L02.2 – Hautabszess, Furunkel, Karbunkel am Rumpf
L02.2 ist ein ICD-10-Code für einen Hautabszess, ein Furunkel oder ein Karbunkel am Rumpf. Diese eitrigen Hautinfektionen betreffen den Bereich von Brust, Bauch und Rücken.
Wissenswertes über "L02.2"
L02.2 ist ein ICD-10-Code für einen Hautabszess, ein Furunkel oder ein Karbunkel am Rumpf. Diese eitrigen Hautinfektionen betreffen den Bereich von Brust, Bauch und Rücken.
Was bedeutet der ICD-10-Code L02.2?
Der ICD-10-Code L02.2 bezeichnet einen Hautabszess, Furunkel oder Karbunkel am Rumpf. Dieser Code wird in der medizinischen Dokumentation und Abrechnung verwendet, um eitrige Infektionen der Haut und des Unterhautgewebes zu klassifizieren, die im Bereich des Rumpfes – also Brust, Bauch, Rücken, Flanken und Gesundheitsärea – auftreten. Er gehört zur Gruppe L02 (Hautabszess, Furunkel und Karbunkel) innerhalb des Kapitels XII (Krankheiten der Haut und der Unterhaut) des ICD-10-Klassifikationssystems.
Definitionen der betroffenen Krankheitsbilder
Hautabszess
Ein Hautabszess ist eine abgekapselte Ansammlung von Eiter in einem neu gebildeten Hohlraum im Gewebe. Er entsteht durch eine lokale bakterielle Infektion, bei der Immunzellen (Leukozyten) abgestorbene Bakterien und Gewebsreste einschließen. Der Abszess fühlt sich weich und fluktuierend an und ist von einer Entleerung von Eiter geprägt.
Furunkel
Ein Furunkel ist eine tiefe, eitrige Entzündung eines Haarbalgs und des umliegenden Gewebes. Er beginnt häufig als harter, roter Knoten und entwickelt sich zu einem schmerzhaften, eitergefüllten Gebäude. Am Rumpf können Furunkel an behaarten Stellen wie dem Rücken oder der Brust auftreten.
Karbunkel
Ein Karbunkel ist ein Zusammenschluss mehrerer Furunkel, der ein größeres, tieferes Infektionsgebiet bildet. Er ist in der Regel schmerzhafter und schwerwiegender als ein einzelner Furunkel und kann mit allgemeinen Krankheitszeichen wie Fieber und Abgeschlagenheit einhergehen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache für Hautabszesse, Furunkel und Karbunkel ist eine Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus aureus, einschließlich methicillinresistenter Stämme (MRSA). Weitere begünstigende Faktoren sind:
- Geschwitztes oder gereiztes Haut (z. B. durch enge Kleidung)
- Kleinere Hautverletzungen oder Schnittwunden
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. bei Diabetes mellitus, HIV)
- Mangelnde Hygiene
- Adipositas
- Einnahme von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva
- Naher Kontakt mit infizierten Personen
Symptome
Typische Symptome einer Infektion gemäß L02.2 am Rumpf umfassen:
- Schmerzhafte, gerötete Schwellung an Brust, Bauch oder Rücken
- Überhitzung der betroffenen Hautregion
- Tastbare Fluktuation (Flüssigkeit im Inneren) bei reifen Abszessen
- Spontaner oder provozierter Eiiteraustritt
- In schweren Fällen: Fieber, Schüttelfrost, allgemeines Krankheitsgefühl
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel klinisch durch Inspektion und Palpation (Abtasten) gestellt. Ergänzende Maßnahmen können sein:
- Ultraschall: Zur Beurteilung der Tiefe und Ausdehnung des Abszesses
- Blutuntersuchung: Bei Verdacht auf systemische Infektion (erhöhtes CRP, Leukozytose)
- Abstrich und Kultur: Identifikation des Erregers und Bestimmung der Antibiotikaempfindlichkeit
Behandlung
Konservative Maßnahmen
Kleine, oberflächliche Abszesse können mit feuchter Wärme (z. B. warme Umschläge) behandelt werden, um die Reifung zu fördern. Eine alleinige antibiotische Therapie ist bei abszessbildenden Infektionen meist nicht ausreichend.
Chirurgische Behandlung
Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist die Inzision und Drainage: Der Abszess wird gespalten und der Eiter abgelassen. Nach der Eröffnung wird die Wunde gespült und gegebenenfalls tamponiert, um ein erneutes Verschließen zu verhindern.
Antibiotische Therapie
Eine Antibiotikagabe ist insbesondere indiziert bei:
- Größeren oder tiefen Infektionen
- Zeichen einer systemischen Beteiligung (Fieber, Lymphknotenschwellung)
- Immungeschwächten Patienten
- MRSA-Verdacht (dann: Cotrimoxazol, Clindamycin oder Linezolid)
Nachsorge
Regelmäßige Wundkontrolle ist wichtig, um eine vollständige Abheilung sicherzustellen und Rückfälle zu vermeiden. Bei wiederkehrenden Furunkeln sollte eine Trägerschaft von Staphylococcus aureus (z. B. in der Nase) abgeklärt und behandelt werden.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XII, Gruppe L02. Berlin, 2024.
- Robert Koch-Institut (RKI): Staphylococcus aureus (inkl. MRSA) – RKI-Ratgeber. Berlin, 2023. Verfügbar unter: https://www.rki.de
- Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. 7. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin, 2018.
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