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L04.1 – Akute Lymphadenitis des Halses

L04.1 bezeichnet die akute Lymphadenitis des Halses – eine plötzlich auftretende Entzündung der Halslymphknoten, meist durch bakterielle Infektionen ausgelöst.

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Wissenswertes über "L04.1"

L04.1 bezeichnet die akute Lymphadenitis des Halses – eine plötzlich auftretende Entzündung der Halslymphknoten, meist durch bakterielle Infektionen ausgelöst.

Was ist L04.1 – Akute Lymphadenitis des Halses?

Der ICD-10-Code L04.1 steht für die akute Lymphadenitis des Halses (Lymphadenitis colli acuta). Dabei handelt es sich um eine plötzlich einsetzende Entzündung eines oder mehrerer Lymphknoten im Halsbereich. Die Lymphknoten sind Teil des Immunsystems und filtern Krankheitserreger aus der Lymphflüssigkeit. Wenn sie sich entzünden, schwellen sie an und können schmerzhaft werden.

Ursachen

Die akute Lymphadenitis des Halses wird in den meisten Fällen durch eine bakterielle Infektion verursacht, häufig als Folge von Infektionen im Mund-, Rachen- oder Zahnbereich. Auch virale Infektionen können eine Rolle spielen.

  • Bakterien: Streptokokken (insbesondere Gruppe A), Staphylokokken, selten auch Mycobacterium tuberculosis
  • Viren: Epstein-Barr-Virus (Pfeiffer'sches Drüsenfieber), Adenoviren, Influenzaviren
  • Ausgangsherde: Tonsillitis (Mandelenzundüng), Pharyngitis, Zahninfektionen, Otitis media (Mittelohrentzündung), Wundinfektionen im Kopf-Hals-Bereich

Symptome

Die Beschwerden bei einer akuten Lymphadenitis des Halses treten in der Regel rasch auf und können sehr unangenehm sein:

  • Schmerzhaft geschwollene Lymphknoten am Hals (ein- oder beidseitig)
  • Lokale Rötung und Überwärmung der Haut über dem betroffenen Lymphknoten
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Fieber, häufig über 38 °C
  • Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Öffnen des Mundes
  • In schweren Fällen: Abszessbildung (Eiteransammlung im Lymphknoten)

Diagnose

Die Diagnose wird üblicherweise durch eine klinische Untersuchung gestellt. Der Arzt tastet die Lymphknoten ab und beurteilt Größe, Konsistenz, Schmerzhaftigkeit und Verschieblichkeit. Zusätzlich können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Blutbild und Entzündungsparameter: CRP, Leukozyten, BSG – erhöhte Werte weisen auf eine Entzündung hin
  • Abstrich: Aus dem Rachen oder einer Wunde zur Erregerbestimmung und Resistenzprüfung
  • Ultraschall (Sonografie): Zur Beurteilung von Größe, Struktur und möglicher Abszessbildung
  • Weitere Bildgebung: In seltenen Fällen CT oder MRT bei Verdacht auf tiefe Halsinfektionen

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Entzündung:

Antibiotische Therapie

Bei einer bakteriellen Ursache ist die Gabe von Antibiotika die wichtigste Maßnahme. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Penicillin, Amoxicillin oder Cephalosporine. Die Behandlung dauert in der Regel 7 bis 14 Tage.

Symptomatische Behandlung

  • Schmerz- und fiebersenkende Medikamente (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
  • Kühlende Umschläge auf den geschwollenen Lymphknoten
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Bettruhe

Chirurgische Behandlung

Falls sich ein Abszess gebildet hat, ist in manchen Fällen eine chirurgische Eröffnung und Drainage notwendig, um den Eiter abzuleiten.

Behandlung der Grunderkrankung

Zusätzlich sollte der primäre Infektionsherd (z. B. Tonsillitis, Zahninfektion) gezielt behandelt werden, um ein Wiederauftreten zu verhindern.

Wann zum Arzt?

Bei stark geschwollenen, schmerzhaften Lymphknoten am Hals, hohem Fieber oder Zeichen einer Abszessbildung (Fluktuation, starke Rötung) sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn die Schwellung nach zwei Wochen nicht zurückgeht, ist eine ärztliche Abklärung erforderlich, um andere Ursachen (z. B. Lymphome) auszuschließen.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) – ICD-10-GM Version 2024, Kapitel L04: Akute Lymphadenitis
  2. Herold, G. et al. – Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln.
  3. Robert Koch-Institut (RKI) – Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie bakterieller Infektionen, Stand 2022.

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