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K51.3 Rektosigmoiditis ulcerosa – ICD-10

K51.3 bezeichnet die Rektosigmoiditis ulcerosa, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die das Rektum und den Sigmaabschnitt des Dickdarms betrifft.

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Wissenswertes über "K51.3"

K51.3 bezeichnet die Rektosigmoiditis ulcerosa, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die das Rektum und den Sigmaabschnitt des Dickdarms betrifft.

Was ist K51.3 – Rektosigmoiditis ulcerosa?

Der ICD-10-Code K51.3 steht für die Rektosigmoiditis ulcerosa, eine Form der Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankung). Bei dieser Erkrankung ist die Entzündung auf das Rektum (Mastdarm) und das Sigma (letzter Abschnitt des Dickdarms vor dem Mastdarm) beschränkt. Die Schleimhaut dieser Darmabschnitte ist entzündet und weist typischerweise Geschwüre (Ulzera) auf.

Ursachen

Die genaue Ursache der Rektosigmoiditis ulcerosa ist nicht vollständig geklärt. Als wesentliche Faktoren gelten:

  • Fehlgeleitete Immunreaktion: Das Immunsystem greift fälschlicherweise die Darmschleimhaut an.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
  • Veränderungen des Darmmikrobioms: Ein Ungleichgewicht der Darmflora kann die Entzündung fördern.
  • Umwelt- und Lebensstilfaktoren: Stress, Ernährung und bestimmte Medikamente können als Auslöser wirken.

Symptome

Die Symptome können in Schüben auftreten und variieren in ihrer Stärke:

  • Blutiger oder schleimiger Stuhlgang
  • Häufiger Stuhldrang (Tenesmus)
  • Bauchschmerzen und -krämpfe, besonders im linken Unterbauch
  • Durchfall oder veränderte Stuhlgewohnheiten
  • Allgemeines Unwohlsein und Müdigkeit
  • In schweren Fällen: Gewichtsverlust und Blutanämie

Diagnose

Die Diagnose der Rektosigmoiditis ulcerosa erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:

  • Koloskopie (Darmspiegelung): Goldstandard zur direkten Beurteilung der Darmschleimhaut und Entnahme von Gewebeproben (Biopsien).
  • Histologische Untersuchung: Mikroskopische Analyse des Gewebes zur Sicherung der Diagnose.
  • Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker wie CRP und Blutbild zur Beurteilung der Krankheitsaktivität.
  • Stuhluntersuchungen: Ausschluss infektiöser Ursachen, z. B. Fecal Calprotectin als Entzündungsmarker.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere des Krankheitsschubes und zielt auf die Remission und deren Erhalt ab:

Medikamentöse Therapie

  • Aminosalicylate (5-ASA): Mittel der ersten Wahl, z. B. Mesalazin, lokal als Suppositorien oder Einlauf sowie oral.
  • Kortikosteroide: Bei mittelschweren bis schweren Schüben zur Gedämpfung der Entzündung.
  • Immunmodulatoren: z. B. Azathioprin bei häufigen Rückfällen.
  • Biologika: z. B. TNF-alpha-Hemmer bei therapierefrakteren Fällen.

Operative Therapie

Bei schwerwiegenden Komplikationen oder Versagen der medikamentösen Therapie kann eine Operation (z. B. Proktokolektomie) notwendig werden.

Lebensstil und unterstützende Maßnahmen

  • Stressreduktion und psychosoziale Unterstützung
  • Angepasste Ernährung in akuten Phasen
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Verlauf und Prognose

Die Rektosigmoiditis ulcerosa verläuft in der Regel in Schüben mit dazwischenliegenden Remissionsphasen. Mit einer konsequenten medikamentösen Therapie lässt sich bei den meisten Patienten eine langfristige Remission erreichen. Ein Teil der Erkrankten erlebt jedoch eine Ausdehnung der Entzündung auf weitere Darmabschnitte. Langzeitkomplikationen wie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko nach jahrelangem Krankheitsverlauf erfordern regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

Quellen

  1. S3-Leitlinie Colitis ulcerosa, Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2023.
  2. World Health Organization (WHO): ICD-10 Classification of Mental and Behavioural Disorders – K51.3 Ulcerative (chronic) rectosigmoiditis, 2019.
  3. Dignass A et al.: Second European evidence-based consensus on the diagnosis and management of ulcerative colitis. Journal of Crohn's and Colitis, 2012.

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