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H91.9 – Hörverlust nicht näher bezeichnet

H91.9 bezeichnet einen nicht näher spezifizierten Hörverlust. Dieser ICD-10-Code wird verwendet, wenn eine Schwerhörigkeit vorliegt, deren genaue Ursache oder Art nicht klassifiziert ist.

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Wissenswertes über "H91.9"

H91.9 bezeichnet einen nicht näher spezifizierten Hörverlust. Dieser ICD-10-Code wird verwendet, wenn eine Schwerhörigkeit vorliegt, deren genaue Ursache oder Art nicht klassifiziert ist.

Was bedeutet der ICD-10-Code H91.9?

Der ICD-10-Code H91.9 steht für einen nicht näher bezeichneten Hörverlust (Sonstige und nicht näher bezeichnete Schwerhörigkeit). Er wird in der medizinischen Dokumentation verwendet, wenn bei einem Patienten eine Schwerhörigkeit festgestellt wurde, die sich keiner spezifischen Untergruppe zuordnen lässt oder deren genaue Ursache noch nicht geklärt ist.

Ursachen

Da der Code H91.9 eine Sammelbezeichnung ist, können verschiedene Ursachen zugrunde liegen:

  • Presbyakusis: Altersbedingte Schwerhörigkeit, die durch den natürlichen Abbau der Hörzellen im Innenohr entsteht.
  • Lärmexposition: Langzeitiger oder akuter Lärm kann die Haarzellen in der Cochlea (Hörschnecke) dauerhaft schädigen.
  • Otosklerose: Eine Verknöcherung der Gehörknochen, die die Schallübertragung beeinträchtigt.
  • Infektionen: Entzündungen des Mittelohrs oder des Innenohrs können zu Schwerhörigkeit führen.
  • Ototoxische Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel einige Antibiotika oder Chemotherapeutika, können das Gehör schädigen.
  • Genetische Faktoren: Angeborene oder erblich bedingte Hörstörungen.
  • Tumore: Zum Beispiel ein Akustikusneurinom (gutartiger Tumor des Hörnervs).

Symptome

Die Beschwerden können je nach Ursache und Schweregrad variieren:

  • Vermindertes Hörvermögen auf einem oder beiden Ohren
  • Schwierigkeiten, Gespräche zu verstehen, besonders in lauter Umgebung
  • Häufiges Nachfragen oder lautes Stellen von Fernseher und Radio
  • Tinnitus (Ohrgeräusche) als Begleiterscheinung
  • Völle- oder Druckgefühl im Ohr (bei bestimmten Ursachen)

Diagnose

Zur Abklärung eines Hörverlustes stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:

  • Audiometrie: Messung des Hörvermögens mit Ton- und Sprachaudiogramm, um Ausmaß und Art des Hörverlustes zu bestimmen.
  • Tympanometrie: Untersuchung der Mittelohrfunktion und des Trommelfells.
  • OAE (Otoakustische Emissionen): Prüfung der Funktion der äußeren Haarzellen im Innenohr.
  • BERA (Hirnstammaudiometrie): Messung der Hirnstammpotenziale zur Beurteilung des Hörnervs.
  • Bildgebung: MRT oder CT bei Verdacht auf strukturelle Ursachen wie Tumore oder Fehlbildungen.
  • Laboruntersuchungen: Zum Ausschluss von Infektionen oder Autoimmunerkrankungen.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache des Hörverlustes:

  • Hörgeräte: Bei mittel- bis hochgradigem Hörverlust kann ein Hörgerät die Hörfähigkeit deutlich verbessern.
  • Cochlea-Implantat: Bei schwerem bis an Taubheit grenzendem Hörverlust kann ein elektronisches Innenohrersatz (Cochlea-Implantat) eingesetzt werden.
  • Medikamentöse Therapie: Bei entzündlichen oder ototoxischen Ursachen können Kortison oder andere Medikamente eingesetzt werden.
  • Operative Eingriffe: Bei strukturellen Ursachen wie Otosklerose oder Cholesteatom kann eine Operation notwendig sein.
  • Hörtaktiken und Rehabilitation: Kommunikationstraining und auditive Rehabilitation zur Verbesserung der Alltagskommunikation.

Wann zum Arzt?

Bei plötzlichem Hörverlust handelt es sich um einen Notfall, der umgehend ärztlich abgeklärt werden muss. Auch bei schleichendem Hörverlust, Ohrgeräuschen oder Schwindel sollte zeitnah ein HNO-Arzt aufgesucht werden, um die Ursache zu klären und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel VIII, Code H91.9.
  2. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde: S2k-Leitlinie Schwerhörigkeit im Erwachsenenalter, AWMF-Registernummer 017-077 (2021).
  3. World Health Organization (WHO): World Report on Hearing. Geneva: WHO Press, 2021.

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