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H60.4 – Cholesteatom des äußeren Ohres

H60.4 ist der ICD-10-Code für das Cholesteatom des äußeren Ohres – eine seltene Ansammlung von Plattenepithel im äußeren Gehörgang, die zu Knochenabbau führen kann.

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Wissenswertes über "H60.4"

H60.4 ist der ICD-10-Code für das Cholesteatom des äußeren Ohres – eine seltene Ansammlung von Plattenepithel im äußeren Gehörgang, die zu Knochenabbau führen kann.

Was ist H60.4 – Cholesteatom des äußeren Ohres?

Der ICD-10-Code H60.4 bezeichnet das Cholesteatom des äußeren Ohres, eine seltene, jedoch klinisch bedeutsame Erkrankung des äußeren Gehörgangs. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von verhornendem Plattenepithel (Hautgewebe), das in den knöchernen Gehörgang einwächst und durch enzymatische Prozesse lokalen Knochenabbau verursachen kann. Im Gegensatz zum häufigeren Mittelohr-Cholesteatom ist diese Form primär auf den äußeren Gehörgang beschränkt.

Ursachen

Die genauen Ursachen des Cholesteatoms des äußeren Ohres sind nicht immer eindeutig geklärt. Folgende Faktoren werden diskutiert:

  • Chronische Reizung oder Entzündung des Gehörgangs (z. B. durch rezidivierende Otitis externa)
  • Trauma oder Verletzungen des Gehörgangs, z. B. durch Fremdkörper oder unsachgemäße Ohrreinigung
  • Angeborene oder erworbene Veränderungen der Hautmigration im Gehörgang
  • Periostitis (Knochenhautentzündung) als begünstigender Faktor

Symptome

Das Cholesteatom des äußeren Ohres kann sich durch folgende Beschwerden äußern:

  • Ohrenschmerzen (Otalgie), oft tief und bohrend
  • Ohrlaufen (Otorrhoe) mit möglicherweise übel riechendem Ausfluss
  • Druckgefühl oder Verstopfungsgefühl im Ohr
  • Hörminderung durch Verlegung des Gehörgangs
  • In fortgeschrittenen Fällen: Schwindel oder neurologische Symptome bei Ausbreitung auf benachbarte Strukturen

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch einen HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) mittels:

  • Otoskopie: direkte Betrachtung des Gehörgangs mit einem Ohrtrichter oder Otoskop; typischerweise sichtbare weißliche, keratinhaltige Massen
  • Mikroskopie des Gehörgangs zur genauen Beurteilung der Ausdehnung
  • Computertomographie (CT) des Felsenbeins zur Beurteilung von Knochenläsionen und Ausbreitung
  • Histologische Untersuchung nach Biopsie zur Sicherung der Diagnose

Behandlung

Die Therapie des Cholesteatoms des äußeren Ohres ist in der Regel chirurgisch:

  • Chirurgische Entfernung: vollständige Exzision des Cholesteatoms ist die Therapie der Wahl, um Rezidive und weitere Knochenzerstörung zu verhindern
  • Kanalwandrekonstruktion: bei ausgedehntem Knochenabbau kann eine plastische Rekonstruktion des Gehörgangs erforderlich sein
  • Antibiotische Therapie: bei begleitender bakterieller Infektion prä- oder postoperativ
  • Regelmäßige Nachsorge: zur frühzeitigen Erkennung von Rezidiven ist eine langfristige HNO-Kontrolle notwendig

Prognose

Bei frühzeitiger und vollständiger chirurgischer Entfernung ist die Prognose in der Regel gut. Allerdings besteht ein Rezidivrisiko, weshalb regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen werden. Unbehandelt kann das Cholesteatom zu ernsthaften Komplikationen wie Taubheit, Gesichtsnervenlähmung oder intrakraniellen Infektionen führen.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel VIII – Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes (H60–H95).
  2. Fisch U, May J, Linder T: Tympanoplasty, Mastoidectomy and Stapes Surgery. 2nd ed. Thieme, Stuttgart 2008.
  3. Holt JJ: Ear canal cholesteatoma. Laryngoscope. 1992;102(6):608–613. PubMed PMID: 1602252.

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