Der am 4. Februar stattfindende Weltkrebstag (World Cancer Day) erinnert jedes Jahr daran, wie wichtig Aufklärung, Vorsorge und Zusammenhalt im Umgang mit Krebs sind. Er macht deutlich, dass jeder im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv werden kann. Prävention, Früherkennung und eine stärkere Unterstützung für Betroffene und Angehörige können entscheidend dazu beitragen, die Chancen auf erfolgreiche Behandlungen zu verbessern. Heute sind viele Krebsarten deutlich besser therapierbar als früher – vor allem, wenn sie früh erkannt werden.
Wichtigste Fakten rund um Krebs: Die Grundlagen erklärt
Der Begriff „Krebs” ist kein einzelner Krankheitsbegriff, sondern ein Sammelbegriff für viele verschiedene Erkrankungen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sich die Zellen im Körper so verändern, dass sie sich unkontrolliert vermehren und gesundes Gewebe verdrängen können.
Was passiert bei Krebs im Körper?
- Krebs entsteht, wenn genetische Veränderungen (Mutationen) in Zellen auftreten
- Mutationen können durch Zufall, Umweltfaktoren, Lebensstil oder genetische Veranlagung begünstigt werden
- Der Körper kann viele Zellschäden reparieren, doch bei zu starker Belastung oder DNA-Schäden bleibt oft ein Restschaden
- Krebszellen können Tumore bilden und im schlimmsten Fall streuen
Warum Früherkennung so entscheidend ist
- Je früher Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen
- Behandlungen sind in frühen Stadien häufig schonender
- Viele Vorstufen (z. B. Darm- oder Gebärmutterhalskrebs) können frühzeitig entdeckt und behandelt werden, bevor Krebs entsteht
Häufige Krebsarten
- Brustkrebs
- Prostatakrebs
- Darmkrebs
- Lungenkrebs
- Hautkrebs
Die häufigen Krebsarten machen den Großteil der Neuerkrankungen aus: Prostatakrebs ist für ca. 25 % der Fälle bei Männern verantwortlich, Brustkrebs für über 30 % der Fälle bei Frauen. Lungenkrebs zählt weltweit zu den tödlichsten Krebsarten.
Krebsprävention im Alltag: 5 wirksame Tipps
Nicht jede Krebserkrankung lässt sich verhindern. Studien zeigen jedoch, dass ein erheblicher Teil des individuellen Krebsrisikos durch den Lebensstil beeinflusst werden kann. Bestimmte Verhaltensweisen und Umweltfaktoren gelten heute als gut belegte Risikofaktoren, während andere als schützende Stellschrauben identifiziert wurden. Die folgenden fünf Maßnahmen zählen zu den wichtigsten Ansätzen der Krebsprävention im Alltag:
1) Nicht rauchen (auch Passivrauch vermeiden)
Rauchen ist der größte vermeidbare Risikofaktor für Krebs. Es steht nicht nur mit Lungenkrebs, sondern auch mit vielen weiteren Krebsarten (z. B. Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs) in Verbindung. Auch E-Zigaretten sind nicht „harmlos“. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, kann sich Hilfe holen, beispielsweise durch Programme zur Rauchentwöhnung.
2) Alkohol reduzieren (oder ganz weglassen)
Alkohol erhöht das Krebsrisiko, unter anderem für Brustkrebs, Leberkrebs, Speiseröhrenkrebs oder Darmkrebs. Beim Abbau von Alkohol entsteht Acetaldehyd, eine Substanz, die Zellschäden verursachen und die Reparatur der DNA beeinträchtigen kann. Zusätzlich beeinflusst Alkohol den Hormonhaushalt (z. B. den Östrogenspiegel) und kann entzündliche Prozesse im Körper fördern.
Wichtig zu wissen: Es gibt keine nachweislich risikofreie Alkoholmenge. Aus Sicht der Krebsprävention gilt daher, je seltener und weniger Alkohol konsumiert wird, desto besser.
3) Bewegung & gesundes Gewicht: Stoffwechsel schützen
Regelmäßige Bewegung hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem, den Hormonhaushalt, entzündliche Prozesse und den Stoffwechsel. Bereits etwa 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, wie zügiges Gehen oder Radfahren, können einen messbaren Unterschied bewirken. Auch ein gesundes Körpergewicht ist für die Krebsprävention wichtig, da Übergewicht als Risikofaktor gilt.
4) Ernährung: bunt, ballaststoffreich & wenig verarbeitet
Besonders hilfreich ist eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten ist und regelmäßig ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte enthält. Auch gute Fette, zum Beispiel aus Nüssen oder Olivenöl, spielen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig empfiehlt es sich, den Konsum von hochverarbeiteten Produkten sowie von Wurst und rotem Fleisch zu reduzieren. Antioxidantien, Ballaststoffe und ein stabiler Stoffwechsel können schädliche Prozesse verringern. Dazu zählt unter anderem oxidativer Stress durch freie Radikale, der mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht wird.
5) Sonnenschutz & Hautchecks ernst nehmen
UV-Strahlung kann die DNA von Hautzellen schädigen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Besonders gefährlich sind Sonnenbrände sowie der Besuch von Solarien und eine dauerhafte UV-Belastung ohne ausreichenden Schutz. Um sich vor UV-Strahlung zu schützen, ist es wichtig, schützende Kleidung zu tragen, Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von 30–50+ zu verwenden und die Augen mit einer Sonnenbrille zu schützen. Solarien sollten am besten ganz gemieden werden.
Krebsfrüherkennung: Welche Check-ups sind wichtig?
Früherkennung bedeutet nicht, „Krebs zu suchen“, sondern Risiken frühzeitig zu erkennen und mögliche Vorstufen rechtzeitig zu behandeln. Welche Vorsorgeangebote genau angeboten werden, hängt von Alter, Geschlecht und Krankenkasse ab. Häufige Vorsorgeuntersuchungen sind beispielsweise:
- Hautkrebs-Screening (regelmäßige Kontrolle beim Dermatologen)
- Darmkrebs-Früherkennung (Stuhltest und/oder Darmspiegelung)
- Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge (Abstrich/HPV-Test je nach Alter)
- Brustkrebs-Früherkennung (Tastuntersuchung, Mammographie-Screening)
- Prostatakrebs-Früherkennung (ärztliche Untersuchung, Beratung)
Am besten ist es, sich ärztlich beraten zu lassen, welche Untersuchungen persönlich sinnvoll sind. Dies hängt auch von Alter, Vorerkrankungen und Familiengeschichte ab.
Impfungen als Teil der Krebsprävention (HPV & Hepatitis)
Zwei Impfungen sind für die Krebsprävention besonders relevant:
- HPV-Impfung: Schützt vor Viren, die u. a. Gebärmutterhalskrebs verursachen können (auch bei Jungen sinnvoll)
- Hepatitis-B-Impfung: Schützt vor einer chronischen Hepatitis-B-Infektion, die das Risiko für Leberzirrhose und Leberzellkrebs deutlich erhöht, und kann somit das Risiko für Leberkrebs senken.
Mythen vs. Fakten rund um Krebs
Mythos 1: „Krebs ist immer erblich bedingt.“
Fakt: Nur ein kleiner Teil der Fälle (5-10%) ist klar genetisch bedingt. Lebensstil, Umwelt und Zufall spielen oft eine größere Rolle.
Mythos 2: „Zucker ist krebserregend.“
Fakt: Es gibt derzeit keinen wissenschaftlich belegten direkten Zusammenhang zwischen Zucker und Krebs. Allerdings kann übermäßiger Zuckerkonsum das Krebsrisiko indirekt erhöhen, da er zu Übergewicht führen kann. Übergewicht ist ein bedeutender Risikofaktor für viele Krebsarten.
Mythos 3: „Wenn ich keine Symptome habe, kann es nicht Krebs sein.“
Fakt: Viele Krebsarten verursachen lange keine Beschwerden. Genau deshalb sind Vorsorge und Früherkennung so wichtig. Krebs wächst oft schleichend und Symptome treten häufig erst in fortgeschrittenem Stadium auf.
Mythos 4: „Krebs kann durch Stress verursacht werden.“
Fakt: Stress ist zwar kein direkter Auslöser von Krebs, kann aber das Immunsystem schwächen, Entzündungen begünstigen und zu einem ungesunden Lebensstil (z.B. Rauchen, Ernährung) führen.
Unterstützung und Anlaufstellen: Hilfe ist jederzeit verfügbar
Eine Krebsdiagnose (oder schon der Verdacht) ist emotional belastend – für Betroffene ebenso wie für Angehörige. Unterstützung zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt. Relevante Anlaufstellen in Deutschland sind:
- Krebsinformationsdienst (DKFZ):
Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet umfassende, wissenschaftlich fundierte Informationen zu Krebs, Therapien und unterstützenden Angeboten. Erfahre hier mehr - Krebsberatungsstellen:
Diese Stellen bieten psychosoziale Beratung und Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags, der Arbeit oder familiärer Belastungen während der Krankheit. In vielen Städten gibt es spezialisierte Beratungsdienste - Psychoonkologische Unterstützung:
Psychosoziale Hilfe kann dabei unterstützen, Ängste, Erschöpfung und Depressionen zu überwinden, die im Zusammenhang mit einer Krebsdiagnose auftreten können. Diese ist speziell auf die Bedürfnisse von Krebspatienten ausgerichtet und unterstützt bei der emotionalen Verarbeitung. Mehr zur psychoonkologischen Unterstützung - Selbsthilfegruppen:
Selbsthilfegruppen bieten eine wertvolle Plattform für den Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Der Kontakt zu anderen Betroffenen kann Trost spenden, Orientierung geben und dabei helfen, emotionale Belastungen zu bewältigen. Hier findest Du eine Übersicht
Fazit: Gemeinsam gegen Krebs handeln
Der Weltkrebstag ist ein guter Zeitpunkt, um innezuhalten und bewusst etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Dazu gehören beispielsweise die Reduzierung von Risikofaktoren, die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen, die ernsthafte Betrachtung von Warnzeichen und die Unterstützung Betroffener. Der Weltkrebstag erinnert uns daran, dass wir alle aktiv werden können, um Krebs zu bekämpfen – durch Prävention, Aufklärung und Zusammenhalt. Schon kleine Schritte im Alltag können langfristig Wirkung zeigen.
Quellen:
Antworten auf häufig gestellte Fragen zu HPV-Impfung und HPV-Infektion. (2025). RKI2024. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/HPV/FAQ-Liste_HPV_Impfen.html
Cancer statistics. (2025). Cancer.gov. https://www.cancer.gov/about-cancer/understanding/statistics
Common Cancer Myths and Misconceptions. (2024). Cancer.gov. https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/myths#if-someone-in-my-family-has-cancer-am-i-likely-to-get-cancer-too
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). (2022). Krebsinformationsdienst: Informationen zu Krebs, Prävention und Behandlung. Deutsches Krebsforschungszentrum. https://www.krebsinformationsdienst.de/
Deutsche Krebsgesellschaft. (o. D.). https://www.krebsgesellschaft.de/
Krebsfrüherkennung für Männer und Frauen | BMG. (o. D.-b). BMG. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krebsfrueherkennung.html
KrebsFrüherkennungs-Richtlinie | G-BA. (o. D.). https://www.g-ba.de/richtlinien/17/
Krebsrisikofaktoren - Deutsches Krebsforschungszentrum. (o. D.). Deutsches Krebsforschungszentrum. https://www.dkfz.de/forschung/translationale-zentren/ncpc/stabsstelle-krebspraevention/risikofaktoren-fuer-krebs
World Health Organization: WHO. (2019). Cancer. https://www.who.int/health-topics/cancer#tab=tab_1
World Health Organization: WHO. (2025). Cancer. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cancer