Calciumhomöostase – Regulation & Bedeutung
Die Calciumhomöostase beschreibt die präzise Regulierung des Calciumspiegels im Blut und Körper. Sie ist für Knochen, Muskeln und Nerven unentbehrlich.
Wissenswertes über "Calciumhomöostase"
Die Calciumhomöostase beschreibt die präzise Regulierung des Calciumspiegels im Blut und Körper. Sie ist für Knochen, Muskeln und Nerven unentbehrlich.
Was ist Calciumhomöostase?
Die Calciumhomöostase bezeichnet die Fähigkeit des Körpers, den Calciumspiegel im Blut und in den Geweben in einem engen, physiologisch optimalen Bereich zu halten. Calcium (chemisches Symbol: Ca²+) ist eines der wichtigsten Mineralstoffe im menschlichen Organismus. Der Normbereich des Serumcalciums liegt bei etwa 2,2 bis 2,6 mmol/l. Abweichungen von diesem Bereich – sowohl nach oben (Hyperkalzämie) als auch nach unten (Hypokalzämie) – können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
Biologische Bedeutung von Calcium
Calcium erfüllt im Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben:
- Aufbau und Stabilität von Knochen und Zähnen
- Weiterleitung von Nervenimpulsen
- Muskelkontraktion, einschließlich des Herzmuskels
- Aktivierung von Gerinnungsfaktoren bei der Blutgerinnung
- Regulation verschiedener Enzyme und Hormone
- Intrazelluläre Signaltransduktion
Regulationsmechanismen
Die Calciumhomöostase wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, Organen und Transportmechanismen aufrechterhalten.
Parathormon (PTH)
Das Parathormon wird von den Nebenschilddrüsen ausgeschüttet, wenn der Calciumspiegel im Blut sinkt. Es bewirkt:
- Freisetzung von Calcium aus den Knochen (Knochenresorption)
- Erhöhte Calciumrückresorption in der Niere
- Aktivierung von Vitamin D in der Niere zur verbesserten Calciumaufnahme im Darm
Calcitonin
Calcitonin wird von der Schilddrüse produziert und wirkt dem PTH entgegen: Es senkt den Calciumspiegel, indem es die Knochenresorption hemmt und die Calciumausscheidung über die Niere fördert.
Vitamin D (Calcitriol)
Die aktive Form von Vitamin D, das Calcitriol, steigert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm und unterstützt die Wirkung des PTH an den Knochen und Nieren. Ein Vitamin-D-Mangel kann die Calciumhomöostase erheblich stören.
Niere
Die Niere spielt eine zentrale Rolle bei der Feinregulation des Calciumspiegels, indem sie die Menge des ausgeschiedenen oder rückreasorbierten Calciums anpasst.
Darm
Im Dünndarm wird Calcium aus der Nahrung resorbiert. Die Aufnahmerate hängt von der Vitamin-D-Versorgung, dem Calciumbedarf und der Zusammensetzung der Nahrung ab.
Knochen
Der Knochen dient als größter Calciumspeicher des Körpers. Bei Bedarf kann Calcium mobilisiert oder eingelagert werden, um den Blutspiegel stabil zu halten.
Störungen der Calciumhomöostase
Hypokalzämie (zu niedriger Calciumspiegel)
Eine Hypokalzämie entsteht z. B. durch Hypoparathyreoidismus, Vitamin-D-Mangel, Nierenerkrankungen oder Magnesiummangel. Typische Symptome sind Muskelkrämpfe, Kribbeln, Taubheitsgefühl sowie in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle.
Hyperkalzämie (zu hoher Calciumspiegel)
Eine Hyperkalzämie tritt häufig bei primärem Hyperparathyreoidismus oder malignen Tumorerkrankungen auf. Symptome umfassen Müdigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Nierensteinen und in schweren Fällen Bewusstseinsstörungen.
Diagnose
Zur Beurteilung der Calciumhomöostase werden folgende Untersuchungen eingesetzt:
- Bluttest: Bestimmung von Gesamt-Calcium und ionisiertem Calcium
- Bestimmung von PTH, Vitamin D (25-OH-D), Phosphat und Magnesium im Blut
- Urinanalyse: Calciumausscheidung im 24-Stunden-Urin
- Bildgebung: Knochenszintigraphie oder DEXA-Scan bei Verdacht auf Knochenbeteiligung
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Hypokalzämie: Calciumsubstitution oral oder intra-venös, Vitamin-D-Ergänzung, Behandlung des Hypoparathyreoidismus
- Hyperkalzämie: Flüssigkeitsgabe, Bisphosphonate, Calcitonin-Injektionen, Behandlung der Grunderkrankung
- Prävention: Ausreichende Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr durch Ernährung und ggf. Supplementierung gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Quellen
- Bringhurst, F.R., Demay, M.B., Krane, S.M., Kronenberg, H.M. - Bone and Mineral Metabolism in Health and Disease. In: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill, 2022.
- World Health Organization (WHO) - Calcium supplementation in pregnant women. WHO Guideline, Geneva, 2013. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Peacock, M. - Calcium Metabolism in Health and Disease. Clinical Journal of the American Society of Nephrology, 5(Suppl 1): S23-S30, 2010. PubMed PMID: 20089499.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieKompressionsfraktur
Grünholzfraktur
Geschlossene Fraktur
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Calciumhomöostase