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M46.3 – Diszitis: Ursachen, Symptome & Therapie

M46.3 bezeichnet laut ICD-10 eine Infektion der Bandscheibe (Diszitis). Diese entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule erfordert frühzeitige Diagnose und Behandlung.

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Wissenswertes über "M46.3"

M46.3 bezeichnet laut ICD-10 eine Infektion der Bandscheibe (Diszitis). Diese entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule erfordert frühzeitige Diagnose und Behandlung.

Was bedeutet die Diagnose M46.3?

Der ICD-10-Code M46.3 steht für eine Infektion der Bandscheibe (Diszitis). Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung, bei der Bakterien, seltener Pilze oder andere Erreger, in das Gewebe der Bandscheibe eindringen und eine Infektion verursachen. Die Bandscheiben befinden sich zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule und übernehmen wichtige Dämpfungs- und Stabilisierungsfunktionen. Eine Diszitis ist eine ernste Erkrankung, die ohne rechtzeitige Behandlung zu dauerhaften Schäden an der Wirbelsäule führen kann.

Ursachen

Die infektiöse Diszitis entsteht meistens durch eine bakterielle Infektion. Die Erreger gelangen auf verschiedenen Wegen in die Bandscheibe:

  • Hämatogene Aussaat: Bakterien werden über den Blutkreislauf aus einem anderen Infektionsherd im Körper in die Bandscheibe transportiert (z.B. bei Harnwegsinfekten, Endokarditis oder Hautinfektionen).
  • Postoperative Infektion: Nach chirurgischen Eingriffen an der Wirbelsäule kann es zu einer Keimbesiedlung kommen.
  • Direkte Ausbreitung: Eine benachbarte Infektion, etwa eine Wirbelkörperosteomyelitis, kann auf die Bandscheibe übergreifen.
  • Traumatische Einschleppung: Selten können Verletzungen oder invasive Maßnahmen (z.B. Diskografie, Punktion) Erreger einbringen.

Der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus. In selteneren Fällen sind gramnegative Bakterien, Tuberkuloseerreger (Mycobacterium tuberculosis) oder Pilze beteiligt.

Symptome

Die Symptome einer Diszitis können schleichend beginnen und werden oft erst spät erkannt:

  • Rückenschmerzen: Oft das führende Symptom, typischerweise stark und in Ruhe vorhanden (auch nachts).
  • Bewegungseinschränkung: Die Wirbelsäule ist schmerzhaft und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl: Nicht immer vorhanden, kann aber auf eine systemische Infektion hinweisen.
  • Neurologische Symptome: Bei Ausbreitung der Infektion auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln können Taubheitsgefühle, Schwäche oder Lähmungserscheinungen auftreten.
  • Lokaler Druckschmerz: Der betroffene Wirbelsäulenabschnitt reagiert auf Druck schmerzhaft.

Diagnose

Die Diagnose einer infektiösen Diszitis erfordert eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborbefunden und bildgebenden Verfahren:

  • Blutuntersuchungen: Erhöhte Entzündungsmarker wie CRP (C-reaktives Protein) und BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) sowie erhöhte Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind typisch.
  • Blutkulturen: Dienen dem Nachweis des Erregers im Blut.
  • MRT (Magnetresonanztomografie): Goldstandard der Bildgebung. Zeigt frühzeitig Entzündungszeichen in Bandscheibe und angrenzenden Wirbelkörpern.
  • CT (Computertomografie): Ergänzend, besonders zur Beurteilung knöcherner Strukturen.
  • CT-gesteuerte Biopsie: Probenentnahme aus dem betroffenen Bandscheibengewebe zur genauen Erregerbestimmung und Resistenztestung.

Behandlung

Konservative Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Erreger und dem Schweregrad der Erkrankung. Bei bakterieller Diszitis ist eine langdauernde Antibiotikatherapie die Basis der Behandlung. Diese wird in der Regel zunächst intra-venös (als Infusion) verabreicht und anschließend als Tabletten fortgeführt. Die Gesamtdauer beträgt oft 6 bis 12 Wochen, je nach Erreger und Verlauf. Zusätzlich werden Schmerzmedikamente eingesetzt und die Wirbelsäule wird durch Schonhaltung oder ein Stützkorsett entlastet.

Operative Therapie

Ein chirurgischer Eingriff ist notwendig, wenn:

  • Neurologische Ausfälle auftreten oder sich verschlechtern.
  • Ein Abszess (Eiteransammlung) die Nervenwurzeln oder das Rückenmark komprimiert.
  • Die konservative Therapie nicht anschlägt.
  • Eine schwere Zerstörung der Wirbelsäulenstrukturen vorliegt.

Bei der Operation werden infiziertes Gewebe und Abszesse entfernt und die Wirbelsäule gegebenenfalls stabilisiert (Spondylodese).

Verlauf und Prognose

Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose der Diszitis oft gut. Allerdings kann es bei später Therapie zu dauerhaften Wirbelkörperschmerzen, Bewegungseinschränkungen oder neurologischen Schäden kommen. Regelmäßige Verlaufskontrollen mit Bildgebung und Laborwerten sind essenziell.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024 – M46.3 Infektion der Bandscheibe.
  2. Gouliouris T, Aliyu SH, Brown NM. Spondylodiscitis: update on diagnosis and management. Journal of Antimicrobial Chemotherapy, 2010;65(Suppl 3):11–24.
  3. Herren C, Jung N, Pishnamaz M, Breuninger M, Siewe J, Sobottke R. Spondylodiscitis: Diagnosis and Treatment Options. Deutsches Ärzteblatt International, 2017;114(51–52):875–882.

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