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L50.4 Kälteurtikaria – Ursachen und Behandlung

L50.4 bezeichnet die Kälteurtikaria – eine Nesselsucht, die durch Kältereize wie kalte Luft, Wasser oder Gegenstände ausgelöst wird und sich mit Quaddeln und Juckreiz äußert.

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Wissenswertes über "L50.4"

L50.4 bezeichnet die Kälteurtikaria – eine Nesselsucht, die durch Kältereize wie kalte Luft, Wasser oder Gegenstände ausgelöst wird und sich mit Quaddeln und Juckreiz äußert.

Definition und ICD-10-Code L50.4

L50.4 ist der ICD-10-Diagnosecode für die Kälteurtikaria (auch: Kältebedingte Nesselsucht). Es handelt sich um eine physikalische Urtikaria, bei der Kältereize eine allergische oder pseudoallergische Hautreaktion ausloesen. Die Erkrankung gehört zur Gruppe der physikalischen Urtikaria-Formen und kann erheblich die Lebensqualität beeinträchtigen.

Ursachen und Auslöser

Die Kälteurtikaria entsteht durch eine überschiessende Reaktion von Mastzellen in der Haut auf Kälte. Dabei werden Histamin und andere Entzündungsmediatoren freigesetzt, was zu den typischen Hautveränderungen führt.

  • Kontakt mit kaltem Wasser (z. B. Schwimmen, Duschen)
  • Kalte Luft oder Wind
  • Berührung kalter Gegenstände
  • Einnahme kalter Speisen oder Getränke (Beteiligung von Lippen und Rachen möglich)

Es wird unterschieden zwischen der primären (idiopathischen) Kälteurtikaria, bei der keine zugrundeliegende Erkrankung gefunden wird, und der sekundären Kälteurtikaria, die mit Erkrankungen wie Kryoglobulinämie, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen assoziiert sein kann.

Symptome

Die typischen Beschwerden erscheinen innerhalb weniger Minuten nach dem Kältekontakt und klingen meist nach 30 bis 60 Minuten ab:

  • Quaddeln (erhabene, gerötete Hautstellen mit weißem Zentrum)
  • Starker Juckreiz und Brennen
  • Schwellungen, insbesondere an Lippen, Augenlidern und Rachen (Angiooedém)
  • In schweren Fällen: Schwindel, Blutdruckabfall, Atemnot – bis hin zum anaphylaktischen Schock (insbesondere beim Baden in kaltem Wasser)

Diagnose

Die Diagnose der Kälteurtikaria wird in der Regel klinisch gestellt. Ein einfacher Eiswürfeltest (TempTest®) gilt als Standardverfahren: Ein Eiswürfel wird für 5 Minuten auf die Haut des Unterarms gelegt; eine typische Quaddel nach dem Wiederwärmen bestätigt die Diagnose.

  • Anamnese (Zeitpunkt, Auslöser, Verlauf)
  • Provokationstest mit Eiswürfel oder Kältestimulation
  • Blutuntersuchung zum Ausschluss sekundärer Ursachen (z. B. Kryoglobuline, ANA, Infektionsserologie)

Behandlung

Die Therapie der Kälteurtikaria richtet sich nach der Schwere der Erkrankung:

Allgemeinmaßnahmen

  • Konsequente Vermeidung von Kältereizen
  • Wärmende Kleidung tragen
  • Keine ungewärmten Getränke oder Speisen konsumieren

Medikamentöse Therapie

  • Nicht-sedierende Antihistaminika (H1-Blocker) der zweiten Generation (z. B. Cetirizin, Loratadin, Bilastin) sind Mittel der ersten Wahl und lindern Juckreiz und Quaddelbildung.
  • Bei unzureichendem Ansprechen: Dosisheraufsetzung oder Wechsel des Antihistaminikums.
  • Omalizumab (Anti-IgE-Antikörper) ist bei schwerer, therapieresistenter Kälteurtikaria eine zugelassene Option.
  • Patienten mit schwerem Verlauf sollten ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektoren mit sich führen.

Prognose

Bei vielen Patienten verbessert sich die Kälteurtikaria im Laufe der Zeit spontan. Studien zeigen, dass etwa 50 % der Betroffenen innerhalb von 5 Jahren eine Remission erleben. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind empfehlenswert.

Quellen

  1. Magerl M. et al.: Leitlinie zur Definition, Klassifikation, Diagnose und Therapie der Urtikaria. AWMF-Leitlinie, 2022.
  2. Zuberbier T. et al.: The international EAACI/GA2LEN/EuroGuiDerm/APAAACI guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria. Allergy, 2022; 77(3):734–766.
  3. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2024, Kode L50.4 – Kälteurtikaria.

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