L50.0 – Allergische Urtikaria: Symptome & Therapie
L50.0 bezeichnet die allergische Urtikaria (Nesselsucht) – eine allergisch bedingte Hautreaktion mit juckenden Quaddeln. Ausgelöst durch Allergene wie Nahrungsmittel oder Medikamente.
Wissenswertes über "L50.0"
L50.0 bezeichnet die allergische Urtikaria (Nesselsucht) – eine allergisch bedingte Hautreaktion mit juckenden Quaddeln. Ausgelöst durch Allergene wie Nahrungsmittel oder Medikamente.
Was ist L50.0 – Allergische Urtikaria?
L50.0 ist der ICD-10-Code für die allergische Urtikaria, auch bekannt als allergische Nesselsucht. Es handelt sich um eine allergisch vermittelte Hauterkrankung, bei der das Immunsystem auf bestimmte Auslöser (Allergene) überreagiert. Dabei werden Mastzellen in der Haut aktiviert, die den Botenstoff Histamin freisetzen. Dies führt zu charakteristischen, juckenden Hautschwellungen, den sogenannten Quaddeln.
Ursachen und Auslöser
Die allergische Urtikaria wird durch eine IgE-vermittelte Immunreaktion vom Soforttyp (Typ-I-Allergie) ausgelöst. Zu den häufigsten Auslösern gehören:
- Nahrungsmittel: Nüsse, Meesfrüchte, Eier, Milch, Weizen
- Medikamente: Antibiotika (z. B. Penicillin), Aspirin, nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)
- Insektenstiche: Bienen- oder Wespengift
- Latex
- Tierhaare und Pollen (seltener direkte Hautauslöser)
Symptome
Typische Symptome der allergischen Urtikaria sind:
- Quaddeln: erhabene, rötliche oder blasse Hautschwellungen, die stark jucken
- Brennen oder Hitzegefühl auf der Haut
- Angödem: tiefere Schwellungen, z. B. an Lippen, Augenlidern oder Zunge
- Allgemeines Unwohlsein
In schweren Fällen kann eine anaphylaktische Reaktion auftreten, die einen medizinischen Notfall darstellt und sofortige ärztliche Behandlung erfordert.
Diagnose
Die Diagnose der allergischen Urtikaria erfolgt durch:
- Anamnese: Befragung zu Auslösern, Symptombeginn und Verlauf
- Hauttest: Pricktest zur Identifikation spezifischer Allergene
- Bluttest: Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern im Serum
- Provokationstest: unter kontrollierter ärztlicher Aufsicht bei unklaren Fällen
Behandlung
Akutbehandlung
Die wichtigste Maßnahme ist die Meidung des auslösenden Allergens. Zur symptomatischen Behandlung werden eingesetzt:
- Antihistaminika (z. B. Cetirizin, Loratadin) als Mittel der ersten Wahl
- Kortikosteroide (z. B. Prednisolon) bei schweren Verläufen
- Adrenalin (Epinephrin) bei anaphylaktischen Reaktionen – als Notfallmedikament
Langzeitmanagement
Bei bekanntem Allergen empfiehlt sich eine spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, um die Überreaktion des Immunsystems langfristig zu reduzieren. Patienten mit schwerem Verlauf sollten stets einen Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor bei sich tragen.
Quellen
- Zuberbier T. et al. – The EAACI/GA²LEN/EDF/WAO guideline for the definition, classification, diagnosis and management of urticaria. Allergy, 2022.
- Deutsches Ärzteblatt – Urtikaria: Diagnose und Therapie. Dtsch Arztebl Int, 2018.
- World Allergy Organization (WAO) – White Book on Allergy, 2020.
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