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Bewusstseinsstörung: Ursachen, Symptome & Behandlung

Eine Bewusstseinsstörung bezeichnet eine Beeinträchtigung des Wachheits- oder Wahrnehmungszustands. Sie kann von leichter Verwirrtheit bis zur vollständigen Bewusstlosigkeit reichen.

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Wissenswertes über "Bewusstseinsstörung"

Eine Bewusstseinsstörung bezeichnet eine Beeinträchtigung des Wachheits- oder Wahrnehmungszustands. Sie kann von leichter Verwirrtheit bis zur vollständigen Bewusstlosigkeit reichen.

Was ist eine Bewusstseinsstörung?

Eine Bewusstseinsstörung ist eine medizinisch bedeutsame Veränderung des normalen Wachheits- und Wahrnehmungszustands eines Menschen. Das Bewusstsein umfasst die Fähigkeit, die eigene Person, die Umgebung und die Zeit wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Ist diese Fähigkeit eingeschränkt oder aufgehoben, spricht man von einer Bewusstseinsstörung. Sie kann vorübergehend oder dauerhaft, leicht oder lebensbedrohlich sein und erfordert stets eine medizinische Abklärung.

Formen der Bewusstseinsstörung

Bewusstseinsstörungen werden in zwei Hauptkategorien unterteilt:

Quantitative Bewusstseinsstörungen

Bei quantitativen Störungen ist das Bewusstsein in seiner Intensität vermindert. Die Abstufungen sind:

  • Somnolenz: Abnorme Schläfrigkeit, der Patient ist jedoch weckbar und reagiert auf Ansprache.
  • Sopor: Tiefe Bewusstseinstrübung, der Patient reagiert nur noch auf starke Schmerzreize.
  • Koma: Vollständige Bewusstlosigkeit ohne jede Reaktion auf Reize von außen.

Qualitative Bewusstseinsstörungen

Bei qualitativen Störungen ist das Bewusstsein in seiner Klarheit oder Kohärenz verändert, ohne notwendigerweise die Wachheit zu vermindern:

  • Verwirrtheit: Desorientiertheit zu Person, Ort oder Zeit.
  • Delir: Akuter Verwirrtheitszustand mit Unruhe, Halluzinationen und vegetativen Symptomen.
  • Dämmerzustand: Eingeschränkte Bewusstseinslage mit automatisiertem Verhalten, häufig nach epileptischen Anfällen.
  • Amnesie: Gedächtnisverlust als Teilaspekt einer Bewusstseinsstörung.

Ursachen

Bewusstseinsstörungen können durch eine Vielzahl von Erkrankungen und äußeren Einflüssen ausgelöst werden:

  • Neurologische Ursachen: Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Epilepsie, Hirntumore, Meningitis oder Enzephalitis.
  • Internistische Ursachen: Unterzuckerung (Hypoglykämie), Nierenversagen, Leberversagen, Schilddrüsenerkrankungen, schwere Infektionen (Sepsis).
  • Kardiovaskuläre Ursachen: Herzstillstand, schwere Herzrhythmusstörungen, Kreislaufversagen.
  • Toxische Ursachen: Vergiftungen durch Alkohol, Drogen, Medikamente oder andere Substanzen.
  • Psychiatrische Ursachen: Schwere psychische Erkrankungen wie dissoziative Störungen.
  • Metabolische Ursachen: Elektrolytstörungen, Sauerstoffmangel (Hypoxie), Kohlendioxidanstieg.

Symptome

Die Symptome einer Bewusstseinsstörung sind abhängig von der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad. Häufige Anzeichen sind:

  • Verlangsamte oder fehlende Reaktion auf Ansprache oder Berührung
  • Desorientierung (zu Person, Ort, Zeit oder Situation)
  • Verwirrtes, inkohärentes Sprechen oder Schweigen
  • Halluzinationen oder Wahnvorstellungen
  • Motorische Unruhe oder völlige Bewegungslosigkeit
  • Veränderungen der Pupillengröße oder Augenbewegungen
  • Atem- oder Kreislaufveränderungen

Diagnose

Die Diagnose einer Bewusstseinsstörung erfolgt klinisch und durch gezielte Untersuchungen. Wichtige Schritte sind:

  • Glasgow Coma Scale (GCS): Ein standardisiertes Schema zur Einschätzung des Bewusstseinsgrades anhand von Augenöffnung, verbaler und motorischer Reaktion.
  • Anamnese und Fremdanamnese: Befragung von Angehörigen oder Zeugen über den Hergang und Vorerkrankungen.
  • Laboruntersuchungen: Blutzucker, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte, Blutbild, Toxikologie-Screening.
  • Bildgebung: CT oder MRT des Schädels zur Erkennung von Hirnblutungen, Infarkten oder Tumoren.
  • EEG (Elektroenzephalogramm): Messung der Hirnaktivität, insbesondere bei Verdacht auf epileptische Ursachen.
  • Liquorpunktion: Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit bei Verdacht auf Meningitis oder Enzephalitis.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Schweregrad der Störung. Allgemeine Maßnahmen umfassen:

  • Erstversorgung und Notfallmaßnahmen: Sicherstellung der Atemwege, Atmung und Kreislauf (ABC-Schema); bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage.
  • Ursachenbehandlung: Zum Beispiel Glukosegabe bei Hypoglykämie, Antibiotika bei Meningitis, Thrombolyse oder Thrombektomie beim Schlaganfall, Antidote bei Vergiftungen.
  • Intensivmedizinische Betreuung: Bei schwerem Koma ist oft eine intensivmedizinische Überwachung und Beatmung notwendig.
  • Neurologische Rehabilitation: Nach überstandener akuter Phase kann eine gezielte Rehabilitation notwendig sein, um verlorene Fähigkeiten wiederzugewinnen.

Wann ist sofortige medizinische Hilfe notwendig?

Jede plötzlich auftretende oder sich rasch verschlechternde Bewusstseinsstörung ist ein medizinischer Notfall. Rufen Sie sofort den Notruf (112 in Deutschland und der EU), wenn eine Person:

  • plötzlich nicht mehr ansprechbar ist,
  • verwirrt und desorientiert wirkt,
  • unkontrollierte Zuckungen (Krampfanfall) zeigt,
  • nach einem Sturz oder Unfall das Bewusstsein verliert.

Quellen

  1. Hacke, W. (Hrsg.) - Neurologie. 14. Auflage, Springer Verlag, Berlin/Heidelberg (2019).
  2. Teasdale, G., Jennett, B. - Assessment of coma and impaired consciousness. A practical scale. The Lancet, 304(7872), 81-84 (1974). PubMed PMID: 4136544.
  3. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Bewusstseinsstörungen. www.dgn.org (2023).

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