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H61.0 Perichondritis des äußeren Ohres – Symptome

H61.0 bezeichnet die Perichondritis des äßeren Ohres – eine Entzündung des Bindegewebes, das den Ohrknorpel umgibt. Sie entsteht häufig nach Verletzungen oder Piercing.

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Wissenswertes über "H61.0"

H61.0 bezeichnet die Perichondritis des äßeren Ohres – eine Entzündung des Bindegewebes, das den Ohrknorpel umgibt. Sie entsteht häufig nach Verletzungen oder Piercing.

Was ist H61.0 – Perichondritis des äßeren Ohres?

Der ICD-10-Code H61.0 steht für die Perichondritis des äßeren Ohres. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Perichondriums – der dünnen Bindegewebsschicht, die den Knorpel der Ohrmuschel umgibt. Diese Erkrankung kann sich rasch ausbreiten und bei verzögerter Behandlung zu dauerhaften Knorpelschäden führen.

Ursachen

Die Perichondritis entsteht meist durch eine bakterielle Infektion. Häufige Auslöser sind:

  • Verletzungen der Ohrmuschel, z. B. durch Schnitte, Bisse oder stumpfe Traumata
  • Ohrpiercing, insbesondere durch den Knorpelbereich (Helix-Piercing)
  • Operationen am äßeren Ohr
  • Verbrennungen oder Erfrierungen der Ohrmuschel
  • Komplikationen einer Otitis externa (Gehörgangsentzündung)
  • Selten: hämatogene Ausbreitung (Keime über das Blut)

Die häufigsten Erreger sind Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus.

Symptome

Die Erkrankung macht sich typischerweise durch folgende Zeichen bemerkbar:

  • Rötung, Schwellung und Wärme der Ohrmuschel
  • Starke Schmerzen im betroffenen Bereich
  • Verhartung oder Spannungsgefühl des Gewebes
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl (bei fortgeschrittener Infektion)
  • Flüssigkeitsansammlung (Abszess) zwischen Perichondrium und Knorpel

Charakteristisch ist, dass das Ohrläppchen in der Regel nicht betroffen ist, da es kein Knorpelgewebe enthält.

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt – also durch Untersuchung des Ohres durch einen Arzt. Folgende Maßnahmen können zusätzlich eingesetzt werden:

  • Abstriche zur mikrobiologischen Erregerbestimmung
  • Blutuntersuchung (Entzündungsparameter wie CRP und Leukozyten)
  • Bildgebung (Ultraschall oder CT) bei Verdacht auf Abszess oder tiefer Ausbreitung

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung:

Konservative Therapie

  • Antibiotika: Mittel der Wahl sind Fluorchinolone (z. B. Ciprofloxacin), da sie gegen Pseudomonas wirksam sind. Die Therapiedauer beträgt meist 10–14 Tage.
  • Lokale Behandlung: Kühlung, antiseptische Umschläge
  • Schmerztherapie: z. B. mit Ibuprofen oder Paracetamol

Chirurgische Therapie

  • Bei Abszessbildung: chirurgische Eröffnung und Dränage des Eiters
  • Entfernung von abgestorbenem Gewebe (Debridement)
  • Bei schweren Fällen: stationäre Aufnahme und intravenose Antibiotikabehandlung

Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um bleibende Verformungen der Ohrmuschel (sog. Blumenkohlrüschen-Ohr) zu verhindern.

Prognose

Bei rechtzeitiger und konsequenter Therapie heilt die Perichondritis des äßeren Ohres in der Regel vollständig ab. Bei verspäteter Behandlung kann es zu Knorpelzerstörung und dauerhafter Verformung der Ohrmuschel kommen.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024 – H61.0 Perichondritis des äßeren Ohres.
  2. Probst R., Grevers G., Iro H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2017.
  3. Prasad H. K. C. et al.: Perichondritis of the auricle and its management. Journal of Laryngology & Otology, 2007; 121(6): 530–534.

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