K31.1 – Hypertrophe Pylorusstenose (Erwachsene)
K31.1 ist ein ICD-10-Diagnosecode für eine hypertrophe Pylorusstenose beim Erwachsenen – eine Verengung des Magenausgangs, die den Nahrungstransport behindert.
Wissenswertes über "K31.1"
K31.1 ist ein ICD-10-Diagnosecode für eine hypertrophe Pylorusstenose beim Erwachsenen – eine Verengung des Magenausgangs, die den Nahrungstransport behindert.
Was bedeutet der ICD-10-Code K31.1?
Der ICD-10-Code K31.1 steht für die hypertrophe Pylorusstenose beim Erwachsenen. Dabei handelt es sich um eine Verengung (Stenose) des Pylorus – dem Übergang zwischen Magen und Dünndarm (Zwölffingerdarm) –, die durch eine Verdickung (Hypertrophie) der Muskelschicht entsteht. Dies erschwert oder verhindert die Entleerung des Mageninhalts in den Darm.
Ursachen
Die hypertrophe Pylorusstenose beim Erwachsenen ist deutlich seltener als die bei Säuglingen. Mögliche Ursachen umfassen:
- Primäre (idiopathische) Form: Verdickung der Pylorusmuskulatur ohne bekannte Grunderkrankung, möglicherweise als späte Manifestation einer infantilen Pylorusstenose
- Sekundäre Form: Entstehung als Folge anderer Erkrankungen, z. B. chronische Magengeschwüre (peptische Ulzera), Magenkrebs (Magenkarzinom), Morbus Crohn oder chronische Gastritis im Pylorusbereich
- Narbige Strikturen: Durch wiederholte Entzündungen oder Übergreifen von Ulzera auf den Pylorus
Symptome
Die Beschwerden bei K31.1 entwickeln sich oft schleichend. Typische Symptome sind:
- Postprandiales Erbrechen: Schwallartig auftretendes Erbrechen von unverdauter Nahrung kurz nach dem Essen
- Epigastrische Schmerzen: Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch
- Frühzeitiges Sättigungsgefühl und Blähungen
- Gewichtsverlust durch eingeschränkte Nahrungsaufnahme
- Elektrolytstörungen (z. B. hypochlorämische Alkalose) bei chronischem Verlauf
- Sichtbare Magenperistaltik im Oberbauch (bei schlanken Patienten)
Diagnose
Zur Diagnosestellung stehen mehrere Verfahren zur Verfügung:
- Ösophagogastroduodenoskopie (Magenspiegelung): Goldstandard zur direkten Beurteilung des Pylorus, Ausschluss von Malignität und Möglichkeit zur Biopsie
- Ultraschall des Abdomens: Kann eine verdickte Pylorusmuskulatur nachweisen
- Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Magenpassage): Zeigt verzögerte Magenentleerung und Einengung des Pylorus
- CT-Abdomen: Zum Ausschluss von Tumoren oder anderen organischen Ursachen
- Labordiagnostik: Nachweis von Elektrolytstörungen (Hyponatriämie, Hypokaliämie, metabolische Alkalose)
Behandlung
Konservative Maßnahmen
Bei leichten Formen oder wenn eine sekundäre Ursache behandelt werden kann:
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Säuretherapie bei Ulkus mit Protonenpumpeninhibitoren)
- Diätetische Anpassungen (kleine, häufige Mahlzeiten, flüssige Kost)
- Ausgleich von Elektrolytstörungen per Infusion
Endoskopische Therapie
- Pneumatische Ballondilatation: Aufweitung des Pylorus durch einen Ballon über das Endoskop – minimalinvasive Methode der ersten Wahl
- Endoskopische Inzision: Schlitzung der Pylorusmuskulatur bei therapieresistenten Fällen
Chirurgische Therapie
- Pyloromyotomie (nach Ramstedt): Operative Längsspaltung der verdickten Pylorusmuskulatur ohne Eröffnung der Schleimhaut
- Pyloroplastik oder Magenresektion: Bei sekundären Ursachen (z. B. Tumor) oder komplizierten Verläufen
Quellen
- Herold, G. et al. – Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, aktuelle Auflage.
- World Health Organization (WHO) – ICD-10 Version 2019: K31.1 Adult hypertrophic pyloric stenosis. https://icd.who.int/browse10/
- Iqbal, C. W. et al. – Adult hypertrophic pyloric stenosis. Journal of Gastrointestinal Surgery, 2006. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/
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