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L04.3 – Akute Lymphadenitis der unteren Extremität

L04.3 bezeichnet die akute Lymphadenitis der unteren Extremität und Hüfte. Es handelt sich um eine plötzlich auftretende Entzündung der Lymphknoten im Bein- oder Hüftbereich, meist ausgelöst durch eine bakterielle Infektion.

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Wissenswertes über "L04.3"

L04.3 bezeichnet die akute Lymphadenitis der unteren Extremität und Hüfte. Es handelt sich um eine plötzlich auftretende Entzündung der Lymphknoten im Bein- oder Hüftbereich, meist ausgelöst durch eine bakterielle Infektion.

Definition

L04.3 ist ein Diagnosecode aus der ICD-10-Klassifikation (Internationale Klassifikation der Krankheiten) und steht für die akute Lymphadenitis der unteren Extremität und Hüfte. Darunter versteht man eine plötzlich einsetzende, schmerzhafte Entzündung eines oder mehrerer Lymphknoten im Bereich von Bein, Knie, Unterschenkel, Fuß oder Hüfte.

Ursachen

Die akute Lymphadenitis entsteht meist als Reaktion auf eine Infektion im Abstromgebiet des betroffenen Lymphknotens. Häufige Ursachen sind:

  • Bakterielle Infektionen: zum Beispiel durch Staphylokokken oder Streptokokken, etwa im Rahmen einer Wundinfektion, eines Erysipels (Wundrose) oder einer tiefen Gewebeentzündung (Phlegmone) am Bein
  • Hautinfektionen oder Verletzungen an Fuß, Unterschenkel oder Hüfte, die eine Keimeinwanderung über die Lymphbahnen ermöglichen
  • Pilzinfektionen (seltener), z. B. Nagelpilz mit bakterieller Superinfektion
  • Insektenstiche oder kleine Wunden, die als Eintrittspforte für Erreger dienen

Symptome

Die typischen Zeichen einer akuten Lymphadenitis der unteren Extremität umfassen:

  • Schmerzhaft vergrößerte Lymphknoten, vor allem in der Leistengegend (inguinale Lymphknoten)
  • Rötung, Wärme und Schwellung im betroffenen Bereich
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, möglicherweise Fieber und Schüttelfrost
  • Gelegentlich sichtbare rote Streifen entlang der Lymphbahnen (Lymphangitis)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Beins oder der Hüfte

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt durch körperliche Untersuchung und Befragung des Patienten. Ergänzend können folgende Maßnahmen eingesetzt werden:

  • Blutuntersuchung: Nachweis erhöhter Entzündungsparameter (z. B. CRP, Leukozyten)
  • Ultraschall: zur Beurteilung von Größe, Struktur und Durchblutung der Lymphknoten sowie zum Ausschluss eines Abszesses
  • Erregernachweis: Abstrich oder Blutkultur bei Verdacht auf eine systemische Infektion
  • Selten: Biopsie oder weiterführende Bildgebung (MRT, CT), wenn eine maligne Ursache ausgeschlossen werden muss

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung:

  • Antibiotika: Bei bakterieller Ursache ist eine gezielte Antibiotikatherapie die Behandlung der Wahl. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Penicilline, Cephalosporine oder Clindamycin.
  • Lokale Maßnahmen: Kühlen, Hochlagern der betroffenen Extremität, Ruhigstellung
  • Analgetika und Antiphlogistika: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zur Linderung von Schmerz und Entzündung
  • Chirurgische Intervention: Bei Abszessbildung ist eine chirurgische Eröffnung und Dräinage erforderlich
  • Behandlung der Grunderkrankung: Wundversorgung, Behandlung von Hautinfektionen oder anderen Auslösern

Komplikationen

Wird eine akute Lymphadenitis nicht rechtzeitig behandelt, können folgende Komplikationen auftreten:

  • Abszessbildung im Lymphknoten
  • Ausbreitung der Infektion auf umliegendes Gewebe (Phlegmone)
  • Sepsis (Blutvergiftung) bei Einbrechen der Erreger in die Blutbahn
  • Übergang in eine chronische Lymphadenitis

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XII, Code L04.3 – Akute Lymphadenitis. www.bfarm.de
  2. Herold, G. et al.: Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln 2023.
  3. Kasper, D. L. et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage. McGraw-Hill Education, 2022.

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