H61.3 Ohrenschmalzpropf – Ursachen & Behandlung
H61.3 ist der ICD-10-Code für einen Ohrenschmalzpropf (Cerumen obturans). Dabei verstopft angesammeltes Ohrenschmalz den Gehörgang und kann Hörminderung oder Ohrbeschwerden verursachen.
Wissenswertes über "H61.3"
H61.3 ist der ICD-10-Code für einen Ohrenschmalzpropf (Cerumen obturans). Dabei verstopft angesammeltes Ohrenschmalz den Gehörgang und kann Hörminderung oder Ohrbeschwerden verursachen.
Was ist H61.3 – Ohrenschmalzpropf (Cerumen obturans)?
Der ICD-10-Code H61.3 steht für den sogenannten Ohrenschmalzpropf, medizinisch auch Cerumen obturans genannt. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Ohrenschmalz (Cerumen) im äußeren Gehörgang, die so ausgepägt ist, dass sie den Kanal vollständig oder teilweise blockiert. Ohrenschmalz ist ein natürliches Sekret des Körpers, das den Gehörgang schützt und reinigt. Wird es jedoch nicht ausreichend abtransportiert, kann es sich zu einem festen Propf verdichten.
Ursachen
Die Entstehung eines Ohrenschmalzpropfes kann verschiedene Ursachen haben:
- Überproduktion von Cerumen: Manche Menschen produzieren von Natur aus mehr Ohrenschmalz als andere.
- Enger oder gewölbter Gehörgang: Anatomische Besonderheiten können den natürlichen Abfluss des Ohrenschmalzes behindern.
- Falsches Reinigen: Das Einführen von Wattestäbchen oder anderen Gegenständen in den Gehörgang schiebt das Cerumen tiefer hinein und verdichtet es.
- Verwendung von In-Ear-Kopfhörern oder Hörgeräten: Diese können den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus des Ohres stören.
- Zunehmendes Alter: Im Alter wird das Ohrenschmalz trockener und bruchhafter, was einen Propf begünstigt.
- Starke Behaarung im Gehörgang: Diese kann den Abfluss des Cerumens blockieren.
Symptome
Ein Ohrenschmalzpropf verursacht typischerweise folgende Beschwerden:
- Hörminderung oder Dumpfheit des Hörens auf dem betroffenen Ohr
- Ohrdruck oder ein Gefühl der Verstopfung
- Ohrensausen (Tinnitus)
- Ohrschmerzen, insbesondere wenn der Propf fest sitzt
- Schwindel in seltenen Fällen
- Hören der eigenen Stimme unnatural laut (Autophonie)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine einfache Ohrenspiegelung (Otoskopie) gestellt. Dabei schaut der Arzt oder die Ärztin mit einem speziellen Instrument (Otoskop) in den Gehörgang und kann den Propf direkt sehen. Weitere Untersuchungen sind meist nicht notwendig.
Behandlung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Ohrenschmalzpropf zu entfernen:
Ohrenspülung
Die häufigste Methode ist die Ohrenspülung mit warmem Wasser. Der Arzt spült dabei den Gehörgang, um das Ohrenschmalz herauszulösen. Diese Methode ist einfach und in den meisten Fällen sehr wirksam.
Ohrenschmalzlösende Tropfen (Cerumenolytika)
Apothekenpflichtige Ohrentropfen können das Ohrenschmalz erweichen und dessen natürlichen Abgang fördern. Typische Wirkstoffe sind ölbasierte Lösungen wie Mandelöl oder Glycerin sowie wasserbasierende Substanzen.
Manuelle Entfernung
In manchen Fällen entfernt der Arzt den Propf mit speziellen Instrumenten (z. B. einer Ohrkurütte oder Absaugung) direkt unter Sicht. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn eine Spülung nicht möglich ist, etwa bei Trommelfellperforation.
Was man vermeiden sollte
Das Einführen von Wattestäbchen oder anderen Gegenständen in den Gehörgang sollte unbedingt vermieden werden, da dies den Propf weiter verdichten und das Trommelfell verletzen kann.
Wann zum Arzt?
Bei anhaltender Hörminderung, Ohrenschmerzen, Schwindel oder wenn Selbstbehandlungsversuche keine Linderung bringen, sollte unbedingt ein HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohrenarzt) aufgesucht werden. Besondere Vorsicht ist bei bekanntem Trommelfellriss oder vorangegangenen Ohrenoperationen geboten.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, H61.3 – Ohrenschmalzpropf.
- Schwartz SR et al. – Clinical Practice Guideline: Earwax (Cerumen Impaction). Otolaryngology–Head and Neck Surgery, 2017; 156(1_suppl): S1–S29. PubMed PMID: 28045591.
- Burton MJ, Doree C – Ear drops for the removal of ear wax. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018. DOI: 10.1002/14651858.CD004326.pub3.
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