K29.8 Duodenitis – ICD-10-Code erklärt
K29.8 ist der ICD-10-Code für Duodenitis, eine Entzündung des Zwölffingerdarms. Sie verursacht Oberbauchschmerzen und kann mit einer Magenreizung verbunden sein.
Wissenswertes über "K29.8"
K29.8 ist der ICD-10-Code für Duodenitis, eine Entzündung des Zwölffingerdarms. Sie verursacht Oberbauchschmerzen und kann mit einer Magenreizung verbunden sein.
Was bedeutet ICD-10-Code K29.8?
Der ICD-10-Code K29.8 steht für Duodenitis – eine Entzündung der Schleimhaut des Zwölffingerdarms (Duodenum). Das Duodenum ist der erste Abschnitt des Dünndarms und schließt direkt an den Magen an. In manchen Fällen wird die Diagnose auch als Gastroduodenitis gestellt, wenn Magen und Zwölffingerdarm gemeinsam entzündet sind.
Ursachen
Eine Duodenitis kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Helicobacter-pylori-Infektion: Das häufigste Bakterium, das Entzündungen im Magen-Darm-Trakt verursacht.
- Nichtsteroide Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Schleimhaut reizen.
- Übermäßiger Alkohol- und Koffeinkonsum: Reizt die Schleimhaut dauerhaft.
- Stress: Kann die Schutzfunktion der Schleimhaut schwächen.
- Erhöhte Säureproduktion: Zum Beispiel beim Zollinger-Ellison-Syndrom.
- Morbus Crohn: Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die auch das Duodenum betreffen kann.
Symptome
Die Symptome einer Duodenitis können variieren und ähneln oft denen eines Magengeschwürs:
- Schmerzen oder Brennen im Oberbauch, häufig nüchtern oder nachts
- Übelkeit und gelegentliches Erbrechen
- Blähungen und Vollegefühl
- Appetitlosigkeit
- Säureregürgeln (Sodbrennen)
- In schweren Fällen: teerfarbener Stuhl (Hinweis auf Blutung)
Diagnose
Die Gastroskopie (Magenspiegelung) ist die wichtigste diagnostische Maßnahme. Dabei kann die Schleimhaut direkt beurteilt und eine Gewebeprobe (Biopsie) zur feingeweblichen Untersuchung entnommen werden. Zusätzlich wird ein Helicobacter-pylori-Test durchgeführt, da dieser Keim häufig ursächlich beteiligt ist.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache:
- Helicobacter-pylori-Eradikation: Eine Kombination aus Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer (PPI) zur Keimbeseitigung.
- Protonenpumpenhemmer (PPI): Medikamente wie Omeprazol oder Pantoprazol hemmen die Magensäureproduktion und fördern die Heilung der Schleimhaut.
- Absetzen auslösender Medikamente: Falls NSAR die Ursache sind, sollten diese nach Möglichkeit abgesetzt oder durch magenschützende Mittel begleitet werden.
- Diätetische Maßnahmen: Verzicht auf Alkohol, Koffein, fettreiche und scharfe Speisen.
- Stressreduktion: Entspannungsverfahren können die Beschwerden lindern.
Verlauf und Prognose
Eine akute Duodenitis heilt bei konsequenter Behandlung meist vollständig aus. Eine chronische Duodenitis erfordert eine langfristige Therapie und regelmäßige Kontrollen, da unbehandelt ein erhöhtes Risiko für Magengeschwüre oder Zwölffingerdarmgeschwüre besteht.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI – Krankheiten des Verdauungssystems, K29.8.
- Longo DL et al. (Hrsg.): Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
- Sötje M et al.: Leitlinie zur Helicobacter-pylori-Diagnostik und -Therapie. Zeitschrift für Gastroenterologie, 2022.
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