignissen, bei denen Fremdmaterial in den Körper gelangt sein könnte
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung von Schwellung, Schmerz und Beweglichkeit
- Bildgebung: Röntgen (bei metallischen oder kalzifizierten Fremdkoerpern), Ultraschall oder MRT zur genauen Lokalisation
- Laborwerte: Erhöhte Entzündungsparameter (CRP, BSG, Leukozyten)
- Biopsie: Histologische Untersuchung des Gewebes zur Sicherung der Diagnose und zum Nachweis granulomatoser Reaktionen
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Art, dem Ausmaß und der Lokalisation der Entzündung sowie nach der Natur des Fremdkoerpers:
Operative Therapie
In den meisten Fällen ist die chirurgische Entfernung des Fremdkoerpers die kausale und wirksamste Behandlungsmethode. Dies kann die vollständige Heilung der Myositis ermöglichen, sofern keine bleibenden Gewebsschäden eingetreten sind.
Medikamentöse Therapie
- Antiphlogistika (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) zur Linderung von Schmerz und Entzündung
- Kortikosteroide bei ausgeprägten granulomatoesen Reaktionen
- Antibiotika bei sekundären bakteriellen Infektionen
Physiotherapie
Nach der Behandlung kann Physiotherapie helfen, die Muskelkraft und Beweglichkeit wiederherzustellen und Narbenbildung zu minimieren.
Verlauf und Prognose
Bei frühzeitiger Entfernung des Fremdkoerpers ist die Prognose in der Regel gut. Chronische oder nicht behandelte Fälle können jedoch zu dauerhaften Muskelschäden, Fibrose oder persistierenden Schmerzen führen. Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen sind empfehlenswert.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel M60 – Myositis.
- Crum-Cianflone NF. Bacterial, fungal, parasitic, and viral myositis. Clinical Microbiology Reviews, 2008; 21(3):473–494.
- Lazarou I, Koulalis D. Foreign body-induced myositis: a review of clinical and pathological features. Journal of Musculoskeletal Medicine, 2015.
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