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L04.0 – Akute Lymphadenitis Gesicht, Kopf, Hals

L04.0 bezeichnet nach ICD-10 die akute Lymphadenitis des Gesichts, des Kopfes und des Halses – eine schmerzhafte Entzündung der Lymphknoten in diesem Bereich.

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Wissenswertes über "L04.0"

L04.0 bezeichnet nach ICD-10 die akute Lymphadenitis des Gesichts, des Kopfes und des Halses – eine schmerzhafte Entzündung der Lymphknoten in diesem Bereich.

Was ist L04.0?

L04.0 ist der ICD-10-Diagnose­code für die akute Lymphadenitis des Gesichts, des Kopfes und des Halses. Lymphadenitis bezeichnet eine Entzündung der Lymphknoten, die in der Regel durch eine Infektion in der näheren Umgebung ausgelöst wird. Die Erkrankung tritt häufig als Begleiterscheinung von Infektionen im Mund-, Rachen- oder Zahnbereich auf.

Ursachen

Die akute Lymphadenitis wird meist durch bakterielle oder virale Erreger verursacht, die über das Lymphsystem aus einem Infektionsherd in der Nähe in die Lymphknoten gelangen. Häufige Auslöser sind:

  • Bakterielle Infektionen: z. B. Streptokokken, Staphylokokken (häufigste Erreger)
  • Virale Infektionen: z. B. Epstein-Barr-Virus (Pfeiffer'sches Drüsenfieber), Adenoviren
  • Zahninfektionen und Abszesse im Kiefer- oder Zahnbereich
  • Tonsillitis (Mandelentündung) und Pharyngitis (Rachenentzündung)
  • Wunden oder Hautinfektionen im Gesicht oder am Kopf
  • Otitis media (Mittelohrentzündung)

Symptome

Typische Beschwerden bei einer akuten Lymphadenitis im Bereich des Gesichts, Kopfes und Halses umfassen:

  • Schmerzhafte, geschwollene Lymphknoten am Hals, unter dem Kiefer oder hinter den Ohren
  • Rötung und Wärme über den betroffenen Lymphknoten
  • Allgemeines Krankheitsgefühl und Müdigkeit
  • Fieber, oft als Zeichen einer systemischen Entzündungsreaktion
  • Mögliche Fluktuation (Weichwerden) der Lymphknoten bei Abszessbildung
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Halses oder Schmerzen beim Schlucken

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Der Arzt tastet die Lymphknoten ab und bewertet Größe, Konsistenz und Schmerzhaftigkeit. Zusätzliche diagnostische Maßnahmen können sein:

  • Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozytose) weisen auf eine Infektion hin
  • Ultraschall: Zur Beurteilung der Lymphknotengröße und zur Abgrenzung eines Abszesses
  • Abstriche oder Kulturen: Zur Erregeridentifikation bei eitrigen Verläufen
  • CT oder MRT: Bei Verdacht auf tiefer liegende Infektionen oder Komplikationen

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:

  • Antibiotika: Bei bakterieller Ursache (z. B. Amoxicillin-Clavulansäure, Cephalosporine) als Mittel der Wahl
  • Analgetika und Antiphlogistika: Zur Schmerz- und Entzündungshemmung (z. B. Ibuprofen, Paracetamol)
  • Chirurgische Drainage: Bei Abszessbildung ist eine operative Eröffnung und Ausspülung notwendig
  • Behandlung der Grunderkrankung: Z. B. Zahnextraktion, Behandlung einer Mandelentündung
  • Kühlende Umschläge: Können zur lokalen Beschwerdelinderung beitragen

Wann zum Arzt?

Bei geschwollenen, druckschmerzhaften Lymphknoten am Hals oder Gesicht, die nicht innerhalb weniger Tage zurückgehen, sowie bei hohem Fieber, starker Schwellung oder Schluckbeschwerden sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine unbehandelte Lymphadenitis kann sich zu einem Abszess oder einer Phlegmone (flächenhafte Gewebsentzündung) ausweiten.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel L04 – Akute Lymphadenitis. www.bfarm.de
  2. Herold, G. et al.: Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln.
  3. Brook, I.: Microbiology and management of peritonsillar, retropharyngeal, and parapharyngeal abscesses. Journal of Oral and Maxillofacial Surgery, 2004; 62(12):1545–1550. PubMed PMID: 15573356.

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