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H62.2 Otitis externa bei Mykosen – Ursachen & Therapie

H62.2 bezeichnet eine Otitis externa bei Mykosen – eine Pilzinfektion des äußeren Gehörgangs. Sie verursacht Juckreiz, Ausfluss und Schmerzen im Ohr.

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Wissenswertes über "H62.2"

H62.2 bezeichnet eine Otitis externa bei Mykosen – eine Pilzinfektion des äußeren Gehörgangs. Sie verursacht Juckreiz, Ausfluss und Schmerzen im Ohr.

Was ist H62.2?

Der ICD-10-Code H62.2 steht für Otitis externa bei Mykosen, also eine Entzündung des äußeren Gehörgangs, die durch Pilzinfektionen verursacht wird. Diese Erkrankung wird auch als Otomykose bezeichnet und betrifft den Gehörgang zwischen dem Ohröffnung und dem Trommelfell. Sie kann ein- oder beidseitig auftreten und ist in warmen, feuchten Klimazonen besonders häufig.

Ursachen

Die Otitis externa bei Mykosen wird am häufigsten durch folgende Pilzarten ausgelöst:

  • Aspergillus niger und andere Aspergillus-Spezies (häufigster Erreger)
  • Candida albicans und andere Candida-Arten

Begünstigende Faktoren sind unter anderem:

  • Feuchtes und warmes Klima oder häufiges Schwimmen
  • Vorherige oder gleichzeitige Anwendung von Antibiotika oder Kortikosteroiden im Ohr
  • Verletzungen oder Manipulationen im Gehörgang (z. B. durch Wattestsäbchen)
  • Schwächung des Immunsystems (z. B. bei Diabetes mellitus oder HIV)
  • Veränderungen des pH-Wertes im Gehörgang
  • Vorbestehende chronische Otitis externa

Symptome

Typische Beschwerden bei H62.2 umfassen:

  • Intensiver Juckreiz im Gehörgang (oft das Leitsymptom)
  • Ausfluss aus dem Ohr, häufig gräulich, weißlich oder schwarz (abhängig vom Erreger)
  • Gefühl der Verstopfung oder Vollheit im Ohr
  • Schmerzen im Ohr, insbesondere beim Berühren oder Drücken des Tragus
  • Leichte Hörminderung durch Verstopfung des Gehörgangs
  • Gelegentlich Tinnitus (Ohrklingeln)

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) gestellt:

  • Otoskopie: Direkte Inspektion des Gehörgangs mit einem Otoskop. Typisch sind Belagbildungen (oft wie feuchtes Papier oder schimmelig aussehende Ablagerungen).
  • Mikroskopische Untersuchung: Abstrich und mikroskopische Analyse des Sekrets zur Identifikation des Pilzerregers.
  • Pilzkultur (Mykogramm): Anzucht des Pilzes zur genauen Speziesbestimmung und Resistenztestung.
  • Ausschluss anderer Ohrerkrankungen (z. B. bakterielle Otitis externa oder Cholesteatom).

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach dem auslösenden Pilzerreger und dem Schweregrad der Infektion:

Lokale (topische) Therapie

  • Antifungale Ohrentropfen oder -salben, z. B. mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin
  • Reinigung des Gehörgangs durch den HNO-Arzt (Absaugen oder Spülen), um Pilzbelag zu entfernen
  • Ansäuerung des Gehörgangs mit esslösaligen Lösungen (pH-Senkung hemmt Pilzwachstum)

Systemische Therapie

  • Bei schweren oder ausgedehnten Verläufen oder bei immungeschwächten Patienten können systemische Antimykotika (z. B. Fluconazol, Itraconazol) erforderlich sein.

Allgemeine Maßnahmen

  • Gehörgang trocken halten und Wasser vermeiden
  • Absetzen oder Anpassen von Antibiotika- oder Kortikosteropräparaten, sofern möglich
  • Behandlung von Grunderkrankungen (z. B. Blutzuckereinstellung bei Diabetes)

Verlauf und Prognose

Bei konsequenter Behandlung ist die Prognose gut. Allerdings neigt die Otomykose zu Rückfällen, insbesondere wenn begünstigende Faktoren bestehen bleiben. Eine vollständige Aushärtung der Behandlung über mehrere Wochen ist wichtig, um Rézidive zu vermeiden. Unbehandelt kann die Infektion auf das Mittelohr übergreifen.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): ICD-10 Classification of Mental and Behavioural Disorders – H62.2 Otitis externa in mycoses. Genf, 2019.
  2. Kaur R, Mittal N, Kakkar M, Aggarwal AK, Mathur MD: Otomycosis: A Clinicomycologic Study. Ear, Nose & Throat Journal, 2000; 79(8): 606–609. PubMed PMID: 10969469.
  3. Ho T, Vrabec JT, Yoo D, Coker NJ: Otomycosis: Clinical Features and Treatment Implications. Otolaryngology – Head and Neck Surgery, 2006; 135(5): 787–791. PubMed PMID: 17071116.

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