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H61.2 Cerumenpfropf – Ursachen und Behandlung

H61.2 ist der ICD-10-Code für einen Cerumenpfropf (Ohrenschmalzpfropf). Er beschreibt die krankhafte Ansammlung von Ohrenschmalz im Gehörgang.

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Wissenswertes über "H61.2"

H61.2 ist der ICD-10-Code für einen Cerumenpfropf (Ohrenschmalzpfropf). Er beschreibt die krankhafte Ansammlung von Ohrenschmalz im Gehörgang.

Was ist H61.2?

Der ICD-10-Code H61.2 steht für einen Cerumenpfropf, auch als Zeruminalpfropf oder Ohrenschmalzpfropf bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Ansammlung von eingedicktem Ohrenschmalz (Zerumen) im äußeren Gehörgang, die zu einer teilweisen oder vollständigen Verlegung des Gehörgangs führen kann.

Ohrenschmalz ist grundsätzlich eine natürliche Schutzsubstanz des Ohres. Es wird von spezialisierten Drüsen in der Haut des Gehörgangs produziert und erfüllt wichtige Funktionen wie Reinigung, Befeuchtung und Schutz vor Bakterien sowie Fremdpartikeln. Problematisch wird es erst, wenn sich das Zerumen in übermäßiger Menge ansammelt und den Gehörgang blockiert.

Ursachen

Ein Cerumenpfropf kann verschiedene Ursachen haben:

  • Überproduktion von Ohrenschmalz: Manche Menschen produzieren von Natur aus mehr Zerumen als andere.
  • Enger Gehörgang: Eine anatomisch bedingte Enge des Gehörgangs begünstigt die Ansammlung von Zerumen.
  • Falsche Ohrenhygiene: Die Verwendung von Wattестäbchen kann Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang schieben, anstatt es zu entfernen.
  • Tragen von Hörgeräten oder In-Ear-Kopfhörern: Diese können den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus des Ohres behindern.
  • Alter: Im höheren Alter wird das Zerumen trockener und kann sich leichter verdichten.
  • Berufsbedingte Faktoren: Häufiger Kontakt mit Staub oder Schmutz kann zur Pfropfbildung beitragen.

Symptome

Ein Cerumenpfropf kann folgende Beschwerden verursachen:

  • Hörminderung oder Gefühl von verstopften Ohren
  • Ohrenschmerzen oder Druckgefühl im Ohr
  • Tinnitus (Ohrklingen oder -rauschen)
  • Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen (selten)
  • Juckreiz im Gehörgang
  • Hustenreiz durch Reizung des Nervus vagus (selten)

Diagnose

Die Diagnose eines Cerumenpfropfes (ICD-10: H61.2) wird in der Regel durch eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) gestellt. Der Arzt oder die Ärztin kann mit einem Otoskop direkt in den Gehörgang schauen und das angesammelte Ohrenschmalz sichtbar machen. Weitere diagnostische Verfahren sind in der Regel nicht notwendig.

Behandlung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Cerumenpfropf zu behandeln:

Ohrenspülung

Bei der Ohrenspülung wird lauwarmes Wasser oder eine Kochsalzlösung mit leichtem Druck in den Gehörgang gespült, um das Ohrenschmalz herauszulösen. Dieses Verfahren sollte nur bei intaktem Trommelfell durchgeführt werden.

Zerumenolytika (Ohrentropfen)

Zerumenolytische Ohrentropfen enthalten Wirkstoffe wie Glycerin, Mandelöl oder Wasserstoffperoxid, die das Ohrenschmalz aufweichen und seine Entfernung erleichtern. Sie werden häufig vor einer Spülung angewendet.

Manuelle Entfernung

In der HNO-arztlichen Praxis kann der Pfropf auch mechanisch mithilfe spezieller Instrumente wie einer Ohrkurütte (Löffelinstrument) oder einer Absaugung entfernt werden.

Prävention

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, auf das Einführen von Wattеstäbchen oder anderen Gegenständen in den Gehörgang zu verzichten. Wer zu häufigen Pfropfbildungen neigt, kann regelmässig zerumenolytische Tropfen zur Pflege verwenden.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kode H61.2 – Zeruminalpfropf.
  2. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Zeruminalpfropf, AWMF-Register Nr. 017-062, 2019.
  3. Burton MJ, Doree C: Ear drops for the removal of ear wax. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 1.

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