H90.2 – Beidseitige Schallleitungsschwerhörigkeit
H90.2 ist der ICD-10-Code für beidseitige Schallleitungsschwerhörigkeit. Dabei ist die Schallweiterleitung im Außen- oder Mittelohr beeinträchtigt, was zu Hörverlust führt.
Wissenswertes über "H90.2"
H90.2 ist der ICD-10-Code für beidseitige Schallleitungsschwerhörigkeit. Dabei ist die Schallweiterleitung im Außen- oder Mittelohr beeinträchtigt, was zu Hörverlust führt.
Definition
H90.2 ist ein Diagnosecode aus dem ICD-10-Klassifikationssystem (Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision). Er steht für eine beidseitige Schallleitungsschwerhörigkeit (auch: konduktive Schwerhörigkeit), bei der die Weiterleitung von Schallwellen vom Außenohr über das Mittelohr zum Innenohr gestört ist. Das Innenohr selbst sowie der Hörnerv sind in der Regel nicht betroffen.
Ursachen
Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann durch verschiedene Erkrankungen oder Zustände des Außen- oder Mittelohrs verursacht werden:
- Ohrenschmalzpropf (Cerumen obturans): Ansammlung von Ohrenschmalz, die den Gehörgang blockiert.
- Mittelohrentzündung (Otitis media): Entzündung des Mittelohrs, häufig mit Flüssigkeitsansammlung.
- Plätzchenerguss (Seromukotympanum): Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ohne akute Entzündung.
- Trommelfellperforation: Riss oder Loch im Trommelfell durch Trauma, Infektion oder Druckveränderungen.
- Otosklerose: Krankhafte Verknöcherung im Mittelohr, die die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen einschränkt.
- Fehlbildungen des Außen- oder Mittelohrs: Angeborene Strukturanomalien.
- Fremdkörper im Gehörgang: Besonders bei Kindern.
Symptome
Die typischen Beschwerden einer beidseitigen Schallleitungsschwerhörigkeit umfassen:
- Reduziertes Hörvermögen auf beiden Ohren
- Dumpfes oder gedämpftes Hören
- Das Gefühl von Druck oder Verstopfung in den Ohren
- Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache, insbesondere in lauter Umgebung
- Eventuell begleitende Ohrgeräusche (Tinnitus)
Diagnose
Die Diagnose einer Schallleitungsschwerhörigkeit wird durch verschiedene Untersuchungen gestellt:
- Otoskopie: Sichtuntersuchung des Gehörgangs und Trommelfells.
- Tonaudiometrie: Messung des Hörvermögens bei verschiedenen Frequenzen; bei Schallleitungsschwerhörigkeit zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Luft- und Knochenleitung.
- Tympanometrie: Messung der Beweglichkeit des Trommelfells und des Mittelohrs.
- Weber- und Rinne-Test: Stimmgabeltests zur Unterscheidung zwischen Schallleitung- und Schallempfindungsschwerhörigkeit.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Entfernung von Ohrenschmalz durch spülen oder Ausspülen des Gehörgangs.
- Antibiotika oder Kortison bei entzündlichen Erkrankungen des Mittelohrs.
- Parazentese oder Paukenröhrchen bei andauerndem Plätzchenerguss.
- Operative Eingriffe wie Tympanoplastik (Trommelfellrekonstruktion) oder Stapedektomie (bei Otosklerose).
- Hörgeräte können eingesetzt werden, wenn eine operative Korrektur nicht möglich oder nicht gewünscht ist.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – H90.2 Schallleitungsschwerhörigkeit, beidseitig. bfarm.de
- Strutz J., Mann W. (Hrsg.): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. 3. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart, 2021.
- World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases, 10th Revision (ICD-10). who.int
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