H60.0 – Abszess des äußeren Ohres | ICD-10
H60.0 bezeichnet laut ICD-10 einen Abszess bzw. Furunkel des äußeren Gehörgangs – eine schmerzhafte bakterielle Entzündung mit Eiteransammlung.
Wissenswertes über "H60.0"
H60.0 bezeichnet laut ICD-10 einen Abszess bzw. Furunkel des äußeren Gehörgangs – eine schmerzhafte bakterielle Entzündung mit Eiteransammlung.
Was ist H60.0?
Der ICD-10-Code H60.0 steht für Abszess des äußeren Ohres (Otitis externa abscedens), auch als Furunkel des Gehörgangs bezeichnet. Es handelt sich um eine lokalisierte, eitrige Entzündung im Bereich des äußeren Gehörgangs, die durch eine bakterielle Infektion eines Haarfollikels oder einer Talgdrüse verursacht wird. Diese Erkrankung gehört zur Gruppe der Otitis externa – der Entzündungen des äußeren Ohres.
Ursachen
Die häufigste Ursache eines Abszesses im Gehörgang ist eine Infektion mit Staphylococcus aureus, einem Bakterium, das natürlich auf der Haut vorkommt. Begünstigende Faktoren sind:
- Verletzungen des Gehörgangs, z. B. durch Wattestäbchen oder Fingernägel
- Feuchtigkeit im Ohr (z. B. nach dem Schwimmen)
- Gesächwächtes Immunsystem
- Diabetes mellitus
- Mangelnde Hygiene oder übermäßige Reinigung des Gehörgangs
Symptome
Ein Furunkel im Gehörgang äußert sich typischerweise durch:
- Starke, pulsierende Schmerzen im betroffenen Ohr, die sich beim Ziehen an der Ohrmuschel oder beim Kauen verstärken
- Schwellung und Rötung im Gehörgang
- Eitriger Ausfluss aus dem Ohr (bei Spontanperforation)
- Gehörminderung durch Verlegung des Gehörgangs
- Allgemeines Unwohlsein und gelegentlich Fieber
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine otoskopische Untersuchung (Inspektion des Gehörgangs mit einem Ohrtrichter und Lichtquelle) durch einen HNO-Arzt gestellt. Dabei ist ein geröteter, geschwollener Bereich mit einer zentralen Eiteransammlung sichtbar. Bei Bedarf können ein Abstrich zur Keimbestimmung sowie Blutuntersuchungen erfolgen, um eine systemische Beteiligung auszuschließen.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad des Abszesses:
Konservative Behandlung
- Wärmeanwendungen (z. B. warme Umschläge) zur Förderung der Reifung des Abszesses
- Antibiotische Ohrentropfen oder systemische Antibiotika (z. B. Flucloxacillin oder Amoxicillin-Clavulansäure) bei ausgedehnter Infektion
- Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zur Linderung der Beschwerden
Chirurgische Behandlung
- Inzision und Drainage: Bei einem reifen Abszess erfolgt eine kleine Inzision (Einschnitt), um den Eiter abzuleiten. Dieser Eingriff wird meist durch einen HNO-Arzt durchgeführt.
Wann zum Arzt?
Bei starken Ohrenschmerzen, eitrigem Ausfluss, Fieber oder Gehörverlust sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Eine Selbstbehandlung oder das Manipulieren im Gehörgang können die Situation verschlimmern und zu Komplikationen wie einer Ausbreitung der Infektion führen.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kode H60.0 – Abszess des äußeren Ohres.
- Bhatt, J.M. et al.: Diseases of the External Ear. In: Flint PW et al. (Hrsg.), Cummings Otolaryngology – Head and Neck Surgery, 7th Edition, Elsevier, 2021.
- World Health Organization (WHO): International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision (ICD-10), H60 – Otitis externa.
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